„Wir hätten Siggis Hütte sehr gerne weitergeführt“
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Ende einer Ära in Willingen: Kulthüttenwirt meldet sich zu Wort – und stellt einige Dinge anders dar
Von: Wilhelm Figge
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Nachdem in der vergangenen Woche das Aus für Siggis Hütte auf dem Ettelsberg bekannt wurde, äußern sich der Hüttenwirt und sein Sohn zur Sache.
Willingen – „Wir hätten Siggis Hütte sehr gerne weitergeführt“, erklärt Hüttenwirt Siggi von der Heide in einem Video, das er auf Facebook und Instagram geteilt hat. Die Darstellung, das Ende des Pachtvertrags mit der Ettelsberg-Seilbahn sei einvernehmlich, habe er so nicht erlebt – tatsächlich habe er erst im Zuge der Berichterstattung erfahren, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung vertiefen er und sein Sohn Jürgen, der Pächter der Hütte, ihre Sicht der Dinge.
Die Aussage, Grund für das Ende des Vertrags sei auch das Alter der Involvierten – Siggi ist 85 Jahre alt, Jürgen von der Heide wird 2028 selbst 65 – teilt Jürgen von der Heide nicht: „Wir hätten ja Nachfolger, eine dritte Generation würde weitermachen. Und ich fühle mich noch nicht als Rentner.“
Verhältnis zur Seilbahngesellschaft nicht immer einfach
In den sozialen Medien kündigte Siggi von der Heide den Abschluss der Zeit auf dem Berg schon für Ende 2027 an: Sie müssten vieles aus der Hütte entfernen, auch Dekorationen von sentimentalem Wert. „Ein halbes Leben zusammenzupacken, geht nicht innerhalb von zwei Wochen“, sagt Jürgen von der Heide.
In seinem Beitrag sprach Siggi von der Heide an, dass das Verhältnis zur Seilbahngesellschaft nicht immer einfach war. Er verwies auf einen Vorfall vor zwei Jahren, als die Hütte an einem Wochenende während der Seilbahn-Revision zum ersten Mal in 49 Jahren Betriebsferien gemacht habe, „was uns seitens der Ettelsberg-Seilbahn wegen der geringeren Ticket-Verkäufe sofort übel genommen wurde“.
49 Jahre Zusammenarbeit
Die Ettelsberg-Seilbahn möchte keine Angaben machen, hat aber im Nachgang zu Siggi von der Heides Video-Nachricht eine Pressemitteilung veröffentlicht. Die Botschaft nehme sie „mit großer Verwunderung zur Kenntnis“. Man sei glücklich und dankbar für die gemeinsame Arbeit auf dem Ettelsberg: „Aus diesem Grund verbietet es allein unser Respekt und unsere Wertschätzung für Siggi von der Heide und seine Familie, auf diese Thematik und die Videobotschaft im Detail weiter einzugehen oder sie gar zu kommentieren. Das liegt uns fern.“
49 Jahre enge Zusammenarbeit seien in der Praxis gelebt worden: „Dies wird unter anderem an der ungewöhnlichen, auf gegenseitigem Vertrauen basierenden Konstellation deutlich, dass zuerst Siggi und dann auch sein Sohn Jürgen von der Heide als Geschäftsführer der Ettelsberghütte ein Jahrzehnt lang dem Aufsichtsrat der Seilbahngesellschaft, seiner Verpächterin, angehörte.“
„In eben genau dieser Amtszeit wurde vor rund fünf Jahren die Zusammenarbeit der nächsten Jahre, sowie auch die Beendigung der Zusammenarbeit nach Ablauf des Vertrages gemeinsam mit Pächter Jürgen von der Heide besprochen und festgelegt“, teilt die Seilbahngesellschaft mit.
Neue Hütte ist geplant
Im Februar 2028 läuft der Pachtvertrag zwischen der Ettelsberg-Seilbahn und Familie von der Heide aus. Damit endet die Ära von Siggis Hütte. Im Willinger Bauausschuss hatte Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg-Seilbahn, vor einer Woche erklärt, dass die Hütte zunächst mit einem anderen Pächter weiterbetrieben werde. An anderer Stelle auf dem Ettelsberg soll eine neue Hütte mit verändertem Konzept entstehen, die, wenn alles gut läuft, 2028 fertiggestellt wird. Voraussichtlich 2029 soll der Rückbau der alten Holzhütte erfolgen.