Wildberries wird zur Kriegsfront
Startseite Politik Drohnen-Serie gegen Wildberries: Jetzt brennen auch Lager in St. Petersburg und auf der Krim Von: Christian Stör Uns auf Google folgen Kiew setzt bei seinen Gegenangriffen primär auf Drohnen. Wieder werden dabei Lager des Versandhändlers Wildberries zum Ziel. St. Petersburg – Kiew hat ein neues Feindbild: Wildberries. Russlands größter Online-Versandhändler steht im Ukraine-Krieg mittlerweile unter Dauerbeschuss. Auch bei ihren Drohnenangriffen in der Nacht zum 24. Juli haben die ukrainischen Streitkräfte erneut mehrere Logistikzentren von Wildberries ins Visier genommen. Betroffen waren dieses Mal Einrichtungen in St. Petersburg, im Gebiet Leningrad, in Twer sowie auf der russisch besetzten Krim. Laut der Zeitung The Kyiv Independent gerieten zwei Wildberries-Lager in St. Petersburg in Brand: eines im Logistikpark „Utkin Zawod“ im Dorf Nowossaratowka südlich der Stadt sowie ein weiteres im Bezirk Schuschary. Im gesamten Raum St. Petersburg waren große Rauchsäulen zu sehen. Verschiedene Telegram-Kanäle teilten Videos, die Explosionen in der Stadt zeigten. Die Menschen vor Ort erwähnten zudem fast handtellergroße Verbrennungsrückstände, die heruntergekommen seien. Angriffe im Ukraine-Krieg: Kiew nimmt erneut Wildberries ins Visier – Lager brennen Der Gouverneur des Leningrader Gebiets um die Millionenmetropole St. Petersburg, Alexander Drosdenko, bestätigte später den Angriff auf das Wildberries-Lager in Nowosaratowka und schrieb bei Telegram von 59 abgewehrten Drohnen. Auch Alexander Beglow, der Gouverneur von St. Petersburg, bestätigte den Drohnenangriff auf Telegram und sprach von einem Angriff auf nicht näher bezeichnete „zivile Infrastruktureinrichtungen an der Moskauer Chaussee“. St. Petersburg – rund 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und Heimatstadt von Präsident Wladimir Putin – wurde wegen der dort konzentrierten Luftabwehr während des Ukraine-Kriegs bisher nur selten angegriffen. In den vergangenen Monaten ist es der Ukraine jedoch zunehmend gelungen, mit weiterentwickelten Drohnen auch stark befestigte Städte wie Moskau und St. Petersburg zu treffen. Angriffe auf Wildberries auch auf der Krim und in Twer Bereits zuvor in der Nacht waren Video- und Fotoaufnahmen aufgetaucht, die einen Großbrand in einem Wildberries-Lager in Simferopol auf der besetzten Krim zeigten. Der Lagerkomplex dient als wichtiger Logistikknotenpunkt. Der Pressedienst von Wildberries bestätigte den Treffer, machte jedoch keine Angaben zu möglichen Schäden oder Betriebsstörungen. Später in der Nacht wurde laut Ukrainska Prawda auch aus der russischen Stadt Twer ein Angriff auf ein Wildberries-Logistikzentrum gemeldet. Das Ausmaß des Schadens war zunächst unklar. Wildberries-Gründerin Tatjana Kim teilte bei Telegram mit, dass in St. Petersburg, dem Umland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim drei Logistikzentren des Unternehmens angegriffen worden seien. Sie schrieb, dass es keine Verletzten gebe und ein Teil der Flächen und Waren gesichert werden konnte. Die Ukraine hatte bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Lager des größten russischen Online-Versandhändlers getroffen. Insgesamt sind Einrichtungen von Wildberries damit bereits am fünften Tag nacheinander Ziel ukrainischer Angriffe geworden. In der Nacht zum 23. Juli war ein Wildberries-Lager in Woronesch getroffen worden, am 22. Juli standen bereits zwei Wildberries-Lager in Krasnodar und in der Region Stawropol in Flammen. Fachleute schätzen den bislang durch die Angriffe verursachten wirtschaftlichen Schaden laut Kyiv Independent auf mindestens 100 Milliarden Rubel, umgerechnet etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Selenskyj betont Logistik-Schläge – Wildberries gerät unter Druck Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte bei Telegram, dass die Ukraine erneut Ziele in Russland angegriffen hat. Es sei wichtig, dass Operationen gegen die russische Logistik fortgesetzt würden, die die Armee mit Teilen für Drohnen, Navigationsausrüstung und Ausrüstung versorge.