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Wie Elon Musk die ukrainische Kriegsstrategie begrenzt

Welt

Startseite Politik Kiews Angriffsplan auf russischem Territorium steht – doch ein einziges Wort aus den USA verhindert alles Von: Tim Krüger Uns auf Google folgen Kiew will mobile Abschussrampen tief in Russland zerstören. Doch Elon Musk hält an der Sperrung von Starlink für Angriffe auf russisches Territorium fest. Seit dem Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 ist das Satellitensystem Starlink des US-Unternehmens SpaceX zum digitalen Rückgrat der ukrainischen Streitkräfte geworden. Es koordiniert Artilleriefeuer, steuert Aufklärungsdrohnen und vernetzt Gefechtsführungssysteme in Echtzeit. Doch nun stößt Kiew an eine Grenze, die kein Gegner auf dem Schlachtfeld gezogen hat – sondern ein Privatunternehmen aus dem Silicon Valley. Die Ukraine drängt darauf, Starlink auch für Drohnenangriffe tief auf russischem Territorium nutzen zu dürfen. Elon Musk, Gründer und Mehrheitseigner von SpaceX, verweigert diese Freigabe. Bei einem Treffen in Washington wandte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj direkt an US-Präsident Donald Trump mit der Bitte, seinen Einfluss auf Musk geltend zu machen. Die ukrainische Führung verfolgt dabei eine strategisch nachvollziehbare Logik: Anstatt ballistische Raketen und Drohnen erst über bewohnten Städten mit teuren Abfangsystemen zu bekämpfen, sollen mobile Abschussrampen und Militärflugplätze bereits auf russischem Boden ausgeschaltet werden. Ein ukrainischer Drohnenunternehmer fasste diese Doktrin prägnant zusammen: „Statt die Pfeile abzuschießen, würden wir die Bogenschützen treffen.“ Geofencing verhindert Starlink-Nutzung auf russischem Territorium Das Satellitensystem Starlink ist technisch so konfiguriert, dass es auf nicht freigegebenem russischen Staatsgebiet keine Datenverbindungen aufbaut. SpaceX erkennt anhand der Orbitalposition der Satelliten, aus welcher Zelle eine Verbindungsanfrage stammt und verweigert die Aktivierung für gesperrte Regionen automatisch. Eine Manipulation der GPS-Daten am Endgerät umgeht diese Sperre nicht, da die Entscheidung serverseitig auf Ebene der Satellitenkonstellation getroffen wird. Für die ukrainischen Streitkräfte bedeutet dies: Drohnen, die tief im russischen Hinterland operieren sollen, können nicht per Starlink in Echtzeit gesteuert oder mit Videodaten versorgt werden. Während der ukrainischen Bodenoffensive in der russischen Region Kursk zeigte sich, dass Starlink im unmittelbaren Grenzbereich für taktische Manöveroperationen eingesetzt werden konnte. Militäranalysten erklären dies damit, dass SpaceX die Sperrzonen laufend an den sich verschiebenden Frontverlauf anpasst. An den Rändern dieser Zonen entsteht zudem ein schmaler Übergangsbereich, in dem das Signal nicht vollständig geblockt wird. Für Schläge tief im russischen Hinterland jedoch – gegen Munitionsdepots, Militärflugplätze oder mobile Raketenstellungen – bleibt Starlink vollständig gesperrt. Die Ukraine weicht in diesen Fällen auf autonome Trägheitsnavigation, glasfasergebundene Drohnen und ad-hoc-Relaissysteme aus. Diese Alternativen sind nach Einschätzung von Experten vor allem bei beweglichen Zielen deutlich weniger präzise. Elon Musk verweist auf Eskalationsrisiken – Kiew bleibt auf sich gestellt Elon Musk begründet seine ablehnende Haltung mit der Sorge vor einer vertikalen Eskalation des Konflikts. Der Einsatz kommerzieller US-Raumfahrttechnologie für offensive Operationen tief im russischen Hinterland erhöhe, so seine Position, das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen Atommächten. Stattdessen plädiert er öffentlich und in Hintergrundgesprächen für eine diplomatische Verhandlungslösung. Intern soll er ukrainischen Gesprächspartnern wiederholt mitgeteilt haben, es sei „Zeit für ein Abkommen“. Der frühere ukrainische Digitalisierungsminister Mychajlo Fedorow unternahm zuletzt über informelle Kanäle einen Versuch, Musk umzustimmen. Ohne Erfolg. Ein Vertrauter bestätigte gegenüber der Kyiv Post: „Im Moment gibt es keine positive Entscheidung.“ Trump selbst reagierte auf Selenskyjs Gesuch zurückhaltend. Er stellte lediglich in Aussicht, mit Musk zu sprechen, machte jedoch keine verbindlichen Zusagen zur Einflussnahme auf die Geschäftspolitik von SpaceX. Für Kiew wächst damit der Druck – insbesondere mit Blick auf den kommenden Winter. Russland hat in der Vergangenheit systematisch ukrainische Energie- und Wärmeinfrastruktur angegriffen. Aus dem ukrainischen Umfeld heißt es, ohne die Möglichkeit, Waffensysteme auf russischem Gebiet auszuschalten, gebe es „keinen klaren Weg durch diesen Winter“. Für die Soldaten an der Front gibt es viele Gründe, die kalte Jahreszeit ebenfalls zu fürchten. Europäische Abhängigkeit und die Frage digitaler Souveränität Weder die Ukraine noch die europäischen Partnerstaaten verfügen über ein äquivalentes Satellitensystem im niedrigen Erdorbit, das Starlink kurzfristig ersetzen könnte. Europäische Initiativen zur Stärkung digitaler Souveränität im Weltraum befinden sich erst im Aufbau.

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