DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Wiederverwendbare Raketen: Chinas Signal an SpaceX - ein neuer Wettlauf?

Wirtschaft

Die Bergung der zurückgekehrten ersten Stufe der Trägerrakete „Langer Marsch 10B“. Foto: Xing Guangli/XinHua/dpa Recyclebare Raketenstufe: Was Chinas Raketenfänger für SpaceX bedeutet Mit einem Stahlkäfig auf dem Meer hat China eine wiederverwendbare Raketenstufe eingefangen. Im Westen schwanken die Reaktionen zwischen Anerkennung und Sorge. DieDie Bilder sind überall zu sehen. In chinesischen Nachrichtensendungen, auf Onlineportalen und in den sozialen Medien. Immer wieder wird der Moment geteilt, in dem die Rakete aus dem Himmel zurückkehrt. Der Stolz darüber, dass China nun auch diese Technik beherrscht, ist kaum zu übersehen. Über dem Südchinesischen Meer erscheint zunächst nur ein Lichtpunkt, der rasch größer wird. Es ist die erste Stufe einer Rakete vom Typ „Langer Marsch 10B“. Mit dem Triebwerk voran sinkt sie senkrecht auf die schwimmende Plattform „Linghangzhe“ zu. Auf ihrem Deck erhebt sich ein riesiger stählerner Käfig. Am oberen Ende des Stahlgerüsts sind die Fangseile in Form eines Doppelkreuzes gespannt. Kurz vor dem Ziel fahren an der Rakete vier Haken aus. Während sie langsam herabsinkt, greifen die Haken in das Seilsystem. Dieses kann sich verschieben, kleinere Abweichungen beim Anflug ausgleichen und die verbleibende Bewegungsenergie abfedern. Das Triebwerk schaltet ab und die Raketenstufe ist gesichert. Aktien Drei Raumfahrt-Perlen haben mehr Potenzial als SpaceX Die Rally nach dem Börsengang hat die Bewertung von SpaceX in die Höhe geschickt. Einige Zulieferer der Raumfahrtindustrie sind günstiger – und für Anleger besonders attraktiv. von Martin Gerth Zum ersten Mal hat China am 10. Juli eine Rakete aus dem All zurückgeholt und eingefangen. Nach Angaben der Entwickler war es zugleich weltweit der erste erfolgreiche Einsatz eines solchen Fangsystems auf See. In China ist die Freude groß. Im Westen dürfte dagegen so mancher insgeheim denken: Schon wieder die Chinesen. Erst Elektroautos, dann KI und nun auch noch ein Durchbruch bei wiederverwendbaren Raketen. Chinas Fangsystem ist mehr als ein Showeffekt Die staatliche Raumfahrtgesellschaft sprach von einem „historischen Durchbruch“. Auch Peter Fintl, Technologieexperte bei Capgemini, sieht darin eine Zäsur. China trete mit der Demonstration in einen „sehr exklusiven Klub“ neben die US‑Unternehmen SpaceX und Blue Origin ein. Das „Space-Race“, der Wettlauf um die technologische Führung im All, gehe damit in eine neue Runde. In diesem Klub bleibt SpaceX allerdings mit großem Abstand das führende Mitglied. Das Unternehmen von Elon Musk landete im Dezember 2015, vor mehr als zehn Jahren also, erstmals eine Falcon-9-Stufe nach einem Orbitalstart. Im März 2017 setzte SpaceX erstmals eine bereits geflogene Stufe erneut ein. Inzwischen stehen mehr als 600 erfolgreiche Landungen zu Buche Die Landung der ersten Stufe einer Falcon-9-Trägerrakete im Jahr 2017. Foto: Spacex/dpa Einzelne Booster flogen bis zu 36 Mal. Die Falcon 9 startet rund 150 Mal im Jahr. Bei der Entwicklung neuer Trägersysteme konzentriert sich SpaceX inzwischen vor allem auf das wesentlich größere Starship. Dessen erste Stufe, der Super-Heavy-Booster, wird nicht auf Landebeinen abgesetzt, sondern von zwei riesigen Greifarmen am Startturm aus der Luft gefangen. Sie werden „Chopsticks“ genannt. Das ist SpaceX bereits mehrfach gelungen. SpaceX bleibt im Vorteil In englischsprachigen Raumfahrtforen setzte deshalb schnell der Spott ein. „China, willkommen im Jahr 2015“, schrieb ein Nutzer. Die Reaktion ist angesichts des Vorsprungs von SpaceX verständlich. Sie übersieht aber eine Stärke, die Chinas Industrie bereits in anderen Branchen gezeigt hat: Sobald eine Technologie grundsätzlich beherrscht wird, kann das Land Produktion und Kapazitäten mit großem Tempo ausbauen. Bei Solarmodulen und Batterien machte eine Mischung aus staatlicher Förderung, Wettbewerb, Serienfertigung und sinkenden Kosten aus Nachzüglern binnen weniger Jahre Weltmarktführer. SpaceX Auf den Hype folgt der Absturz – das sind die Gründe für die harte Landung Nach einem fulminanten Börsengang sackt die SpaceX-Aktie deutlich ab. Zwischenzeitlich fiel sie sogar unter den Ausgabepreis. Wie geht es jetzt weiter? von Philipp Frohn Trotzdem bleibt die wichtigste Einschränkung bestehen. China besitzt nun eine geborgene Raketenstufe, die noch kein zweites Mal geflogen ist. „Geborgen ist nicht wiederverwendet“, sagt Fintl. Erst wenn dieselbe Stufe erneut ins All fliege, werde aus einem technischen Meilenstein ein