Windows 11 Update: Kein Ton bei USB
Microsoft hat in der Dokumentation zum Notfall-Update KB5129195 zwei offene Fehler vermerkt, von denen einer auch Heim-PCs betrifft. Wer ein Headset oder DAC per USB an einem Windows-PC betreibt und seit dem September-Patchday keinen Ton mehr wiedergeben kann, muss den Fehler weiterhin nicht bei seinen Geräten suchen.
Am Totalausfall mit Code 10 hat sich seit dem 14. September nichts geändert; einen öffentlichen Workaround gibt es bis heute nicht.
Kein Ton unter Windows 11: Update repariert nur den Mehrkanal
Laut den Release Notes zu KB5129195 behebt das Out-of-Band-Update einen Teil des bekannten Audio-Problems: Geräte der USB Audio Class 1.0 ("UAC 1.0") funktionieren wieder in Stereo, verstummen aber weiterhin im 8-Kanal- oder 3D-Modus.
Den von Nutzern gemeldeten Umweg über den 2-Kanal-Modus braucht es damit nicht mehr. Die übrigen Symptome führt Microsoft unter den bekannten Problemen desselben Updates. Dazu zählen Geräte, die im Geräte-Manager mit der Meldung "Das Gerät kann nicht gestartet werden. (Code 10)" stehen bleiben, fehlende Tonausgabe sowie Lautstärkeregler, die auf null verharren oder nicht reagieren.
Im Release-Health-Dashboard trägt der Eintrag den Status "Mitigated", also entschärft. Dahinter steckt lediglich das Angebot an IT-Administratoren, über den Microsoft Support for Business eine sofortige Umgehung anfragen zu können. Für Privatnutzer bleibt die Entschärfung damit theoretischer Natur. Zuletzt aktualisierte Microsoft den Eintrag am 14. September um 10:57 Uhr pazifischer Zeit; bei unserem Abruf am 22. September war dieser Stand nach wie vor unverändert.
Windows Latest liegen Berichte über ausgefallene USB-Mikrofone vor, die Microsoft nicht gesondert aufführt.
Tonausfall: Microsoft erweitert die Liste betroffener Versionen
Microsofts Release-Health-Dashboard führt beim Tonausfall von USB-Audiogeräten inzwischen 14 betroffene Plattformen auf, von Windows 11 26H1 bis Windows Server 2012. Als Microsoft den Fehler am 11. September dokumentierte, standen dort nur drei Windows-11-Versionen ab 24H2; Windows Server war ausdrücklich ausgenommen. Diesen Stand gab auch unsere erste Meldung zu diesem Thema wieder.
Mittlerweile tragen die Notfall-Updates für ältere Systeme wie KB5129239 für Windows Server 2016 denselben Hinweis unter den bekannten Problemen.
Für die meisten Spieler zählen davon nur Windows 11 24H2 und 25H2. Windows 10 22H2 erhält das fehlerhafte September-Update ohnehin nur noch im ESU-Programm, die übrigen Einträge betreffen vor allem Firmen-, LTSC- und Server-Installationen.
Wann kommt der Audio-Fix für Windows 11?
Einen Termin für den vollständigen Audio-Fix unter Windows 11 nennt Microsoft nicht; der nächste reguläre Patchday fällt auf den 13. Oktober 2026. Windows Latest rechnet nicht mit einer Korrektur vor diesem Datum.
Dafür spricht die Chronologie: Die Release-Preview-Builds für das optionale Vorschau-Update zum Monatsende hat Microsoft am 10. September verteilt, einen Tag bevor der Audio-Fehler im Dashboard auftauchte.
Anfang 2025 gab es ein ähnliches Muster: Nach den Januar-Updates fielen USB-DACs mit Microsofts Audiotreiber für USB 1.0 aus, die Korrektur kam mit dem Februar-Patchday (KB5051987).
So prüfen man, ob sein USB-Audiogerät betroffen ist
Ob ein USB-Audiogerät unter die Class 1.0 fällt, verrät unter Windows der geladene Klassentreiber: usbaudio.sys steht für UAC 1.0, usbaudio2.sys für UAC 2.0. Um das zu überprüfen öffnet man im Geräte-Manager unter "Audio-, Video- und Gamecontroller" die Eigenschaften des Geräts und klicktt im Reiter "Treiber" auf "Treiberdetails". Taucht dort usbaudio2.sys auf, fällt das Gerät nicht unter Microsofts Fehlerbeschreibung.
UAC 1.0 arbeitet mit USB Full Speed und 12 Mbit/s, was für Stereo mit bis zu 24 Bit und 96 kHz reicht. Für die Verbreitung zählt vor allem, dass kein Herstellertreiber nötig ist; deshalb steckt der Standard weiterhin in einfachen USB-Headsets und Adaptern von USB-C auf den 3,5-mm-Klinken-Anschluss.
Auch manche Onboard-Lösungen hängen intern am USB-Bus, etwa Realteks ALC4080 und ALC4082 auf aktuellen Mainboards. Hier schafft derselbe Blick in die Treiberdetails Klarheit.
Bis zum Fix bleiben Betroffenen nur Umwege. Am einfachsten ist der Wechsel auf Bluetooth-Kopfhörer oder den analogen Ausgang des Mainboards. Wer den Fehler durch Deinstallation loswerden will, muss bis auf den Stand von August zurück.
Damit entfallen die Sicherheitskorrekturen des September-Patchdays, einschließlich der mit KB5129195 nachgebesserten Absicherung gegen die Rechteausweitung CVE-2026-62721 im User-Mode Power Service.
Mitmachen und kommentieren
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich schon auf Ihre Meinung in den Kommentaren zu unserer Meldung. Sollten Sie hingegen noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie PCGH auch gerne bei 🔈 YouTube oder 💬 WhatsApp und erhalten Sie Neuigkeiten zu CPUs, Grafikkarten, Speicher, Gaming, KI und Netzpolitik direkt in Ihrem Feed.