WinUI-Umbau: Diese sechs Windows-11-Oberflächen sind als Nächstes dran
Microsoft will das Design von Windows 11 erneuern, indem es verstärkt auf das moderne WinUI-Framework setzt. Die Arbeiten konzentrieren sich derzeit auf verschiedene Bereiche der Benutzeroberfläche, die in den letzten Jahren teilweise stiefmütterlich behandelt worden sind, berichtet Windows Central. Dazu zählen etwa die Datei-Eigenschaften – also ein Bereich, den Microsoft seit mehr als zehn Jahren kaum angetastet hat. Es ist eine der Ecken des Betriebssystems, in der selbst der Darkmode noch nicht funktioniert. Nun soll diese Benutzeroberfläche mit dem nativen WinUI-Framework komplett neugeschrieben werden. Erste Hinweise darauf gab es bereits in den letzten Windows Insider Builds, in den Testversionen war das Upgrade aber noch auf den Papierkorb begrenzt. Vom Autoplay-Menü bis zum Kontextmenü Microsoft setzt noch an weiteren Punkten an. Windows Central bietet eine Übersicht der bekannten Punkte, die um neue Informationen ergänzt wird: Modernisiert werden soll das „Automatische-Wiedergabe“-Menü (Autoplay), das sich öffnet, wenn Nutzer etwa einen USB-Stick anschließen. Das stammt im Kern noch aus Windows-8-Zeiten und verfügt noch über Elemente der alten Metro-Designsprache. Es wird ebenfalls mit WinUI überarbeitet und unterstützt dann auch den Darkmode. Microsoft übersetzt auch die Druckerverwaltung in eine WinUI-Benutzeroberfläche. Damit setzt Microsoft laut Windows Central erstmals an einer MMC-Oberfläche an, die im Prinzip noch aus Windows-NT-Zeiten stammt. Das könnte für die Datenträger- und Computerverwaltung den Weg ebnen. Der Ausführen-Dialog erhält eine zeitgemäße Benutzeroberfläche, über die sich auch PowerToys-Funktionen aktivieren lassen. Testversionen lassen sich bereits in den Windows Insider Builds aktivieren, die Neuerungen sind optional. Speziell ist das Startmenü. Das will Microsoft laut den Informationen von Windows Central in WinUI neu schreiben, wovon man sich unter anderem schnellere Reaktionszeiten und weniger Ressourcenverbrauch verspricht. Am Design an sich soll sich aber nichts ändern. Das hat Microsoft ohnehin schon im Herbst 2025 umfassend geändert. Aktuell arbeitet der Konzern daran, dass Nutzer es in mehr Bereichen anpassen können. Wer die aktuelle Version im Windows Insider Program aktiviert, hat sogar die Möglichkeit, sämtliche Bereiche des Startmenüs zu deaktivieren. Das ist damit völlig leer. Optionen im Kontextmenü selbst auswählen Auf Microsofts Liste steht auch das Kontextmenü. Das ist seit langem eine Baustelle. Das Ziel ist, ein einheitlicheres und kompakteres Design zu entwickeln, das die Nutzer zudem besser anpassen können. Manche Maßnahmen wurden schon umgesetzt. Dazu zählt etwa, dass mehr Inhalte gruppiert werden. Künftig sollen Nutzer aber die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, welche Inhalte im Kontextmenü aufgelistet sind – und welche nicht. Anpassen lässt sich dann zudem die Reihenfolge. WinUI-Benutzeroberflächen mit effizienterem RAM-Management Microsoft arbeitet derzeit an diversen Bereichen von Windows 11. Ein modernes Design, das schneller und effizienter läuft, ist das Versprechen. WinUI ist dabei eine Hilfe, weil sich sämtliche Benutzeroberflächen einen System Compositor teilen, was Windows 11 beschleunigen und den RAM-Bedarf senken soll. Relevant ist dieser Aspekt auch für das Ziel, dass Windows 11 künftig mit 8 GB RAM vernünftig laufen soll. Das formulierte Microsofts Windows-Chef Pavan Davuluri, als er im Juli den Fahrplan für die Entwicklung bis zum Jahresende 2026 vorstellte. Legacy Code: Microsoft kämpft mit den Altlasten Im Fokus steht zudem noch der Legacy Code, also technische Altlasten, die man aus Kompatibilitätsgründen aber nicht so leicht entfernen kann. Details dazu schilderte Marcus Ash, bei Microsoft als Corporate Vice President für Design und Research im Bereich Windows and Devices zuständig, im Gespräch mit Windows Central. „Deshalb wird es bei Bereichen wie der Systemsteuerung heikel. Wenn ein Kunde einen Treiber hat oder etwas, das von dieser Legacy-Funktionalität abhängig ist, müssen wir schlicht aufpassen, dass wir das Kompatibilitätsversprechen nicht brechen“, sagte Ash. Entwickler müssen also behutsam vorgehen, um keine alten Tools oder Workflows zu zerstören, die auf Legacy-Prozesse angewiesen sind. Eine einheitliche Benutzeroberfläche zu schaffen, ist laut Ash ein kleinteiliger Prozess. Mit neuen Tools beschleunigen sich seinen Aussagen zufolge die Fortschritte aber. Als Fernziel beschreibt er den Registry Editor.