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Wie gut funktioniert das?

Allgemein

Statt im Sprint zur Konkurrenz aufzuholen, wurde die Geschichte um Siri AI für Apple zum Marathon. Mitte 2024 angekündigt, im Herbst 2026 mit den Updates auf iOS 27, macOS 27 und Co. erst fertig. Zu viel Arbeit musste man offenbar nachträglich investieren, zu wenig hat das Produkt intern überzeugt. Erst mithilfe von Google ist es dem iPhone-Unternehmen gelungen, eine verlässliche Version der KI-Siri zu entwickeln. Auf der WWDC 2026 wurde die Assistenz erneut vorgestellt. Diesmal soll sie funktionieren. Wie gut? Das haben wir im August 2026 mithilfe der Beta-Version von macOS 27 Golden Gate ausprobiert. Ihr könnt das auch – sogar in der EU.

So nutzt ihr Siri AI auf dem Mac

Apple hatte zwar im Rahmen der Entwicklerkonferenz angekündigt, die neue Siri-Version werde hierzulande zunächst nicht verfügbar sein. Das galt allerdings nur für das iPhone, denn beim Betriebssystem iOS und dem zugehörigen App-Store ist das Unternehmen als sogenannter Gatekeeper eingestuft. Hier müsste Apple Konkurrenten die gleichen Möglichkeiten einräumen, wie den eigenen Diensten.

Anders sieht es auf dem Mac aus. Hier wird Apple keine besondere Marktmacht zugeschrieben. Das Unternehmen kann Siri AI anbieten, ohne Sorge haben zu müssen, die nötigen Schnittstellen für andere öffnen zu müssen. Entsprechend lässt sich die neue KI-Assistenz schon jetzt ausprobieren, wenn man die nötigen Voraussetzungen erfüllt.

Dazu gehört ein kompatibler Apple-Computer. Zudem müsst ihr macOS 27 Golden Gate installiert haben. Die Systemsprache des Macs und die Sprache für Siri müssen auf US-Englisch eingestellt sein. Dabei ist zu beachten: Beta-Software kann immer Fehler enthalten und sollte nicht auf Arbeitsgeräte geladen werden. Verwendet im Idealfall ein zweites Macbook, das ihr nicht benötigt. Auch wir haben die Beta auf einem Test-Macbook installiert.

Ist die Installation geschafft, klickt ihr in den Einstellungen auf „Siri“ und dann auf „Try New Siri“. Im neuen Fenster klickt ihr auf „Join Waitlist“. Damit landet ihr auf einer Warteliste. Eine Notification verrät euch, wann ihr die neue Siri-Version nutzen könnt. Als wir das in der Entwickler-Beta ausprobiert haben, hat es nur wenige Minuten gedauert. Andere berichteten von längerer Wartezeit. Beeinflussen lässt sich der Vorgang nicht.

Was kann Siri AI auf dem Mac?

Ist alles erledigt, könnt ihr die neue Version von Siri auf drei Arten aktivieren. Wenn ihr die Spracherkennung eingerichtet habt, sagt ihr einfach „Siri“, ansonsten öffnet ihr mit CMD+Leertaste die Spotlightsuche, in die ihr eure Anfrage einfach eintippt. Alternativ klickt ihr aufs Mikrofon und sprecht eure Anfrage ein. Die dritte Möglichkeit ist die neue Siri-App im Dock. Bei den beiden letzteren Möglichkeiten könnt ihr entscheiden, ob ihr mit Siri sprechen oder euer Anliegen doch lieber einsprechen wollt. In den Siri-Einstellungen legt ihr zudem fest, ob die KI nur schriftlich oder auch akustisch antworten soll.

