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Wie Zuckerberg, Musk und Huang sich bei Trump trotzdem gegen KI-Regularien einsetzen

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KI-Raketen im Roten Meer, doch Zuckerberg, Musk und Huang blockieren bei Trump neue KI-Regeln

Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck

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Houthis bauen mit Chatbots eigene Raketen. Tech-Milliardäre stoppen dennoch strengere KI-Regeln. Trump nennt Sicherheitswarnungen einen Scherz.

Jemen/USA – Während im Jemen einfache Chatbots offenbar beim Bau von Raketen helfen, kämpfen die mächtigsten Männer der Tech-Branche in Washington gegen genau jene Regeln, die solchen Missbrauch künftig erschweren sollen. Auf der einen Seite steht ein Bericht des KI-Unternehmens Anthropic, wonach eine Gruppe im Nordjemen versucht hat, mit dem Chatbot Claude AI gelenkte Raketen zu entwickeln. Auf der anderen Seite steht ein Machtkampf im Weißen Haus um die Frage, wer künftig kontrolliert, wie sicher neue KI-Modelle auf den Markt kommen.

Laut dem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Bericht von Anthropic identifizierte das Unternehmen „eine Gruppe von Bedrohungsakteuren im Nordjemen, die drei Waffenentwicklungsprogramme betreiben“. Dazu zählten eine gelenkte Rakete mit handelsüblichem Flugcomputer, eine mehrstufige Ballistikrakete mit einer angepeilten Reichweite von mehr als 2000 Kilometern sowie ein Mehrfachraketensystem mit einer Hyperschall-Variante. Die Gruppe soll Claude AI genutzt haben, um Software für Navigation und Steuerung zu entwickeln, für die sonst ein Team von Ingenieuren nötig wäre.

Vom Pickup-Truck zur eigenen Rüstungsindustrie: Wie die Houthis KI für den Waffenbau nutzen

Ein erfolgreicher Einsatz der Waffen ist bislang nicht belegt. „Wir haben keine Beweise dafür, dass die Akteure erfolgreich waren, ein einsatzfähiges Gerät zu entwickeln, aber sie haben eine gelenkte Rakete testweise abgefeuert“, erklärte Anthropic. Der Test sei offenbar fehlgeschlagen, denn die Nutzer hätten sich schon wenige Stunden später erneut an den Chatbot gewandt, um herauszufinden, was schiefgelaufen war. Anthropic sperrte die betroffenen Accounts umgehend. Die Täter werden nicht offiziell benannt, doch die Hinweise verdichten sich auf die Houthi-Rebellen, die weite Teile Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa kontrollieren.

Das Bild von Kämpfern, die mit Kalaschnikows auf Ladeflächen durch die Wüste fahren, prägt die westliche Wahrnehmung von Milizen bis heute. Tatsächlich haben Houthi-Rebellen längst Raketen abgefeuert, die mehr als tausend Meilen bis nach Israel reichen, und setzen im Roten Meer Wasserdrohnen gegen die internationale Schifffahrt ein, berichtet auch die New York Times. Seit Juli, als die Gruppe eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien erklärte, sind sie nach Süden vorgerückt und haben vergangene Woche die Hafenstadt Mokha sowie mehrere Inseln nahe der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen, was sich auch auf die Energiepreise hierzulande niederschlägt.

„Sie nutzen jede Gelegenheit, um ihre Fähigkeiten auszubauen und zu testen, sodass sie inzwischen der tödlichste nichtstaatliche Akteur im gesamten Nahen Osten sind“, sagte Timothy A. Lenderking, ehemaliger US-Sondergesandter für den Jemen, bei einem Forum des Middle East Institute. Der 2022 vereinbarte Waffenstillstand habe den Houthis vor allem Zeit gegeben, „sich neu zu formieren, neu zu trainieren, neu auszurüsten, sich neu einzudecken“, so Lenderking wörtlich. Größere Bauteile wie Raketenrümpfe würden mittlerweile direkt im von den Houthis kontrollierten Gebiet gefertigt, statt aus dem Iran eingeführt.

