DAX +0,19 % 26.141,52 Pkt 17:12:13 MDAX +0,80 % 32.077,24 Pkt 17:12:17 Euro Stoxx 50 +0,61 % 6.461,31 Pkt 17:12:15 Dow Jones -0,59 % 53.150,04 Pkt 17:27:17 S&P 500 -0,41 % 7.676,19 Pkt 17:27:13 Nasdaq -0,62 % 26.166,57 Pkt 17:27:12 Nikkei -0,30 % 66.016,36 Pkt 08:45:03 Gold +3,06 % 4.654,40 USD 17:17:07 Silber +1,88 % 69,31 USD 17:17:14 Brent +0,27 % 94,03 USD 17:17:10 WTI -1,30 % 86,69 USD 17:17:16 Bitcoin +6,49 % 77.771,38 USD 17:27:15 EUR/USD +0,03 % 1,16780 USD 17:26:56 EUR/GBP -0,20 % 0,85660 GBP 17:27:17 EUR/CHF +0,53 % 0,93610 CHF 17:27:17 EUR/JPY +0,47 % 185,630 JPY 17:27:17

"Wird immer enger": Gasspeicher müssen bald zu 70 Prozent voll sein - doch es sieht schlecht aus

Nation

Weil Gas derzeit teuer ist, wird in Deutschland nur wenig eingespeichert. Zwar sind die Speicher immerhin zu 50 Prozent befüllt - und bis es richtig kalt wird, dauert es noch. Um die Vorgabe von mindestens 70 Prozent zu erreichen, braucht es aber große Anstrengungen. Beim Füllen der deutschen Gasspeicher läuft die Zeit davon. Das Ziel, bis Anfang November einen Füllstand von 70 bis 80 Prozent zu erreichen, wird nach Einschätzung der Energiewirtschaft zunehmend schwer erreichbar. "80 Prozent ist eine absolut hohe Zahl, wenn wir heute bei 50 Prozent sind. Das ist irgendwann physikalisch nicht mehr möglich", sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), im Deutschlandfunk. Die Gasspeicher-Füllstandvorgabe sei zwar auf 70 Prozent abgesenkt worden. Dennoch sei auch das eine enorme Herausforderung. Das Ziel sei zwar noch erreichbar - "aber es wird immer enger", führte Andreae aus. Als einen Grund für die schleppende Befüllung sieht Andreae einen gestörten Marktmechanismus. Normalerweise kauften Händler Gas im Sommer günstig ein und speicherten es für den teureren Winter ein. "Im Moment funktioniert dieser Mechanismus aber nicht, weil wir insbesondere durch den Krieg im Iran eine Preisentwicklung sehen, die diesen sogenannten Sommer-Winter-Spread nicht ermöglicht", erklärte Andreae. "Es wäre unwirtschaftlich im Moment, Gas vorzuhalten, einzuspeichern." Kein Unternehmen könne dauerhaft mit Verlust einkaufen. "Warnung vor schneller Panikmache" Trotz der angespannten Lage warnte die BDEW-Chefin vor Vergleichen mit der Gaskrise des Jahres 2022. Die Situation heute sei "weder bei der Mengenverfügbarkeit noch bei der Preisentwicklung" vergleichbar. Mit dem Aufbau der Flüssigerdgas-Terminals sei eine zweite Versorgungssäule entstanden, die damals noch nicht existiert habe. Die Gasversorgungskrise verschärfte sich nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Russland hatte Deutschland bis dahin mit großen Mengen Erdgas versorgt. Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt kein eigenes Flüssigerdgas-Terminal und war damit weitgehend auf Pipelinegas angewiesen. "Das heißt, die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren hinkt an dieser Stelle", meinte Andreae. Außerdem verwies Andreae darauf, dass bestelltes Gas geliefert werde und Haushaltskunden vertraglich abgesichert seien. Sie warnte ausdrücklich vor "einer zu schnellen Panikmache". Als falschen Weg bezeichnete Andreae staatliche Gaskäufe, wie sie die Bundesregierung 2022 vorgenommen hatte. Der Staat habe sich als Einkäufer betätigt und damit die Preise automatisch in die Höhe getrieben, sagte sie. Stattdessen plädiert die BDEW-Chefin dafür, Einspeicherung über Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Umlagen wirtschaftlich attraktiver zu machen. Ziel müsse es sein, dass Gas möglichst lange in den Speichern bleibe und der laufende Bedarf vorrangig unter anderem über Flüssigerdgas-Terminals gedeckt werde.

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