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Wiesnwirte überflügeln die Inflation

Nation

Dieser Ausdruck wurde am 16.09.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.

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400 Prozent Anstieg beim Bierpreis seit 1985 Wiesnwirte überflügeln die Inflation

Die jährlich wiederkehrende Diskussion über hohe Bierpreise auf dem Münchner Oktoberfest ödet Zaungäste ziemlich an. Die Wiesnbesucher haben aber einen Punkt.

16.09.2026, 11.30 Uhr

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Die Maß Bier auf der Münchner Wiesn wird in diesem Jahr nur mäßig teurer – aber im Langfristvergleich seit 1985 ist der Preis auf das Fünffache gestiegen. Damit übersteigt die »Wiesnflation« die allgemeine Teuerungsrate in Deutschland um ein Mehrfaches. Das schreibt Andreas Rees, der Chefökonom der UniCredit in Deutschland, in der neuen Ausgabe eines Newsletters – aus gegebenem Anlass: Am Samstag wird der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bei der Eröffnung das erste Fass anzapfen.

Die Preise für eine Maß Bier auf der Wiesn – beziehungsweise der Ärger darüber – gehören in München zum Auftakt des Oktoberfests seit Jahrzehnten zum festen Ritual. In nackten Zahlen: Dieses Jahr kostet die Maß Bier im Schnitt 15,61 Euro, 2,4 Prozent teurer als im vergangenen Jahr. Damit ist die Bierpreisinflation auf der Wiesn in diesem Jahr niedriger als die allgemeine Teuerung, die voraussichtlich bei an die drei Prozent liegen wird. Quelle für die Wiesnbierpreise sind die Daten des Münchner Statistikamts.

Fünfmal so teuer wie 1982

Doch der Eindruck vieler Besucher, dass die Wiesnwirte ihre Preise im Laufe der Jahre immens erhöht haben, täuscht nicht: 1985 kostete die Maß – in Euro umgerechnet – im Schnitt nur 3,20 Euro, ein Fünftel des diesjährigen Preises. Das entspricht einer Inflationsrate von 400 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt sind seit 1985 jedoch nur um 120 Prozent gestiegen, wie Rees schreibt.

Der Ökonom wirft angesichts der mäßigen Preissteigerung in diesem Jahr die Frage auf, ob auch das Oktoberfest die Nachfragekurve entdeckt hat – also die volkswirtschaftliche Grundregel, dass hohe Preise mit niedrigerer Nachfrage einhergehen. Die »Wiesnflation» habe möglicherweise ihren Höhepunkt überschritten. »Würden wir die nächste Maß darauf wetten? Wahrscheinlich nicht«, schreibt Rees.

mik/dpa-AFX

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