„Wie soll das Sinn ergeben?“: Trump erwägt offenbar neuen Iran
Nachdem Donald Trump einem kriegsmüden Amerika im Wahlkampf noch versprochen hatte, keine neuen Kriege zu starten, begannen die USA und Israel im Februar 2026 ihr Bombardement des Iran. Kurz vor den Parlaments-Zwischenwahlen am 3. November wird dieser Krieg in den Vereinigten Staaten als Belastung wahrgenommen: Die Preise für fossile Energien sind drastisch gestiegen, Trumps Beliebtheitswerte stark gefallen. Manche der wahlkämpfenden Republikaner sehen den Präsidenten inzwischen sogar als Nachteil.
Planung für neue Iran-Attacken noch vor der Wahl
Ausgerechnet in diese Gemengelage platzt ein Bericht des US-Magazins „The Atlantic“ über die Planung neuer Attacken auf den Iran.
Seit einigen Wochen hat die US-Armee das islamistisch regierte Land nicht mehr attackiert. Doch laut den Regierungsquellen von „The Atlantic“ hat das Weiße Haus das Pentagon angewiesen, Angriffsoptionen für die Zeit noch vor den Zwischenwahlen auszuarbeiten. Umfang und Ziele dieser Kampagne würden noch debattiert werden – und auch, ob wirklich der Angriffsbefehl kommen soll. Selbst die Fürsprecher weiterer Attacken gestehen dabei ein, dass der Plan wenig aussichtsreich sei, schreibt „The Atlantic“.
Der Iran am Verhandlungstisch? Sicherer Schiffsverkehr durch das weltweite Energie-Nadelöhr Straße von Hormus? Niedrige Treibstoffpreise vor dem Wahltag im November? All das versprechen sich die Befürworter des Angriffsplans nicht, berichtet die US-amerikanische Zeitschrift. Bestenfalls, so glauben es demnach manche in Trumps Orbit, könnte man bei den Hardlinern in der iranischen Regierung die Bereitschaft zu Zugeständnissen erhöhen. Doch das wichtigere Argument für baldige weitere Angriffe ist offenbar innenpolitisch.
Die fragwürdige Logik hinter dem Plan
Die Planung unterstreiche, wie sehr der US-Präsident die Benzinpreise senken und einen Fortschritt in dem Krieg demonstrieren wolle, sagten anonyme Regierungsvertreter gegenüber „The Atlantic“. Wie so oft bei Trumps Politik geht es also in der Hauptsache wohl darum, den Präsidenten gut aussehen zu lassen. Allerdings steht selbst dieses Ziel in Zweifel.
„Wie soll das Sinn ergeben?“, fragt Will Walldorf, Professor für Internationale Beziehungen an der Wake Forest University. Der Versuch, republikanische Wähler zu mobilisieren, müsse scheitern – wenn man bedenke, wie unbeliebt dieser Krieg sei.
Das Weiße Haus betonte gegenüber „The Atlantic“, dass Trump zu jedem Zeitpunkt alle Optionen zur Verfügung hätte. Zum Timing neuer Angriffe wurde nichts gesagt. (TMA mit dpa)