Windows NT ist Linux architektonisch überlegen
Eine ehemalige Microsoft-Reverse-Engineerin, die mittlerweile bei Google arbeitet, stellt eine gewagte These zu Windows NT und Linux auf. Laurie Kirk war vier Jahre lang für Microsoft tätig und betreibt den bekannten YouTube-Kanal LaurieWired. Jetzt hat sie sich auf der Plattform X und auf LinkedIn zur Architektur des Windows-NT-Kernels geäußert.
Nach Kirks Einschätzung wurde der NT-Kernel von Beginn an wie eine objektbasierte Sprache mit einem starken Sicherheitskonzept entworfen. Windows NT verwalte zentrale Systemressourcen wie Prozesse, Dateien, Hardware-Geräte, Registrierungsschlüssel und Zugriffstoken als eigenständige Objekte, die von einer zentralen Instanz (dem Object Manager) gesteuert werden. Dieses einheitliche System ermögliche es, Zugriffsrechte über eindeutige Zuweisungen, die sogenannten Handles, zu verwalten und zu protokollieren.
Linux hingegen wirke in diesem Bereich uneinheitlicher, da es laut Kirk verschiedene, erst im Laufe der Zeit gewachsene Schutzmechanismen kombinieren würde. Dazu zählen klassische Benutzer- und Gruppen-IDs, erweiterte Zugriffslisten, Namespaces und spezielle Sicherheitsmodule. Viele dieser Bausteine wurden erst nachträglich ergänzt.
Laurie Kirk entwirft daher die Vision einer alternativen Realität, in der Windows NT als Open-Source-Version gestaltet worden wäre. Unternehmen wie Amazon hätten dann einzelne Bausteine wie den Task-Planer anpassen können, ohne die grundlegende Sicherheit zu gefährden. Zwar gab es damals eine Shared-Source-Initiative mit Einblicken in den Quellcode, dieser war jedoch "mit beschränktem Quellzugang gemacht und daher zu einschränkend".
Weiterhin geht sie auf heutige autonome KI-Agenten ein, die eigenständig Befehle auf Betriebssystemebene ausführen. Kirk argumentiert, dass Linux dafür nicht ausgelegt sei. Hier würde eine zentrale Einschränkungsmechanik fehlen, über die sich exakt festlegen ließe, welche Aktionen ein KI-Agent ausführen darf. Der NT-Kernel biete dagegen klar typisierte Ressourcen und umfassende Prüfprotokolle, um ungewöhnliches Verhalten von KI-Systemen aufzuspüren. Oder wie Kirk sagt: „…wenn ein Agent durchdreht …“. Ihr Fazit:
„Wenn man 2026 einen OS-Kernel von Grund auf neu entwickeln würde, mit der Absicht, zukunftsorientiert zu sein, würde es nicht wie Linux aussehen. Ehrlich gesagt würde es wahrscheinlich viel näher an NT oder an einem BSD-Fork (gemeint ist das Unix-Derivat der Berkeley Software Distribution) sein…“ (Laurie Kirk, via LinkedIn, maschinell übersetzt)
Mitmachen und kommentieren
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.