DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,15 % 53.539,33 Pkt 18:23:13 S&P 500 -0,13 % 7.735,21 Pkt 18:23:03 Nasdaq -0,77 % 26.439,77 Pkt 18:23:12 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +4,37 % 4.556,60 USD 18:13:12 Silber +3,27 % 66,04 USD 18:13:10 Brent +1,52 % 92,40 USD 18:12:56 WTI +0,59 % 85,44 USD 18:13:10 Bitcoin +6,17 % 68.672,99 USD 18:23:11 EUR/USD +0,76 % 1,16710 USD 18:22:54 EUR/GBP +0,30 % 0,85740 GBP 18:23:13 EUR/CHF -0,69 % 0,93240 CHF 18:23:13 EUR/JPY +0,17 % 184,841 JPY 18:23:13

Wie KI in der öffentlichen Verwaltung helfen kann

Technologie

Ein KI-Avatar im Stadtrat als Ansprechperson für Bürgerinnen und Bürger - in der norditalienischen Stadt Acqui Terme gibt es das jetzt. Die KI in Frauengestalt soll nach Angaben des dortigen Bürgermeisters Unterlagen zusammenstellen und Vorschläge für die gewählten Mitglieder des Stadtrats formulieren. Aber kann ein Avatar so ein Teil der Kommunalpolitik sein? Nein, sagt der KI-Ethikexperte Maximilian Kiener von der Technischen Universität Hamburg: "Sie suggeriert, dass sie Emotionen hätte und unsere Probleme wirklich verstehen könnte, was nicht der Fall ist. Immer da, wo es um die Beziehung zwischen Staat und Bürger geht oder zwischen Bürgern selbst kann eine KI das nicht machen. Die Gefahr ist, dass wir ihr zu viel überantworten.“ Demokratie lässt sich für eine KI nicht herunterbrechen Wenn eine Maschine politische Entscheidungen mitgestalte, stelle sich die Frage, wer für diese Entscheidungen am Ende die Verantwortung trage, so der Ethik-Professor Kiener. Er sieht das Risiko in einer technischen Reduktionsfalle - also darin, dass jede Arbeit an KI abgetreten wird. "KI dringt in alle Lebensbereiche ein, in die Unterhaltungsindustrie, Medizin, Mobilität. Dann werden viele Probleme nur noch so verstanden, dass sie mit KI bearbeitet werden können. Demokratie, in einer Kleinstadt oder auf größerer Ebene, ist aber kein Softwareproblem.“ Dabei hält Kiener die KI-Technik nicht grundsätzlich für riskant. Sie könne vor allem bei der Verarbeitung großer Datenmengen auch in Stadtverwaltungen helfen. Dafür nutzen bereits immer mehr deutsche Verwaltungen KI. Programme unterstützen bei der Recherche in Datenbanken wie dem Ratsinformationssystem einer Stadt oder informieren als KI-Chatbot im Bürgerservice. Konferenz diskutiert verantwortungsvollen Einsatz von KI Über den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Verwaltungspraxis diskutieren Expertinnen und Experten derzeit auf der 35. Internationalen Konferenz für Künstliche Intelligenz in Bremen. Mit dabei sind auch Vertreter der Firma neuraflow. Das Unternehmen aus Bremerhaven hat bereits viele KI-Chatbots, Voicebots und KI-Schreibtische entwickelt, um die Bürgerkommunikation und Verwaltungsprozesse in Städten und Gemeinden zu automatisieren. Auch Avatare im Cartoon-Look seien dabei, sagt der Firmengründer Dustin Klepper und schildert ein Beispiel für die Anwendung: "Jemand kommt rein und weiß nicht, dass er für die Beantragung eines neuen Personalausweises einen Termin braucht. Der Avatar ist mit einer recht hohen Geduldsspanne behilflich, kann informieren, einen QR-Code ausspucken für eine Terminbuchung.“ Avatar könnte bei Routinefragen weiterhelfen So ein Cartoon-Avatar soll zum einen den Bürgerinnen und Bürgern ihre Suche auf den Webseiten der Kommune erleichtern und kann vor allem Routinefragen beantworten - zum Beispiel, wie viel Hundesteuer für den neuen Hund bezahlt werden muss. Einen Avatar wie er in Italien eingesetzt wird, der Vertretern des Stadtrates zuarbeitet, hält Dustin Klepper aber nicht für sinnvoll. Aus einem einfachen Grund: Stadträte wollten sich nicht unterhalten, sondern schnell informieren, sagt Dustin Klepper: "Ich werde dann zum Beispiel ins neue Amt gewählt und habe keinen Einblick in die Prozesse, die vor meiner Amtszeit entstanden sind. [Mithilfe einer KI] kann ich mir dieses Wissen schnell anlesen, anstatt dafür stundenlang zu brauchen oder sogar - und da leidet die Demokratie dann natürlich - unvorbereitet zu Sitzungen zu kommen.“ Entscheidungen kann nur der Mensch treffen Aber - und das fügt Dustin Klepper deutlich hinzu: KI entscheidet nichts: "Man darf nicht vergessen: Der Mensch trägt in solchen Systemen und Prozessen immer die Verantwortung und muss sich dessen auch bewusst sein." Ein Thema auf der Konferenz für Künstliche Intelligenz in Bremen wird auch die Effizienz von KI in Verwaltungen sein. Der Einsatz von KI-Assistenz in der öffentlichen Verwaltung kann nach Studien Routineaufgaben messbar beschleunigen. Viele Verwaltungen in Städten und Gemeinden sind aber oft noch gar nicht so weit, zu entscheiden auf welchen Gebieten sie KI einsetzten wollen. Sie müssen viele Formulare und Archive erst noch digitalisieren.

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