mögliches Geschäftsmodell. Ein solcher Wiederflug ist noch für dieses Jahr angekündigt. Entscheidend wird sein, wie viele Bauteile vorher ausgetauscht werden müssen, wie lange die Inspektion dauert und was die Vorbereitung kostet. Auch der Aufwand auf See gehört in diese Rechnung. An der ersten Bergungsmission waren insgesamt acht Schiffe beteiligt. Dazu zählten die eigentliche Fangplattform und ein Schlepper, der sie in das vorgesehene Seegebiet brachte. Auf einem separaten Kommandoschiff saßen Fachleute für Steuerung, Elektrik und Kommunikation. Zwei Versorgungsschiffe transportierten Personal und Material. Drei weitere Schiffe sicherten das Gebiet ab. Der große Aufwand dürfte auch damit zusammenhängen, dass es sich um die erste Mission dieser Art handelte. Ob er sich bei späteren Routineeinsätzen stark reduzieren lässt, muss sich aber erst zeigen. Vier Fanghaken statt ausklappbarer Beine Der Unterschied zu SpaceX beginnt bei der Konstruktion. Die Falcon 9 setzt nach dem Rückflug auf ausklappbaren Beinen auf einer Betonfläche oder einem unbemannten Schiff auf. Chinas Rakete verzichtet auf diese schweren Landebeine und bringt stattdessen die vier Fanghaken mit. Dadurch soll sie leichter werden und mehr Nutzlast ins All transportieren können. Die Fangseile können zudem verschoben werden und so kleinere Abweichungen beim Anflug ausgleichen. Die Entwickler präsentieren das Verfahren deshalb als gewichtssparende Lösung, die langfristig auch die Startkosten senken soll. Bewiesen ist dieser Kostenvorteil noch nicht. 100 Jahre WiWo WirtschaftsWoche lädt zum „Tag des Satellitenjournalismus“ Mit Bildern aus dem All berichtet die WirtschaftsWoche über wirtschaftliche Zusammenhänge. Jetzt schafft die Redaktion ein Forum für diese Form des Journalismus. Der Erfolg kam nicht aus dem Nichts. China arbeitet seit fast einem Jahrzehnt an senkrecht startenden und landenden Raketen. Zwei Bergungsversuche waren Ende 2025 noch in der entscheidenden letzten Phase gescheitert. Im neuen Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 werden wiederverwendbare Träger ausdrücklich als Staatsziel genannt. Raketen und Satelliten sollen stärker in Serie produziert und Starts häufiger angeboten werden. Die Langer Marsch 10B ist für kommerzielle Einsätze gedacht, erprobt aber zugleich Technologien aus jener Raketenfamilie, die China für bemannte Mondmissionen entwickelt. Zugleich veranstaltet Peking ein internes Wettrennen. Neben den staatlichen Langer-Marsch-Programmen arbeiten mehrere private oder staatsnahe Unternehmen an eigenen Lösungen. Am sichtbarsten ist LandSpace mit seiner großen Methanrakete Zhuque-3. Bei deren Erstflug im Dezember gelang zwar der Flug ins All, nicht aber die geplante Bergung der ersten Stufe. Auch Space Pioneer, Galactic Energy, Deep Blue Aerospace und CAS Space entwickeln neue Träger. „Der chinesische Markt ist derzeit noch fragmentiert“, sagt Matthias Feix, Partner bei der Unternehmensberatung Argon & Co. Es gebe mehrere ernsthafte Kandidaten, aber noch keinen mit SpaceX vergleichbaren Marktführer. Entscheidend werde nicht sein, wer zuerst einen spektakulären Test zeige, sondern wer eine Rakete zuverlässig, regelmäßig und wirtschaftlich betreiben könne. Günstige Raketen sind für Chinas Satellitennetze entscheidend Warum China so viele Unternehmen gleichzeitig ins Rennen schickt, zeigt der Blick auf die geplante Fracht. Die Raketen sind nur das Transportmittel für ein viel größeres Projekt. Mit Guowang und Qianfan baut China eigene Satellitennetze im niedrigen Erdorbit auf. Qianfan ist auch unter dem Namen „Thousand Sails“ bekannt. Die Netze sollen Kommunikationsdienste anbieten und langfristig mit Starlink konkurrieren. Sie bestehen aus Tausenden Satelliten, die laufend ergänzt und ersetzt werden müssen. Ohne günstige und häufige Starts lassen sie sich kaum aufbauen. Genau darin liegt der eigentliche Vorsprung von SpaceX. Das Unternehmen beherrscht nicht nur die Landung einer Raketenstufe. Es verfügt über eingespielte Startplätze, eine Serienfertigung und schnelle Wartungsabläufe. Mit Starlink hat es zudem einen eigenen Großkunden, der für eine ständige Nachfrage nach Starts sorgt. China muss ein solches Gesamtsystem erst aufbauen. Das Fangschiff ist dabei nur ein Baustein. Trotzdem ist die Bergung im stählernen Fanggerüst weit mehr als ein Propagandaerfolg. Sie zeigt, dass China bei der kontrollierten Rückkehr und Bergung eine zentrale technische Hürde genommen hat. Legen Sie die WiWo als Ihre wichtige Nachrichtenquelle fest. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick

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