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„Wir sehen bereits erste Erfolge“ - Ukrainische Raketen erhalten eine neue ausgeklügelte Eigenschaft

Technologie

Die Ukraine entwickelt Angriffsraketen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten sollen. Bislang nutzte das Land solche Technik vor allem in Drohnen und Bodenrobotern.

Nach Angaben der staatlich unterstützten Innovationsplattform Brave1 arbeiten mehrere ukrainische Firmen an solchen Systemen. Deren Chef Andrij Hryzenjuk sagte „Business Insider“: „KI kam zuerst in Drohnen zum Einsatz.“ Dort müsse sie „nicht besonders schnell“ sein, bei Raketen brauche es aber „viel schnellere“ Abläufe. Technische Einzelheiten nannte er nicht.

KI in ukrainischen Raketen: „Wir sehen bereits erste Erfolge“

Hryzenjuk sagte weiter, die Technik werde inzwischen „zunehmend auch in Raketensysteme integriert“. Die Entwicklung sei noch nicht so weit wie bei Drohnen. Dort gebe es bereits Hunderte Lösungen. „Wir sehen bereits erste Erfolge“, sagte er über den Einsatz von KI in Raketen. Viele Projekte seien im Gange.

Im Mai hatte Hryzenjuk bereits erklärt, mehr als 200 ukrainische Firmen entwickelten KI-basierte Komponenten für Raketen, Drohnen, Radare und andere Systeme. Kiew steckt seit längerem viel Geld in Marschflugkörper und ballistische Raketen. Diese Waffen setzt die Ukraine auch gegen militärische Einrichtungen und Energieanlagen auf russischem Gebiet ein.

Mychajlo Fedorow, kürzlich entlassener Verteidigungsminister und heute wichtige Antriebskraft für militärische Innovationen, sieht „kostengünstige Angriffsraketen und später Raketen mit KI“ als Priorität. Er hat gerade in Kiew einen Fonds gestartet, der Militär-Start-ups finanzieren soll.

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Mensch soll in der Entscheidung bleiben

Noch ist offen, wie weit die Projekte wirklich sind und welche Aufgaben die Software in den Raketen übernehmen soll. Nach Angaben von Brave1 verschwindet der Mensch nicht aus dem Prozess. Das gilt auch für andere ukrainische Systeme. Soldaten und Rüstungsfirmen hatten immer wieder erklärt, dass Drohnen nicht völlig allein handeln sollen.

Der Krieg ist in den vergangenen Monaten trotzdem deutlich automatisierter geworden, berichtet „Business Insider“. Drohnen beider Seiten überwachen große Teile der Front fast ununterbrochen. So entstehen breite Zonen, in denen schon kleine Bewegungen einen präzisen Angriff auslösen können.

Die Ukraine versucht deshalb, bei besonders gefährlichen Missionen öfter Maschinen statt Soldaten einzusetzen, etwa beim Abtransport von Verwundeten oder beim Transport von Material.

Russland soll schon weiter sein

Laut dem finnischen Fachportal „Tekniikka & Talous“ (T&T) gibt es ähnliche Technik auch auf russischer Seite. So untersuchte der ukrainische Militärgeheimdienst im August die Reste eines russischen Marschflugkörpers vom Typ S-71M. Dabei fanden die Ermittler KI-Hardware aus den USA. Der Flugkörper soll vom Tarnkappenjäger Su-57 eingesetzt werden.

Gefunden worden sei ein Rechenmodul vom Typ Nvidia Jetson Orin. Solche Bauteile übernehmen Aufgaben für maschinelles Sehen, Robotik und KI-Anwendungen. Die Sorge: Die Rakete könnte ihr Ziel selbst erkennen und autonom ansteuern.

Dasselbe Modul tauchte laut „T&T“ auch in den Trümmern einer Drohne auf, die im Juli bei einem Angriff auf Saporischschja eingesetzt worden sei. Bei der Explosion starben drei ukrainische Zivilisten. Eine Antenne für eine Datenverbindung fanden die Ermittler demnach nicht. Das würde bedeuten, dass keine laufende Steuerung durch einen Menschen nötig war.

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