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Wie viel Vitamin D am Tag? Ab dieser Menge wird es laut Arzt „toxisch“

Allgemein

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Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Diese reichern sich im Körper an.

Darum kann eine Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen führen.

Hohe Mengen Vitamin D können akut lebensgefährlich sein und dem Herz schaden.

Ein Vitamin-D-Mangel kann ernste Folgen nach sich ziehen, vor allem für die Knochengesundheit. Noch mehr Risiken birgt aber eine Überdosierung. Hier drohen Nierenschäden und Herz-Kreislauf-Probleme wie Herzrhythmusstörungen, die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Im Jahr 2022 verzeichnete die Giftnotzentrale 162 Fälle von Vergiftungen mit Vitamin D. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher liegen.

Wenn Nahrungsergänzungsmittel ohne Absprache mit dem Arzt eingenommen werden, ist das Risiko für einen Überschuss besonders hoch. Wie viel Vitamin D zu viel ist und an welchem einfachen Symptom Sie eine Überdosierung erkennen.

Vitamin D lagert sich in Leber und Fettgewebe an

Vitamin-Überdosierungen, sogenannte Hypervitaminosen, können bei allen fettlöslichen Vitaminen vorkommen. Neben Vitamin A, E und K zählt Vitamin D dazu. Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen wie Vitamin C scheidet der Körper sie nicht über die Nieren wieder aus, wenn die eingenommene Menge den Bedarf übersteigt. Stattdessen reichern sie sich in der Leber sowie im Muskel- und Fettgewebe an. Das hat den Vorteil, dass der Körper über den Sommer Reserven an Vitamin D für den Winter anlegen kann.

Bei Vitamin D ist die Speicherfunktion besonders wichtig: Unter Einfluss von UV-B-Strahlen wird aus der Vorläuferform Provitamin D3 die aktive Form Vitamin D3 gebildet. Zwischen November und Februar ist die UV-Strahlung in Deutschland so schwach, dass die körpereigene Vitamin-D-Produktion kaum mehr möglich ist. Die im Sommer aufgebauten Reserven können dann den Bedarf decken. Häufig klappt das aber nicht, etwa aufgrund von chronischen Erkrankungen. Auch ältere Menschen entwickeln schnell einen Vitamin-D-Mangel, insbesondere dann, wenn sie aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht regelmäßig das Haus verlassen.

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Vitamin-D-Überdosierung: Auch Lebensmittel können dazu beitragen

Durch die körpereigene Vitamin-D-Bildung kann es nicht zu einem Überschuss kommen – auch nicht über Lebensmittel, in denen Vitamin D natürlich enthalten ist, wie das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt. Das Vitamin D aus unserer Ernährung trägt schätzungsweise nur 10 bis 20 Prozent zum Tagesbedarf bei. Ein Risiko besteht nur bei Lebensmitteln, die mit zusätzlichem Vitamin D angereichert werden, wie Margarine, Pflanzendrinks und Säften.

Viele dieser Lebensmittel überschreiten die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Tageshöchstmenge für Vitamin D von 1000 Internationalen Einheiten (I. E.), wie eine im letzten Jahr durchgeführte Marktstichprobe der Verbraucherzentrale ergeben hat. Internationale Einheiten sind eine Maßeinheit für die Aktivität und Funktion von Arzneimitteln. Gerade bei Vitamin-D-Tabletten oder anderen Präparaten sollten Verbraucher auf die Dosierung achten. Eine Untersuchung von „Öko-Test“ zeigt jedoch, dass viele Präparate zu hoch dosiert sind. Diese Vitamin-D-Tabletten kann das Verbrauchermagazin empfehlen.

Zu viel Vitamin D: Ab dieser Tagesmenge wird es bedenklich

Häufig entsteht ein Überschuss bei Nahrungsergänzungsmitteln, denn diese enthalten oft hohe Mengen an Vitamin D. Doch ab wann drohen gesundheitliche Folgen? Der Endokrinologe Helmut Schatz aus Bochum sagt: „Bei Vitamin D sind 800 bis maximal 2.000 I. E. täglich unbedenklich.“

