WM 2014: Uli Hoeneß kamen bei Schweinsteiger
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Schweinsteiger-Aktion brachte Uli Hoeneß im Gefängnis zum Weinen
Von: Adrian Rehling
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Uli Hoeneß wird auf großer Bühne für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Dabei spricht der Bayern-Patron über einen ganz besonderen Moment in seinem Leben.
Hamburg – Standing Ovation und ein beinahe zu Tränen gerührter Uli Hoeneß: Dieser Abend in Hamburg hatte so einiges parat, was als „außergewöhnlich“ tituliert werden kann. Der oftmals als „Patron des FC Bayern“ bezeichnete Hoeneß hat nach der Entgegennahme des „Legenden-Awards“ der Sport Bild über eines seiner nach eigener Aussage eindrücklichsten Erlebnisse in seinem Leben gesprochen.
Während die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien die ganze Nation begeisterte, saß der heutige Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters im Sommer 2014 eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ab. Gefängnis statt Maracana, Trübsal und Einsamkeit statt großer Freude und gemeinsamem Feiern. Doch im Moment des größten Glücks hatte sich damals Bastian Schweinsteiger an Hoeneß gewandt – und zwar live im TV.
Uli Hoeneß kamen bei Schweinsteiger-Interview nach WM-Triumph die Tränen
Nach dem WM-Triumph im Endspiel gegen Argentinien sagte Schweinsteiger, spätestens im Finale weltweit berühmt geworden durch seinen blutigen Cut unter dem Auge: „Ohne ihn wären wir alle nicht hier.“ Hoeneß über diese einprägenden Worte: „Das war einer meiner emotionalsten Momente, die ich erlebt habe“, erzählte der 74-Jährige bei der Ehrung in der Hamburger Fischauktionshalle.
Der Antrag, dass die Gefangenen das Spiel gegen Argentinien gemeinsam anschauen können, sei von der Gefängnisleitung abgelehnt worden. Daher habe er allein in seiner Zelle gelegen: „Dann sagt er so etwas. Ich habe geheult wie ein Schlosshund – und das könnte ich heute noch.“ Im Anschluss an diese Sätze gab es wieder riesigen Applaus von den zahlreichen Ehrengästen aus dem Sport.
Schon vor der Verleihung hatte der Weltmeister von 1974 den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp als „die beste Lösung, die wir in Deutschland haben können“ bezeichnet. Nach der Ehrung wies er auf einen seiner Ansicht nach Schwachpunkt im deutschen Fußball hin. „Wir leben in einem Land, wo es den meisten sehr gut geht“, sagte er. „Darin sehe ich die größte Gefahr auch für unseren Fußball.“
Wer aus Brasilien, Portugal oder Argentinien komme, der wolle sozial aufsteigen. „Wir müssen wieder lernen, hart zu arbeiten, wenn wir Erfolg haben wollen“, meinte Hoeneß weiter und zog eine Linie über den Fußball hinaus: „Das gilt nicht nur für die Fußballer, sondern für das ganze Land.“ Und auch dafür erhielt der 74-Jährige den Award für sein Lebenswerk – immer den Finger in die Wunde zu legen, statt vor Problemen davonzulaufen. (rele)