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Wie Tiere sich auf Krieg vorbereiten: Neue Studie zu Konflikten im Tierreich

Wissenschaft

Raids, Wachsamkeit, Zusammenhalt Forschende schildern "Vorkriegsverhaltensweisen" im Tierreich Stand: 16.07.2026 17:40 Uhr Zahlreiche Tierarten rücken vor Auseinandersetzungen enger zusammen, stärken soziale Bindungen und überwachen ihre Umgebung genauer. Andere setzen auf blutige Überfälle in feindlichem Territorium. Eine neue Übersichtsarbeit zeigt, wie solche Strategien im Tierreich verbreitet sind. von MDR WISSEN/ IZ Interessenskonflikte unterschiedlicher sozialer Gruppen kennt nicht nur der Mensch: Viele Tierarten, von der Ameise bis zum Primaten, konkurrieren miteinander. Meist geht es dabei um Ressourcen wie Territorium, Nahrung oder Paarungschancen. Lange bevor es zur tatsächlichen Auseinandersetzung mit einer anderen Gruppe kommt, verändern diverse Arten ihr Verhalten. Forschende haben nun in einer aktuellen Übersichtsarbeit verschiedene Strategien aus dem Tierreich zusammengetragen. Mehrere Tierarten bereiten sich auf Kämpfe mit anderen Gruppen vor, indem sie näher zusammenrücken. Schimpansen etwa spielen mehr miteinander und putzen sich häufiger vor der gemeinsamen Territorialverteidigung. Das stärkt Kommunikation, Bindung und Kampfmoral – und senkt den Stress. Zebramangusten führen brutale Überfälle durch Neben diesen eher sozial orientierten Beispielen schildern die Forschenden aber auch ziemlich blutrünstige Kriegsvorbereitungstaktiken aus dem Tierreich: Manche Arten führen sogenannte Raids durch, bei denen sie ihre Gegner aktiv in deren Territorium aufsuchen und schädigen. Männliche Schimpansen schleichen langsam und in einer Reihe in das fremde Gebiet, um ihre Rivalen hinterrücks anzugreifen. Noch brutaler verhalten sich Zebramangusten. Die niedlichen Raubtiere ähneln den bekannteren Erdmännchen und leben südlich der Sahara. Im Vorfeld einer Auseinandersetzung mit rivalisierenden Gruppen führen sie gewaltsame Gruppenangriffe aus, um gezielt den Nachwuchs anderer Gruppen zu töten. Außerdem reagieren die Zebramangusten auf Gerüche und Geräusche ihrer Rivalen mit langsameren Bewegungen und überwachen ihre Umgebung intensiver. Sie setzen zudem mehr Duftmarken, um ihr Territorium zu markieren. Territorium spielt eine wichtige Rolle Das Territorium scheint grundsätzlich im Tierreich eine bedeutende Rolle einzunehmen. Brüllaffen etwa kehren gezielt immer wieder an die Orte früherer Auseinandersetzungen zurück, um ihre Präsenz zu demonstrieren. Japanmakaken und Paviane, aber auch eine kleine Vogelart, die Schwanzmeisen, meiden Gebiete, in denen sich ihre Rivalen aufhalten. Bislang hat die Forschung hauptsächlich untersucht, wie Tiere sich während oder nach Auseinandersetzungen verhalten, aber – so argumentiert ein internationales Forschungsteam aktuell im Journal Trends in Ecology & Evolution – wie Tiere sich auf Konflikte vorbereiten, könnte mindestens genauso wichtig sein. Denn diese Taktiken könnten viel über die soziokognitive Evolution, Populationsdynamiken und Gemeinschaftsstrukturen im Tierreich verraten. Vielleicht lassen sich einige der Erkenntnisse sogar auf den Menschen übertragen, denn die Taktiken der Tiere ähneln denen, die wir vom Menschen kennen, überraschend stark. Erstautor Josh Arbon von der Universität Bristol sagt: "Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass das Ausmaß des gezeigten präventiven Verhaltens vom aktuellen Bedrohungsniveau abhängt. Es ist stärker ausgeprägt, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit Rivalen höher ist, diese größer sind, weniger vertraut sind oder eher zum Angriff neigen." Bemerkenswert sei, dass diese Verhaltensweisen bei so vielen unterschiedlichen Arten auftreten.

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