Unser Experte

Prof. Helmut Schatz aus Bochum ist Endokrinologe, Diabetologe und ehemaliger Klinikdirektor. Der Österreicher ist Spezialist für Hormone und Stoffwechsel und hat mehr als 500 wissenschaftliche Arbeiten und Buchbeiträge veröffentlicht. Er ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Viele der frei verkäuflichen Vitamin-D-Präparate sind allerdings höher dosiert, wie das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ gezeigt hat. Wer einen Vitamin-D-Mangel bei sich vermutet und dies nicht vom Mediziner abklären lassen hat, sollte sich an der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientieren. Demnach sei für Erwachsene eine Tageszufuhr von 800 I. E. (20 Mikrogramm) Vitamin D ausreichend, wenn der Körper es nicht selbst herstellen kann. Passend dazu: Ein Experte erklärt, wie lange es dauert, einen Vitamin-D-Mangel auszugleichen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2023 eine Tagesmenge Vitamin D von 4000 I. E. (100 Mikrogramm) als tolerierbar eingestuft. Schatz vermutet, dass auch das BfR seine Richtlinien entsprechend anpassen wird. Doch der Facharzt warnt: „Ab mehr als 4000 I. E. täglich über einen längeren Zeitraum wird es toxisch.“

Auch deswegen empfehlen Experten, einen Vitamin-D-Mangel medizinisch feststellen und behandeln zu lassen. Denn bei den ärztlich verordneten Tabletten aus der Apotheke entstehe bei richtiger Einnahme keine Überdosierung, so Schatz. Wer die empfohlene Tagesmenge dagegen über längere Zeit überschreite, riskiere sowohl schleichend als auch akut eine Vergiftung.

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Wie äußert sich Vitamin-D-Überdosierung? Das sind häufige Symptome

Eine akute Überdosierung entsteht, wenn dem Körper innerhalb kürzester Zeit extrem hohe Mengen Vitamin D zugeführt werden. Gefährlich ist vor allem die zu häufige Einnahme von Präparaten, bei denen eine Tablette die gesamte Wochen- oder Monatsration, etwa mit über 20.000 I. E. Vitamin D, enthält.

Die Vergiftungserscheinungen gehen laut Schatz vor allem auf eine Ursache zurück: „Zu viel Vitamin D führt zu einer Kalziumerhöhung im Blut, weil der Darm dann zu viel Kalzium aus der Nahrung aufnimmt“, erklärt der Experte. „Zudem ist der Knochenumbau gestört, weil dort mehr Kalzium ab- als aufgebaut wird.“

Kalzium ist in begrenztem Maße wichtig für unsere Gesundheit: Es stärkt Knochen und Zähne und ist an der Muskel- und Nervenfunktion beteiligt. Vitamin D fördert den Transport des Mineralstoffs in die Knochensubstanz. Zu viel Vitamin D hat aber den gegenteiligen Effekt: Es löst den Mineralstoff wieder aus den Knochen heraus. Studien haben gezeigt, dass eine Vitamin-D-Überdosierung mit einer abnehmenden Knochendichte einhergeht.

Wenn zu viel Kalzium im Blut zirkuliert, kann sich das unter anderem durch Magen-Darm-Beschwerden äußern, wie „Übelkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen“, erklärt der Experte. Eine leichte Vitamin-D-Überdosierung kann unangenehm sein – in schweren Fällen ist sie sogar gefährlich.

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In großen Mengen kann Vitamin D lebensgefährlich sein

Davor warnt auch das RKI: Als Folge eines zu hohen Kalziumgehalts im Blut könne es zu Bluthochdruck, Bewusstlosigkeit und Nierenschäden kommen. Da Kalzium die Kontraktion des Herzens beeinflusst, sind auch Herzrhythmusstörungen möglich. Mit ernsten Folgen: „Eine Kalziumerhöhung kann sogar bis zum Tod führen“, erklärt Schatz.

Entwickeln sich bei der Einnahme eines Vitamin-D-Präparats Symptome einer Überdosierung, sollte es daher sofort abgesetzt werden. Eine Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels kann Aufschluss darüber geben, ob eine Vergiftung vorliegt. So weit muss es aber gar nicht kommen: „Wichtig ist, bei frei verkäuflichen Vitamin-D-Präparaten die Dosierungsempfehlung genau zu befolgen und nicht mehr als die empfohlene Tagesmenge Vitamin D zu sich nehmen“, rät Schatz. Noch besser ist es, Vitamin D nur nach ärztlicher Verordnung einzunehmen. So lässt sich eine Überdosierung am ehesten vermeiden.

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