Wie gesund Tofu und Sojadrinks wirklich sind
Verzehr von Soja ist unbedenklich – Ängste lassen sich wissenschaftlich nicht bestätigen
Grund für die Verunsicherung sind die sogenannten Isoflavone in Sojabohnen. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen. Wie Stella Glogowski von der Verbraucherzentrale Hessen erklärt, führten diese Eigenschaften bei vielen Menschen zu Ängsten – wissenschaftlich lassen sich diese bei üblichen Verzehrmengen jedoch oft nicht bestätigen.
Auch bei Brustkrebs gilt moderater Sojakonsum nach aktuellem Kenntnisstand als unproblematisch. Laut Glogowski sind ein bis zwei Portionen Sojalebensmittel pro Tag – etwa 100 Gramm Tofu oder ein Glas Sojadrink – selbst während einer antihormonellen Therapie als sicher einzustufen. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass dies das Rückfallrisiko erhöhe.
Beim Thema Schilddrüse kommt es dagegen auf die Umstände an. Bei ausreichender Jodversorgung erwarten die Verbraucherschützer:innen keine negativen Effekte durch normalen Sojakonsum. Bei Jodmangel, bestehenden Schilddrüsenerkrankungen oder hoch dosierten Isoflavon-Nahrungsergänzungsmitteln kann dies laut Verbraucherzentralen anders aussehen. In solchen Fällen wird zu ärztlicher Begleitung geraten. Insbesondere von isolierten Isoflavon-Supplementen rät Glogowski Menschen mit hormonabhängigen Krebsarten ab.
Die oft zitierte Sorge einer "Verweiblichung" von Männern hält die Expertin ebenfalls für unbegründet. Studien zeigen laut Verbraucherzentralen keine relevanten hormonellen Veränderungen bei üblichem Sojakonsum. Ebenso gibt es bislang keine gesicherten Belege dafür, dass Soja Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen zuverlässig lindere.