Wie Trumps Zustimmungswerte im Vergleich zu Joe Bidens abschneiden
Startseite Politik „Tatsächlich etwas beliebter als Joe Biden“: Was Trumps Zustimmungswerte verraten Uns auf Google folgen Donald Trump liegt bei den Zustimmungswerten angeblich knapp vor Joe Biden zum vergleichbaren Zeitpunkt. Aber: Drei von fünf Amerikanern lehnen seine Präsidentschaft ab. Präsident Donald Trumps Zustimmungswerte „haben sich in den letzten Wochen etwas verbessert“, wie Nate Silvers Silver-Bulletin-Tracker zeigt, sodass er leicht vor Joe Biden zum vergleichbaren Zeitpunkt seiner Amtszeit im Weißen Haus liegt. Gleichzeitig deuten andere Erhebungen darauf hin, dass seine Beliebtheitswerte weiterhin deutlich im negativen Bereich verharren und die öffentliche Meinung stark polarisiert bleibt. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com Ein Vergleich von Reuters/Ipsos zeichnet jedoch ein gemischteres Bild: Trump liegt demnach beim gleichen Zustimmungsniveau wie Biden zu diesem Zeitpunkt, sieht sich aber einer höheren Ablehnung gegenüber. Das verweist auf eine Wählerschaft, die ihm zwar nicht weniger zustimmt als seinem Vorgänger, ihn jedoch stärker und entschiedener ablehnt. Die Umfrage verortet Trump bei 37 Prozent Zustimmung und 61 Prozent Ablehnung, ein negativer Abstand von 24 Punkten (oder Netto-Zustimmungswert) – berechnet, indem die Zahl der Befürworter von der Zahl der Gegner abgezogen wird. Ein solch deutlicher negativer Wert erschwert es für jeden Präsidenten, politische Vorhaben breit in der Bevölkerung zu verankern. Donald Trump vs. Joe Biden: Parallelverlauf der Amtszeiten Zum vergleichbaren Zeitpunkt in Bidens erster Amtszeit ergab ein Ipsos-Präsidentschafts-Tracker vom 25. bis 26. Juli 2022 ebenfalls 37 Prozent Zustimmung für Biden, allerdings bei 58 Prozent Ablehnung. Damit lag sein Netto-Wert etwas weniger negativ, obwohl sein allgemeines Ansehen gegenüber dem Amtsantritt bereits deutlich gesunken war. Das bedeutet, dass ein am Amtsverlauf ausgerichteter Reuters/Ipsos-Vergleich weniger eine Geschichte davon ist, dass Trump Biden klar übertrifft, sondern eher eine von Konvergenz: Biden startete mit deutlich höheren Werten und fiel dann stark ab. Trump hingegen begann niedriger und blieb in einer engeren, kontinuierlich negativen Spanne, in der sich die öffentliche Stimmung nur begrenzt veränderte. Das Weiße Haus hat wiederholt zurückgewiesen, dass Trumps Zustimmungswerte eine Schwäche seiner Präsidentschaft widerspiegeln würden. Offizielle Vertreter argumentieren, die Zahlen seien kurzfristigen Faktoren geschuldet und würden nicht umfassend wiedergeben, welche Auswirkungen seine Politik langfristig auf Wirtschaft und Sicherheit habe. Vergleich zwischen Trump und Biden: Reaktion des Weißen Hauses „Kein anderer Präsident in der Geschichte hat mehr für das amerikanische Volk erreicht als Präsident Trump, der unermüdlich daran arbeitet, Arbeitsplätze zu schaffen, die Inflation zu dämpfen, die Erschwinglichkeit von Wohnraum zu erhöhen und mehr“, erklärte Davis Ingle, ein Sprecher des Weißen Hauses, in einer Stellungnahme. Solche Aussagen sollen den Eindruck vermitteln, dass die wirtschaftliche Realität günstiger sei, als es die Umfragen nahelegen. „Der Präsident hat bereits historische Fortschritte erzielt, nicht nur in Amerika, sondern weltweit, und dies ist erst der Anfang, da seine Agenda zunehmend Wirkung zeigt.