DAX +0,15 % 26.338,61 Pkt 18:00:00 MDAX +0,29 % 32.356,98 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,14 % 6.530,45 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,29 % 67.636,45 Pkt 07:48:55 Gold +0,78 % 4.452,20 USD 07:53:54 Silber -1,20 % 65,33 USD 07:53:52 Brent +0,37 % 91,21 USD 07:51:16 WTI +0,67 % 85,07 USD 07:53:19 Bitcoin -0,56 % 64.128,90 USD 08:03:44 EUR/USD 0,00 % 1,15740 USD 08:02:58 EUR/GBP +0,09 % 0,85520 GBP 08:03:57 EUR/CHF -0,14 % 0,93920 CHF 08:03:57 EUR/JPY +0,25 % 184,748 JPY 08:03:57

Wie sich Nordkoreas Diktator Kim aus der Isolation löst

Welt

Wenn es nach ukrainischen Quellen geht, dann darf Russland in Kürze mit einer erheblichen Verstärkung rechnen. Nordkoreas Diktator Kim Jong Un könnte seine laufende Unterstützung für Moskau noch einmal erhöhen. Von bis zu 50.000 zusätzlichen Soldaten ist nach ukrainischen Geheimdienstmeldungen die Rede. Die Verstärkung könnte im Hinterland und an der Front eingesetzt werden. Die Meldungen über den zusätzlichen Beistand werden von russischer und nordkoreanischer Seite nicht bestätigt. Aber sie passen zu einer Entwicklung, die sich immer deutlicher abzeichnet. Im Zuge des russischen Angriffskriegs spielt Nordkorea plötzlich auf der internationalen Bühne eine größere Rolle. Offenbar gelingt es Kim, die Isolation aufzuweichen. Wie zuvor Wladimir Putin reiste inzwischen auch Chinas Staatschef Xi Jinping nach Pjöngjang - nicht zuletzt um klarzustellen, dass Peking immer noch die Nummer eins unter den Verbündeten Nordkoreas sei. Trump: "Sehr gute Beziehungen" zu Kim Selbst die USA schlagen versöhnliche Töne gegenüber Kim an. US-Präsident Donald Trump schwärmt in seinem Onlinedienst von "sehr guten Beziehungen" zu Kim. Das bereits angelaufene Manöver mit dem eigenen Bündnispartner Südkorea stellt er öffentlich infrage. Ob es ihm aber gelingen sollte, Nordkorea zu Gesprächen zu bewegen, scheint heute fraglicher denn je. 2019 waren die Verhandlungen mit Nordkorea über eine Denuklearisierung im Gegenzug für wirtschaftliche Hilfe gescheitert. "Nordkorea ist heute in einer strategischen Situation, die vorteilhafter ist als das, was man in den Jahrzehnten zuvor erlebt hat", bestätigt auch der Nordkorea-Experte Eric Ballbach von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Das Blatt wendete sich für Kim mit dem Einstieg in den russischen Krieg gegen die Ukraine. 2024 entsandte er erstmals schätzungsweise etwa 15.000 Soldaten nach Russland. Die Verluste müssen anfangs groß gewesen sein. Aber die Gewinne aus Sicht Kims noch größer. Einblicke in moderne Kriegsführung In welchem Umfang Nordkorea Russland unterstützt, untersuchte im vergangenen Jahr das Korea-Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung, die der FDP nahesteht. Bis dahin hatte Pjöngjang im Wert von 9,8 Milliarden Dollar Waffen, Munition und Truppen für Russland bereitgestellt, so das Ergebnis. Andere Forscher kommen teils noch zu erheblich höheren Summen. An russischen Gegenleistungen konnten die deutschen Studienautoren hingegen nur 1,2 Milliarden US-Dollar messen. "Peanuts für Pjöngjang", bilanzierten sie. Frederic Spohr, Leiter des Korea-Büros der Stiftung, erklärt das Missverhältnis mit verdeckten Zahlungen: "Die Leistung muss irgendwie anderweitig geflossen sein, beispielsweise durch Technologietransfers, Waffentechnologie, Satelliten, Weltraumtechnologie." Auch Nordkorea-Experte Ballbach spricht von russischen Gegenleistungen in strategischen Bereichen. Darunter Technologie für die Optimierung von Langstreckenraketen, die Entwicklung von Drohnen und dem Bau eines nuklear betriebenen U-Boots. Von höchstem Wert für Nordkorea seien die Informationen, die es durch die Beteiligung am russischen Feldzug gewinnt. Die nordkoreanischen Soldaten sammelten Erfahrung in Bereichen wie der Kampfführung mit Drohnen. Sie bekämen die Gelegenheit zu lernen, "wie ein moderner Krieg geführt wird". Ein Effekt, der auch die militärischen Kräfteverhältnisse auf der koreanischen Halbinsel zu verändern droht. Aufschwung dank russischer Nachfrage Außerdem hilft Putin offenbar mit Geld und Gütern, die Versorgungsmängel in Nordkorea abzumildern. Getrieben von der Nachfrage aus Russland erlebt Nordkoreas Schwerindustrie einen Aufschwung. Die Wirtschaft wird angekurbelt. Dazu helfen sich Russland und Nordkorea gegenseitig, die internationalen Sanktionen zu umgehen. Ein wenn auch bescheidener Wirtschaftsaufschwung, die Wertschätzung des russischen Verbündeten und die Wiederbelebung der Verbindungen mit China - dies alles kann Kim Jong Un zurzeit auf der Habenseite verbuchen. Von einer Rückkehr zu Gesprächen mit den USA hingegen scheint Kim weiter entfernt denn je. Anders als in früheren Jahren, als Nordkorea auf Hilfslieferungen der USA spekulierte, braucht es die Amerikaner heute nicht mehr. Ob Präsident Trump mit seinem einseitigen Verzicht auf Militärübungen an Nordkoreas Kurs etwas ändern kann, erscheint aktuell eher unwahrscheinlich. Von den drei Mächten, die aktuell um Einfluss auf Kim wetteifern, haben die USA anscheinend die schlechtesten Karten.

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