Windows herunterfahren? Warum der Schalter nicht das macht, was du erwartest
Für die meisten Windows-User:innen dürfte dieser Vorgang ganz selbstverständlich sein: Wenn der PC angeschaltet werden soll, drückst du auf den Power-Button auf dem Gehäuse des Laptops oder Desktop-Rechners. Und wenn du fertig bist und das Gerät wieder ausschalten willst, wählst du den Weg über das Betriebssystem selbst. Im Startmenü von Windows findet sich seit Jahrzehnten die Schaltfläche für „Herunterfahren“. Doch macht der Knopf nicht ganz das, was du erwartest.
Windows: Was passiert beim Herunterfahren?
Tatsächlich sorgt beim „Herunterfahren“ das Feature „Fast Startup“ dafür, dass nicht alle Komponenten von Windows komplett ausgeschaltet werden, wie Windows Latest berichtet. Durch die Funktion wird die Kernel-Session nicht komplett beendet, sondern in den tiefen Standby versetzt. Da „Fast Startup“ standardmäßig unter Windows aktiviert ist, dürfte das auf eine Vielzahl von Geräten zutreffen.
Der Kernel ist in Windows für die Brücke zwischen Software und Hardware zuständig. Er weist laufenden Anwendungen Prozessorzeit zu, steuert Aufgaben über mehrere CPU-Kerne hinweg und startet die Treiber für alle Hardware-Komponenten, wenn du deinen Windows-PC anschaltest. Über das Herunterfahren mit „Fast Startup“ erstellt Windows eine Datei namens „hiberfil.sys“, die auf der Festplatte abgelegt wird. Darin ist ein Abbild des letzten Zustands des Kernels und der geladenen Treiber zu finden.
Wird Windows nach dem Herunterfahren erneut gestartet, greift das System auf diese Datei zurück, um Kernel und Treiber in ihrem letzten Zustand aufzurufen. Dadurch muss Windows nicht erst alles komplett neu laden und kann schneller starten. „Fast Startup“ existiert schon seit Windows 8, ist aber nur wenigen User:innen wirklich bekannt.
Wann das Windows-Feature zum Problem wird
So schön es ist, beim Start von Windows nicht ewig auf das Laden der Treiber warten zu müssen: „Fast Startup“ kann unter Umständen auch Probleme bereiten. Das ist dann der Fall, wenn sich zum Zeitpunkt, an dem du „Herunterfahren“ drückst, Fehler in den Kernel eingeschlichen haben. Gibt es Probleme mit Treibern und damit zwischen Soft- und Hardware, werden diese ebenfalls in der Fast-Startup-Datei gespeichert und beim nächsten Windows-Start wieder geladen.
In solchen Fällen ist es besser, Windows einen Neustart durchführen zu lassen. Hier greift „Fast Startup“ nicht und sämtliche Kernel-Aktivitäten samt Treibern werden neu geladen. Wer das Windows-Feature auch ohne Neustart umgehen will, muss auf einen Kommandozeilenbefehl zurückgreifen. Drücke die Windows-Taste auf deiner Tastatur und gib im Startmenü „cmd“ ein, um die Kommandozeile zu öffnen. Füge dort den Befehl „shutdown /s /t 0“ ein und drücke „Enter“. Allerdings rät Microsoft in einem Support-Dokument davon ab, „Fast Startup“ zu deaktivieren oder temporär außer Kraft zu setzen.