“ Ingle verwies damit auf innen- und außenpolitische Initiativen, deren Erfolge sich aus Sicht des Weißen Hauses erst mit zeitlicher Verzögerung in den Umfragen niederschlagen werden. Newsweek wandte sich am Dienstagmorgen außerhalb der regulären Arbeitszeiten über die Website an Bidens Büro mit der Bitte um Stellungnahme. Eine Antwort lag zunächst nicht vor, sodass unklar blieb, wie Bidens Team die aktuellen Vergleichszahlen politisch einordnet. Zwei Messgrößen mit leicht unterschiedlichen Aussagen Trump und Biden liegen auf demselben Zustimmungsniveau, wenn man die Tage seit der Amtseinführung angleicht, wie Daten des Reuters/Ipsos-Trackers zeigen. In dieser Perspektive erscheint Trumps aktuelles Standing somit nahezu identisch mit Bidens Lage zum entsprechenden Zeitpunkt seiner ersten Amtszeit. Nate Silvers Silver-Bulletin-Tracker erzählt jedoch eine etwas andere Geschichte, da es sich um einen Umfrage-Durchschnitt und nicht um eine einzelne Erhebung oder die Entwicklung eines einzigen Instituts handelt. Durch die Bündelung mehrerer Quellen sollen Ausreißer reduziert und ein stabileres Bild der öffentlichen Stimmung erzeugt werden. Den jüngsten Zahlen zufolge setzte Silver Bulletin Trumps Netto-Zustimmung bei minus 17,4 an, eine Verbesserung gegenüber seinem Zweitamts-Tief von minus 20,2 im Mai. Dieser Aufwärtstrend bleibt zwar im negativen Bereich, signalisiert aber eine leichte Erholung nach einer Phase besonders schwacher Werte. Trump laut Silver Bulletin leicht vor Biden Der leitende Wahl-Analyst Eli McKown-Dawson schrieb auf der Website, Trump sei „tatsächlich etwas beliebter als Joe Biden zum entsprechenden Zeitpunkt“, wobei Biden bei minus 19,2 und Trump bei minus 17,4 gelegen habe. Demnach ist die Differenz gering, aber in der Tendenz zu Trumps Gunsten, wenn man allein diesen Aggregator zugrunde legt. Das bedeutet, dass Trump in diesem Tracker geringfügig weniger „unter Wasser“ ist, als Biden es zum gleichen Zeitpunkt war. Dennoch bleiben beide Präsidenten im negativen Bereich, was auf eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der politischen Lage allgemein schließen lässt. Silver Bulletin führt seinen Präsidentschafts-Tracker als Messinstrument dafür, wie populär Trump ist, und stellt diese Werte den Zustimmungsraten von Präsidenten seit Harry Truman in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs gegenüber. Dadurch lässt sich Trumps Situation historisch einordnen und mit früheren Amtsinhabern vergleichen. Reuters/Ipsos mit deutlich härterem Befund Die jüngste Reuters/Ipsos-Umfrage zeichnet ein härteres Bild als der Durchschnitt. Die Einzelerhebung fällt für Trump ungünstiger aus und zeigt, wie stark einzelne Datenpunkte von aggregierten Mittelwerten abweichen können. Die Befragung vom 24. bis 26. Juli ergab für Trump 37 Prozent Zustimmung und 61 Prozent Ablehnung. Das unterstreicht, dass trotz jüngster Verbesserungen eine klare Mehrheit der Befragten seine Amtsführung kritisch sieht. Dies stellte eine Verbesserung gegenüber der Reuters/Ipsos-Erhebung vom 18. bis 22. Juni dar, die ihn bei 34 Prozent Zustimmung und 64 Prozent Ablehnung sah, ließ ihn aber dennoch mit nahezu drei von fünf Amerikanern zurück, die seine Präsidentschaft missbilligen. Damit bleibt seine politische Basis begrenzt und stark umkämpft. Längerfristiger Abwärtstrend bei Umfragen von Reuters/Ipsos Die Umfrage fügt sich zudem in einen längerfristigen Abschwächungstrend ein. Reuters/Ipsos zeigte, dass Trump seine zweite Amtszeit vom 20. bis 21. Januar 2025 mit 47 Prozent Zustimmung und 41 Prozent Ablehnung begann – einem positiven Abstand von 6 Punkten. Bis Juli 2026 hatte sich dieser Wert in einen negativen Abstand von 24 Punkten verwandelt. Die Reuters/Ipsos-Umfrage