Danach könnt ihr Siri alles fragen. Und anders als früher erhaltet ihr in der Regel auch eine korrekte Antwort. Das Feld erstreckt sich weit. Von Fragen über Astronomie bis hin zur Tabelle der Formel‑1‑Weltmeisterschaft. Themen könnt ihr kontextbezogen vertiefen. Wer ist Erster in der Formel 1? Und wann hat Lewis Hamilton den ersten Sieg für Ferrari errungen? Diese Siri-Version kennt die richtige Antwort. Es ist auch möglich, die Assistenz Vergleiche anstellen zu lassen. Wir haben in unserem Beispiel etwa nach den Unterschieden zwischen dem höchsten Berg der Erde (Mount Everest) und dem des Mars (Olympus Mons) gefragt und eine ausführliche Antwort inklusive Vergleichstabelle erhalten. Auf Wunsch kann man solche Ergebnisse direkt per Sprachkommando als Notiz speichern.

Doch da geht noch mehr. Im Dialog mit der KI-Version ist in wenigen Minuten eine Urlaubsreise für die ganze Familie geplant, inklusive Kostenaufstellung, Erinnerung an den rechtzeitigen Fahrkartenkauf und Kalendereintrag für die Dauer des Urlaubs. Wie im Beispiel von der WWDC lässt sich der Trip auch so planen, dass man unterwegs noch Freunde besuchen kann. Der Zugriff auf die exklusiven Schnittstellen macht es möglich.

Im produktiven Einsatz kann Siri problemlos den Bildschirminhalt erkennen und so Artikel zusammenfassen oder eigene Texte erweitern, ohne dass ihr irgendwas davon in die Chatmaske posten müsst. Ein simpler Prompt genügt. Allerdings darf euch das Ergebnis dann nicht enttäuschen. Wir haben Siri zum Beispiel testweise gebeten, unseren Beitrag zu John Ternus als neuem Apple-CEO um einen Absatz zu Steve Jobs zu erweitern. Das hat die KI-Assistenz auch erledigt. Allerdings handelte es sich dabei eher um allgemeine Informationen, die Siri direkt unterm Text ergänzt hat, anstatt sie sinnvoll einzufügen.

Siri AI hat Grenzen

Aber Siri hat auch Grenzen. Jede ausprobierte Anfrage lief ohne WLAN-Verbindung ins Leere. Eine Internetverbindung war zumindest bei unserem Test Pflicht. Da stellt sich die Frage: Was passiert mit den Daten? Apple verspricht, diese durch das sogenannte Private Cloud Compute so gut wie möglich zu schützen. „Wenn Private Cloud Compute Nutzeranfragen verarbeitet, werden keine persönlichen Daten gespeichert, und weder Apple noch andere können darauf zugreifen“, heißt es dazu in der Ankündigung. Externe Entwickler:innen könnten dieses Versprechen jederzeit überprüfen. Außerdem laufen die Anfragen durch den sogenannten System-Orchestrator. Die Funktion koordiniert im Hintergrund, welche Schnittstellen Siri für die Anfrage verwenden muss. Dazu gehört etwa der lokale Index der Spotlight-Suche. Auch das dient dem Datenschutz.

Abseits davon ist die Funktion von Siri AI auf dem Mac beschränkt. Kalendereinträge, Notizen, Erinnerungen anlegen, das geht. Andere agentische Fähigkeiten hat Siri aber nicht. Die KI kann den Mac also nicht aufräumen, indem sie etwa im Downloads-Ordner alle PDFs in einen und alle Bilder in einen anderen Ordner sortiert.

Nichtsdestotrotz scheint es Apple diesmal wirklich gelungen zu sein, einen echten KI-Helfer in das System zu integrieren. Die Assistenz funktionierte schon in der Beta schon überraschend gut – wenn auch hauptsächlich nur auf Englisch. Allerdings muss die deutsche Lokalisierung nicht zwingend auf sich warten lassen. Wer den Chatbot bittet, auf Deutsch zu antworten, bekommt die Antworten zumindest auch schriftlich auf Deutsch. Und zwar zuverlässig und fehlerlos. Vielleicht dreht Apple hier also schnell nach dem Start nach.

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