Wieder Muheim kurz vor Schluss - HSV besiegt den VfB Stuttgart
Stand: 17.10.2026 18:00 Uhr
Dritter Sieg in Folge für den HSV: Durch ein Traumtor von Miro Muheim in der 88. Minute schlugen die Hamburger den VfB Stuttgart am Samstag mit 1:0 (0:0).
von Sebastian Ragoß
Was für ein Jubel im Hamburger Volksparkstadion. Der HSV stand gegen den VfB Stuttgart nur noch hinten drin und wollte das 0:0 über die Zeit bringen, als Muheim aus knapp 25 Metern zum Schuss kam und den Ball unhaltbar ins Tor knallte. Wie schon vor einer Woche beim 3:2 in Hoffenheim war der Schweizer Hamburgs Matchwinner.
"Das ist geil, wie ich den treffe. Ich bin unglaublich erleichtert", sagte Muheim im NDR Interview.
Damit endete eine Woche, die mit dem Verletzungsschock um Kapitän Nicolai Remberg begonnen hatte, mit dem nächsten emotionalen Last-Minute-Sieg und dem dritten Bundesliga-Erfolg in Serie.
Polzin muss Mittelfeld umbauen
Rembergs Ausfall sowie die kurzfristige Verletzung von Sambi Lokonga zwangen HSV-Trainer Merlin Polzin zu Umbauarbeiten in der Mittelfeldzentrale: Muheim und Bilal Nadir bildeten das neue Duo.
Taktisch wählte Polzin zunächst die Variante "Beton": Die Hamburger standen mit allen Spielern in der eigenen Hälfte und waren vor allem aufs Verhindern aus. Wenn sie mal den Ball hatten, wurde er meistens mit viel Hoffnung nach vorne geschlagen.
Immerhin verbuchte der HSV nach einem Stuttgarter Fehler durch Fabio Vieira den ersten Torabschluss der Partie (5.).
Richtig gefährlich hätte es auf der anderen Seite werden müssen. Sowohl Deniz Undav (9.) als auch Ermedin Demirovic (15.) kamen zentral per Kopf zum Abschluss, vergaben aber jeweils recht kläglich. Zu Uwe-Seeler-Zeiten hätte es geheißen: ab ans Kopfball-Pendel!
Viel Leerlauf, dann Undav an den Pfosten
Einen unwiderstehlichen Sturmlauf der Schwaben sahen die 57.000 Zuschauer aber mitnichten. Das Tempo war recht niedrig, zündende Idee fehlten dem VfB ebenfalls. So lockerte der HSV ein wenig seine sture Defensiv-Taktik und hatte durch Vieira eine gute Gelegenheit, die Stuttgarts Keeper Dennis Seimen entschärfte (26.).
Als die Partie auf dem Weg dahin war, Richtung Halbzeitpause zu dümpeln, war plötzlich Undav wieder zur Stelle. Sein Schuss aus zwölf Metern klatschte an den Pfosten (38.) - das Highlight der insgesamt schwachen ersten Hälfte.
Furioser Start in die zweite Hälte
Aber es gab ja noch eine zweite, die mit einer guten Chance für Yussuf Poulsen begann: Der Hamburger Stürmer kam zum Kopfball, der Winkel war jedoch zu spitz, sodass der Ball an den Außenpfosten prallte (48.).
Und das war ein Signal für beide Teams, die nun deutlich das Tempo anzogen. Auf der Gegenseite hatte wieder Demirovic die große Kopfballchance. Wieder brachte er den Ball nicht aufs Tor (53.) - siehe: Kopfball-Pendel.
Es ging nun hin und her. Direkt im Gegenzug prüfte Poulsen die Standfestigkeit des Tores, als er den Ball mit Karacho an die Latte donnerte. Pech für den HSV, der nun ebenbürtig war. Aber bei den gefährlichen Stuttgarter Standards auf der Hut sein musste. Undav brachte den Ball technisch anspruchsvoll aufs Tor, Daniel Heuer Fernandes parierte (58.).
Muheim aus dem Nichts
Der VfB übernahm Stück für Stück wieder die Kontrolle, agierte aber häufig zu kompliziert. Die Hamburger schafften es immer wieder, einen Fuß dazwischen zu bekommen und weitere gefährliche Abschlüsse der Gäste zu verhindern.
Und dann kam die 88. Minute. Zakaria El Ouahdi setzte sich auf der rechten Seite durch, Stuttgart verteidigte zu luftig, ließ Muheim zu viel Platz - und der Linksfuß drosch den Ball in die Maschen.