vom Juli 2026 befragte landesweit 1.246 erwachsene US-Bürger und wies laut Reuters eine Fehlermarge von drei Prozentpunkten in jede Richtung auf. Solche Stichprobengrößen gelten als Standard für nationale Erhebungen, erlauben aber dennoch statistische Unsicherheiten bei kleineren Veränderungen. Der Unterschied zwischen Silver Bulletin und Reuters/Ipsos ist nicht zwangsläufig ein Widerspruch. Er spiegelt die Differenz zwischen einem Umfrage-Durchschnitt und dem Verlauf eines einzelnen Instituts wider, die je nach Methodik und Zeitpunkt zu abweichenden Eindrücken führen kann. Warum Durchschnittswerte und Einzelumfragen variieren Eine einzelne Umfrage erfasst einen bestimmten Erhebungszeitraum, eine Stichprobe und eine Methodik. Ein Umfrage-Durchschnitt bündelt mehrere Erhebungen, was die Schwankungen durch Timing, Zusammensetzung der Stichprobe, Formulierung der Fragen und institutspezifische Effekte glätten kann. Reuters gibt an, dass Reuters/Ipsos-Umfragen das KnowledgePanel von Ipsos nutzen, eine repräsentative Stichprobe von Amerikanern ab 18 Jahren, die anhand von Postadressen ausgewählt wird. Diese Form der Adressstichprobe soll sicherstellen, dass auch Bevölkerungsgruppen erfasst werden, die in klassischen Telefonumfragen unterrepräsentiert sind. Die Befragten werden online interviewt, und Personen ohne Internetzugang erhalten laut Reuters kostenlos einen Internetanschluss und ein Tablet. Auf diese Weise sollen mögliche Verzerrungen durch digitale Spaltungen reduziert und ein breiterer Zugang zur Teilnahme ermöglicht werden. Hohe Ablehnung für Trump: Methodik und politische Aussagekraft Reuters erklärt zudem, dass die Daten gewichtet werden, um US-Volkszählungsrichtwerte zu berücksichtigen, darunter Geschlecht, Alter, „race“, hispanische Herkunft, Bildung, Haushaltseinkommen und Region, und möglicherweise auch nach politischer Zusammensetzung. Solche Gewichtungen sind entscheidend, um die Stichprobe näher an die tatsächliche Bevölkerungsstruktur der Vereinigten Staaten heranzuführen. Diese Methodik ist wichtig, weil eine Veränderung um 3 Punkte politisch bedeutsam sein kann, ohne zu beweisen, dass sich die öffentliche Meinung grundlegend gewandelt hat. Kurzfristige Schwankungen lassen sich oft durch Nachrichtenlage oder einzelne Ereignisse erklären, ohne dass sie einen dauerhaften Trend markieren. Trump hat sich zwar vom Juni-Tief bei Reuters/Ipsos verbessert, doch das Gesamtbild bleibt das einer Präsidentschaft, die unter Wasser operiert. Die Kombination aus hoher Ablehnung und nur moderater Zustimmung erschwert es, kontroverse politische Vorhaben durchzusetzen oder unentschlossene Wähler dauerhaft zu gewinnen. Der Iran-Krieg als Teil der Zustimmungsdynamik für Trump Die neuesten Reuters/Ipsos-Zahlen erschienen parallel zu schwacher öffentlicher Unterstützung für den Krieg gegen den Iran. Die außenpolitische Lage bildet damit einen wichtigen Kontext für die Bewertung von Trumps Amtsführung. Reuters berichtete, dass nur jeder dritte Amerikaner den Konflikt unterstützte, den niedrigsten Wert in den Reuters/Ipsos-Umfragen seit den frühen Tagen des nun fünf Monate andauernden Krieges. Dies deutet darauf hin, dass die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung zunimmt. Reuters meldete außerdem, dass 69 Prozent der Amerikaner, darunter vier von zehn Republikanern, der Ansicht seien, Trump habe die Ziele des amerikanischen Militäreinsatzes im Iran nicht „klar erklärt“. Ein Mangel an Transparenz und Begründung kann die Unterstützung für militärische Operationen zusätzlich schwächen.