Der Machtkampf der Tech-Milliardäre in Washington

Ganz unabhängig sind die Houthis vom Iran dennoch nicht. Farzin Nadimi vom Washington Institute for Near East Policy erklärte gegenüber der New York Times, die iranische Rüstungsindustrie unterhalte eigene Entwicklungsbüros für Waffensysteme, die speziell für Stellvertreterkräfte wie die Houthis gedacht seien und „einfach zusammenzubauen, einfach zu transportieren, einfach startbereit zu machen und einfach zu benutzen“ seien. Kevin Donegan, früherer Kommandeur der US-5. Flotte, sagte, die Houthis nutzten längst globale Schwarzmarktstrukturen, um viele Teile selbst zu beschaffen. Kleinere Bauteile würden häufig über traditionelle Dhaus, kleinere arabische Segelschiffe, geschmuggelt oder vor der somalischen Küste von Schiff zu Schiff übergeben.

Und während im Jemen mit einfachen Werkzeugen an neuen Waffen gearbeitet wird, versuchen die einflussreichsten Männer der KI-Branche, genau die Regeln zu verhindern, die solche Risiken eindämmen könnten. Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Mittwoch, sprachen Meta-Chef Mark Zuckerberg, SpaceXAI-Chef Elon Musk und Nvidia-CEO Jensen Huang im vergangenen Monat einzeln mit Präsident Donald Trump und überzeugten ihn davon, einen Vorschlag für eine branchenfinanzierte KI-Aufsichtsbehörde zu blockieren. Die Idee für eine an die Finanzaufsicht FINRA angelehnte Institution stammte von Googles Chefwissenschaftler Demis Hassabis, der auch die KI-Einheit DeepMind leitet.

Der Widerstand der drei Unternehmer soll vor allem daher rühren, dass eine solche Behörde die Marktmacht der drei führenden amerikanischen KI-Labore OpenAI, Anthropic und DeepMind weiter festigen könnte. Regierungsmitarbeiter berichteten der Zeitung zufolge, ein gemeinsamer Rahmen für KI-Regulierung sei im Weißen Haus kaum durchsetzbar, weil kritische Unternehmer direkt bei Trump anrufen könnten, sobald ihnen ein Vorschlag nicht gefalle.

Ausbruch aus Sandboxen, bestätigte Angriffe auf Unternehmen: Trump nennt KI-Ängste einen Hoax

Wie direkt dieser Einfluss ausfällt, zeigte sich am Montag auf ungewöhnliche Weise. Während Huang bei der All-In Summit-Konferenz in Los Angeles auf der Bühne über Künstliche Intelligenz sprach, wurde er von einem Telefonanruf unterbrochen. Am anderen Ende: US-Präsident Donald Trump. „Das ist ein Hoax“, sagte Trump während des rund fünfminütigen Gesprächs, das Huang auf Lautsprecher stellte. „Die Roboter werden nicht die Weltherrschaft übernehmen. Das wird nicht passieren.“ Wer vor einer Regulierung warne, spiele nur „denjenigen in die Hände, die das nicht wollen, das könnten politische Kräfte sein, aber auch China“, so Trump weiter.

Der Anruf folgte auf einen Essay von Anthropic-Chef Dario Amodei, der am Wochenende zuvor für ein bewusstes Verlangsamen der KI-Entwicklung plädiert hatte. Führungskräfte von OpenAI, SpaceX und Google DeepMind unterstützten seine Sorgen teilweisec.. Nvidia-Chef Huang selbst hält von den Warnungen wenig. „Whistleblowing ist in Ordnung, die wissenschaftliche Vorhersage über die Zukunft ist weniger in Ordnung, weil sie offensichtlich nicht wissenschaftlich begründet ist“, sagte er. „Pausieren, das Tempo drosseln, das sind alles freiwillige Dinge, die sie tun könnten, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Unternehmen außer Kontrolle ist“, so Huang wörtlich.

Drosselung der KI-Entwicklung: Zwischen Warnrufen und Marktargumenten

Auch bei einer Konferenz des Softwarekonzerns Salesforce bezeichnete Huang am selben Tag die Wahl zwischen Sicherheit und Tempo als „falsche“ Frage. „Man kann durchaus beides gleichzeitig haben“, sagte er und ergänzte, neue Gesetze oder Regulierungen brauche es dafür nicht. Mark Zuckerberg argumentierte auf X, Unternehmen hätten schon einen „starken natürlichen Anreiz“, ihre KI an Sicherheit auszurichten, weil niemand KI-Systeme nutzen werde, die sich „nicht an das halten, was man von ihnen verlangt“. Musk positionierte sich widersprüchlich. Zwar verspottete er warnende Beiträge des ehemaligen Anthropic-Forschers Jacob Coxon als möglichen „Psy-Op“, stimmte aber gleichzeitig Amodeis Forderung nach gedrosseltem Tempo öffentlich zu.

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