Wie oft Stuhlgang gesund ist: Studie nennt den optimalen Bereich
Ein- bis zweimal täglich Stuhlgang besonders günstig Medizinische Untersuchungen zum Stuhlgang richten ihr Augenmerk meist auf Erkrankungen, die mit Verstopfung oder Durchfall einhergehen. Jenseits davon werden diese Symptome häufig nur als „Ärgernis“ betrachtet, berichtet Sean Gibbons vom Institut für Systembiologie in Seattle. Als günstig erwies sich in seiner Forschung ein bis zwei Mal täglicher Stuhlgang. Sowohl seltener als auch deutlich häufiger zeigten sich Auffälligkeiten bei Stoffwechsel und Darmflora. Warum Verstopfung den Stoffwechsel belastet Die Forschungsergebnisse von Gibbons Teams zeigen, dass bei ansonsten gesunden Menschen mit Verstopfung und Darmträgheit vermehrt potenziell nierenschädliche Stoffwechselprodukte wie Kresolsulfat und Indoxylsulfat im Blut zu finden sind. Der Grund dafür ist, dass Mikroorganismen diese Substanzen bilden, wenn der Stuhl zu lange im Darm verweilt. Bei Durchfall scheidet der Körper dagegen viel Gallensäure aus, die die Leber normalerweise recyceln würde, da sie für die Aufnahme von Fett aus der Nahrung wichtig sind. Diese Gewohnheiten fördern einen gesunden Darm Die gesündeste Darmflora hatten Menschen mit ein bis zwei Darmentleerungen pro Tag. Dies war bei Menschen mit einem gesunden Lebensstil häufiger der Fall: „Mehr Obst und Gemüse zu essen war das deutlichste Signal, das wir sahen, zusammen mit viel Wasser trinken, regelmäßiger körperlicher Betätigung und einer pflanzenbasierten Ernährung“, sagte Gibbons. Er hat mit seinem Team zahlreiche Daten wie Blutwerte, Zusammensetzung der Darmflora, Genetik, Ernährung, Gesundheit und Lebensstil und Lebensstil von über 1.400 Gesunden ausgewertet und nach Zusammenhängen mit der Häufigkeit des Stuhlgangs gesucht. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Cell Reports Medicine" veröffentlicht. Was bedeutet das für den Alltag? Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass jeder Mensch täglich genau zweimal Stuhlgang haben muss. Häufigkeit und Verdauung unterscheiden sich individuell. Die Studie deutet aber darauf hin, dass anhaltende Verstopfung oder häufiger Durchfall auch bei sonst gesunden Menschen Hinweise auf Veränderungen im Stoffwechsel geben können. Die Studie zeigt Zusammenhänge, beweist aber keine Ursache. Weil es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich nicht sagen, ob eine veränderte Stuhlhäufigkeit die Organfunktion beeinflusst oder ob andere Faktoren dafür verantwortlich sind. Die Forscher betonen, dass ihre Ergebnisse in Interventionsstudien überprüft werden müssen. Ob eine gezielte Veränderung der Stuhlgewohnheiten das Risiko für chronische Erkrankungen tatsächlich senkt, ist derzeit offen.