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Wie sauber ist der DFB

Sport

Seit vielen Jahren gehört Marc Kosicke zur Entourage von Jürgen Klopp und folgt dem neuen Bundestrainer zu jeder neuen Station. Und auch als Klopp die Nachfolge des glücklosen Julian Nagelsmann antrat, war Kosicke Teil des Deals. Was genau dessen Aufgabe ist, darüber herrscht anscheinend Uneinigkeit.

Während DFB-Präsident Bernd Neuendorf auf der Antrittspressekonferenz von einem „externen Beraterverhältnis“ sprach, bezeichnete Klopp die Rolle als „mein Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“. Doch seitdem wurde die genaue Funktion von Kosicke nicht klarer, der DFB verweigert mittlerweile trotz einiger Medienanfragen weitere Informationen zu dem Geschäftsverhältnis. Das berichtet die ‚Süddeutschen Zeitung‘, die schwelende Interessenskonflikte aufdeckt.

Der Fall Kosicke könnte demnach echte Compliance-Probleme nach sich ziehen. Trotz der offenbar nicht klar umrissenen und eigentlich externen Rolle soll der Ex-Berater, wie er sich mittlerweile bezeichnet, laut Neuendorf „offene Türen bis hinauf in mein Präsidentenbüro“ haben und damit eine Menge Einfluss erhalten.

Laut ‚SZ‘ droht eine „Problempersonalie“, denn die beruflichen Verflechtungen von Kosicke innerhalb des Fußballbusiness reichen weit und umfassen einige Firmen, denen an guten Verbindungen zum DFB gelegen ist und die finanziell profitieren könnten. Nicht umsonst klagte Bayern-Patriarch Uli Hoeneß bereits über ein „Friendly Takeover“, also eine freundliche Übernahme des DFB.

Undurchsichtige Firmenverflechtungen

Beispielsweise ist Kosicke (ebenso wie Klopps Sohn Marc) Gesellschafter der Onside Sports GmbH. Diese ist einer der Marktführer bei der Organisation von Freundschaftsspielen und Trainingslagern und viele Bundesligisten sowie internationale Topklubs gehören zu ihren Kunden, auch Klopps Ex-Klub FC Liverpool. Ob der DFB ausschließen könne, dass keine DFB-Mannschaft die Dienste des Anbieters in Anspruch nimmt, wollte der Verband der ‚SZ‘ nicht verraten.

Dazu ist Kosicke an dem Vermarktungsriesen Sportfive beteiligt und besitzt die Beraterfirma Projekt B. Auch der ehemalige Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff war einst Teil der Firma, musste jedoch wegen „intensiver Compliance-Debatten“ dort aussteigen, als er zum DFB-Direktor ernannt wurde. Pikant laut ‚SZ‘: „Der DFB hat den Beratervertrag nicht mit Kosicke selbst abgeschlossen, sondern mit dieser Firma.“

DFB kann Bedenken nicht entkräften

Statt des erhofften Umbruchs im DFB und einer neuen, transparenteren und professionelleren Zukunft, wirft eine der ersten Personalentscheidungen also große Fragen auf.

Diese versuchte der Verband im August in einer Stellungnahme dem Münchner Merkur gegenüber zu entkräften: „Um sowohl ihn als auch den Verband vor jeglichem Verdacht eines Interessenkonflikts aufgrund früherer oder aktueller Tätigkeiten zu schützen, agiert er aus einer externen und beratenden Rolle heraus.“ Doch: Ist das so?

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