„Wir werden jetzt angegriffen“ - Deutsche Geheimdienste warnen vor Russland
Berlin. Die Spitzen der deutschen Nachrichtendienste sehen in Russland die größte unmittelbare Bedrohung für die Bundesrepublik. „Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten“, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, am Montag in einer öffentlichen Anhörung im Bundestag.
Die im Herbst 2025 vorhergesagte Lageverschärfung sei „in vollem Umfang eingetreten“, sagte Jäger. „Die Konfrontation, in der wir mit Russland stehen, hat eine neue, gefährlichere Qualität.“
Als ein Beispiel nennt Jäger den Anschlagsversuch von Leipzig. Bei dem versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle am 4. August wurde eine mit Sprengstoff gefüllte Drohne neben einem ukrainischen Frachtflugzeug entdeckt. Die Bundesregierung machte am 1. September Russland für den Vorfall verantwortlich und ordnete die Schließung des letzten russischen Generalkonsulats sowie eines Kulturzentrums in Berlin an.
Auch Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen sieht eine klare Verbindung nach Moskau. „Die Spuren führen sehr klar nach Russland“, sagte er zu dem Anschlagsversuch. „Es sind kühl kalkulierte Destabilisierungsoperationen, die allein den imperialen Ambitionen des Kreml folgen.“