Wie Sperma die Affenpocken-Übertragung begünstigen können
Übertragung erforscht :
Sperma bahnt Mpox-Viren den Weg
03.09.2026, 14:19Lesezeit: 2 Min.
Dringen in Hautzellen ein: Mpox-Viren können in seltenen Fällen tödliche Infektionen verursachen.NIAID via AP
Mit Mpox kann man sich nicht nur in Afrika infizieren. Wie das Virus in Zellen eindringt, haben Frankfurter Forscher untersucht. Ihre Erkenntnisse könnten bei der Vorbeugung helfen.
Samenflüssigkeit begünstigt die Übertragung von Mpox-Viren von Mensch zu Mensch. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Goethe-Uni und der Frankfurter Universitätsmedizin. Mpox, auch als Affenpocken bekannt, wurden früher meist von Tieren auf Menschen übertragen. 2023 trat jedoch eine neue Virusvariante auf, die in Afrika rund 100.000 Menschen infizierte und mehr als 200 tötete, meist Kinder und Immungeschwächte. Auch in Europa und Asien breitete sich der Erreger aus; in Deutschland gibt es bis heute immer wieder Infektionen, wenn auch in geringer Zahl.
Um den Übertragungsmechanismus besser zu verstehen, haben die Frankfurter Forscher Bindegewebs- und Oberhautzellen mit Mpox-Viren infiziert. Waren die Viren zuvor mit Sperma vermischt worden, förderte das ihre Aufnahme in die Zellen. Verantwortlich dafür sind anscheinend natürlich vorkommende Proteinbruchstücke in der Samenflüssigkeit. Sie bilden Fasern und erleichtern den Viren dadurch das Andocken an die Zellen.
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„Unsere Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sexuelle Kontakte ein besonders hohes Übertragungsrisiko bergen“, sagt Doktorandin Emma Torbica. „So kann Samenflüssigkeit die Infektion fördern, wenn sie zum Beispiel mit analen oder genitalen Schleimhäuten in Kontakt kommt, wo sich bereits Pocken gebildet haben, die noch nicht bemerkt wurden.“
Nach Ansicht von Studienleiterin Denisa Bojkova sind ihre Ergebnisse auch für die medizinische Praxis wertvoll. Die Versuche hätten bestätigt, dass gängige antivirale Medikamente gegen Mpox wirksam seien. Außerdem habe ihr Team gezeigt, dass ein experimenteller Wirkstoff die infektionsfördernden Strukturen stören und das Virus zusätzlich direkt hemmen könne. „Langfristig könnte dies neue Ansätze zur Prävention eröffnen.“
Eine Mpox-Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Später zeigen sich die typischen Pocken. Da sie auch auf Schleimhäuten auftreten können, werden sie manchmal erst spät entdeckt. Infizierte sind mit Auftreten der ersten Symptome ansteckend. Zur Übertragung ist allerdings enger Körperkontakt nötig.