Wie Elon Musk mit KI und Robotern Amerikas Schuldenproblem lösen will
Musk hält KI und Roboter für den einzigen Ausweg aus der US-Schuldenlast
Seine Zeit bei DOGE zeigte ihm nach eigener Aussage die Grenzen des Sparens
US-Staatsverschuldung liegt bei rund 40,4 Billionen US-Dollar
Elon Musk hält künstliche Intelligenz und Roboter für den einzigen Weg, Amerikas Schuldenberg abzutragen, und rückt damit die Zukunftsstrategie von Tesla erneut ins Zentrum der Debatte. Musk äußerte sich in einem Podcastgespräch mit seinem Biografen Walter Isaacson: "Der einzige Weg, die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, führt über KI und Roboter", sagte Musk demnach. Für Anleger ist die Aussage mehr als politische Rhetorik, denn Musk knüpft den Ausweg aus der Schuldenkrise an genau jene Technologien, auf die er seine Unternehmen ausrichtet.
Musk: Sparen allein löst das Schuldenproblem nicht
Den Weg über Ausgabenkürzungen hält Musk inzwischen für wenig aussichtsreich. "Wir werden das nicht lösen, indem wir versuchen, uns dorthin zu sparen", sagte er im Podcast. Zugleich räumte er ein, er hätte sich früher auf KI konzentrieren sollen. Wie groß die Aufgabe ist, zeigen die Daten des US-Finanzministeriums: Mitte Oktober lag die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten bei rund 40,4 Billionen US-Dollar. Bemerkenswert ist der Sinneswandel, weil Musk selbst lange als oberster Sparkommissar Washingtons auftrat. Statt auf einen schlankeren Staat setzt er nun ganz auf Technologie, ohne näher auszuführen, wie KI und Roboter die Schuldenlast konkret senken sollen.
Bittere Bilanz aus Musks Zeit bei DOGE
Seine Skepsis begründet Musk mit den Erfahrungen im Department of Government Efficiency, kurz DOGE, das in der Anfangsphase von Donald Trumps zweiter Amtszeit überflüssige Bundesausgaben kappen sollte. Ursprünglich sollten Musk und Vivek Ramaswamy die Initiative gemeinsam führen, Ramaswamy stieg jedoch im Januar 2025 aus. "Wer versucht, das Defizit zu lösen und verschwenderische Ausgaben zu stoppen, macht sich viele Feinde", sagte Musk im Podcast. Ernsthaften Sparwillen erkannte er in Repräsentantenhaus und Senat nur bei wenigen, etwa bei Senator Rand Paul. Auch den Präsidenten nahm er nicht aus: Trump möge es, gemocht zu werden, und wolle keine Anrufe von Leuten, die sich über Kürzungen ärgern. Rückblickend hätte er selbst stärker im Hintergrund bleiben sollen, so Musk weiter.
Tesla-Aktie hängt an Optimus und Cybercab
Für die Tesla-Aktie ist Musks Aussage relevant, weil der Konzern seine Zukunft bereits auf diese Technologien ausgerichtet hat. So hatte Tesla angekündigt, sich vom klassischen Autobauer zu einem Unternehmen für Robotik und autonomes Fahren zu wandeln. Die Premiummodelle Model S und Model X ließ der Elektroautobauer auslaufen, um die Produktion des humanoiden Roboters Optimus in Kalifornien hochzufahren. Laut einem X-Beitrag von Musk sollen Optimus und das Cybercab den Großteil des Unternehmenswerts ausmachen. Gemeinsam mit SpaceX, das Musk ebenfalls führt, baut Tesla zudem in Texas ein großes Chipprojekt namens Terafab auf. Musk zufolge könnte Terafab gemessen an der Wirtschaftsleistung sogar unter die 20 größten Volkswirtschaften der Welt aufrücken.
Kritik an Musks Versprechen von Wohlstand durch KI
Neu ist Musks Glaube an KI als Allheilmittel nicht. So hat der CEO mehrfach erklärt, die Technologie werde ein universelles hohes Einkommen ermöglichen. Dafür erntete er Widerspruch, etwa von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und Senator Bernie Sanders. Sanders kritisierte zudem Musks politisches Engagement, nachdem Berichte aufgekommen waren, wonach der Unternehmer vor den Kongresswahlen im November republikanische Politiker finanziell unterstützt. Nach Angaben des parteilosen Senators aus Vermont gibt Musk dafür mehr als 300 Millionen US-Dollar aus.
Was Elon Musks KI-Fokus für die Tesla-Anleger bedeutet
Gelingt es Tesla, mit Optimus, autonomem Fahren und dem Cybercab neue, profitable Geschäftsfelder aufzubauen, könnte sich das langfristig deutlich auf die Bewertung des Konzerns auswirken. Bis dahin bleibt die Aktie jedoch stark von ambitionierten Erwartungen abhängig. Entscheidend wird sein, ob Tesla seine technologischen Versprechen in skalierbare Produktion, konkrete Umsätze und nachhaltige Gewinne umsetzen kann. Musks Vision eines durch KI getriebenen Wohlstands ist bislang ein Zukunftsszenario – kein Beleg dafür, dass sich die US-Staatsverschuldung tatsächlich auf diesem Weg reduzieren lässt. Den nächsten Gradmesser für Musks These liefert Tesla selbst: Anleger dürften genau verfolgen, wie schnell die Produktion von Optimus in Kalifornien tatsächlich Fahrt aufnimmt.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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