WM 2026: Argentinien zieht gegen Schweiz glanzlos ins Halbfinale ein
Alexis Mac Allister sorgte beim 3:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen die Schweiz im Viertelfinale in Kansas City für die frühe 1:0-Führung (10.) der Südamerikaner. Nach einer herrlichen Kombination erzielte Dan Ndoye den Ausgleich (67.). Kurz darauf flog Breel Embolo mit einer Gelb-Roten Karte wegen einer Schwalbe nach Videobeweis vom Platz (72.) - da halfen auch die heftigen Proteste der Eidgenossen nichts. In der Verlängerung sorgten schließlich Julián Alvarez mit einem Traumtor (112.) und Lautaro Martinez nach einem Konter (120.+1) für die Entscheidung. Lionel Messi war beim argentinischen Erfolg kein großer Faktor, gab aber den Assist zum spielentscheidenden Treffer. Die Super-Serie des 39-Jährigen, der in neun aufeinanderfolgen WM-Spielen getroffen hatte, riss aber. Die Schweiz tat sich lange schwer, Chancen herauszuspielen und schwächte sich mit dem unnötigen Platzverweis selbst. Durch die Niederlage verpassten die Schweiz ihr erstes WM-Halbfinale. "Wir hatten das Glück auf unserer Seite. Was wir erreicht haben, ist historisch - wir stehen im Halbfinale", sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni nach dem K.o.-Duell. "Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Aber es ist sehr schade, dass wir auf diese Art und Weise ausscheiden", meinte der Schweizer Trainer Murat Yakin. Johan Manzambi fehlt der Schweiz erneut Scaloni vertraute der Startelf, die sich im Achtelfinale zu einem 3:2 gegen Ägypten gemüht hatte. Yakin nahm gegenüber dem Spiel gegen Kolumbien (4:3 nach Elfmeterschießen) eine Änderung vor. Djibril Sow ersetzte Ardon Jashari im zentralen Mittelfeld. Johan Manzambi fehlte indes weiterhin. Der 20-jährige WM-Shootingstar vom SC Freiburg musste erneut aufgrund einer Knieprellung passen. Alexis Mac Allister bringt Argentinien in Führung Im 100. Spiel der WM 2026 ging Argentinien früh in die Führung. Lionel Messi schlug eine Ecke von links - wie meist - auf den kurzen Pfosten, wo sich der 1,76 Meter große Mac Allister am höchsten schraubte und den Ball ins lange Eck zur 1:0-Führung köpfte (10.). Eine einstudierte Variante, Sow hatte im direkten Duell mit dem argentinischen Mittelfeldspieler das Nachsehen. Für Vorlagengeber Messi der zehnte Scorerpunkt bei diesem Turnier (8 Treffer, 2 Vorlagen). Ein effizienter Start des Weltmeisters von 2022 - denn der Treffer von Mac Allister war die erste echte Torchance des Spiels. Zuvor waren beide Teams nur zu ungefährlichen Abschlüssen in der Anfangsphase gekommen. Zaghafte Angriffsversuche der Schweiz Der Treffer spielte Argentinien in die Karten. Die Südamerikaner standen tief, überließen der Schweiz in ungefährlichen Räumen den Ball und lauerten ihrerseits auf Konter nach Ballgewinnen. Und zwar fast ausschließlich, Eigeninitiative zeigten sie nur sporadisch. Die Eidgenossen taten sich äußerst schwer, ins finale Spieldrittel zu kommen, hatten aber durch Sows Distanzschuss immerhin mal einen Abschluss, der für den argentinischen Keeper Emiliano Martinez aber eine sichere Beute war (20.). Knapp zehn Minuten später wurde Embolo von Ndoye steil geschickt, doch Torhüter Martinez und Abwehrspieler Lisandro Martinez klärten in höchster Not (32.). Viel mehr offensive Höhepunkte gab es in den ersten 45 Minuten nicht, weil Argentinien wenig zuließ, die Schweiz nicht volles Risiko ging und dem Yakin-Team auch die Mittel fehlten. Nach Sows Abschluss in der 20. Minute folgte bis zum Halbzeitpfiff kein weiterer Torschuss. Der "xGoals"-Wert (erwartete Tore) zur Pause laute 0,20 zu 0,14 zugunsten der "Albiceleste" und sagte damit alles über die offensive Qualität des Spiels in den ersten 45 Minuten aus. Munterer Beginn der zweiten Hälfte Beide Teams präsentierten sich zu Beginn der zweiten Halbzeit aktiver. Messi steckte den Ball auf halbrechts auf Nahuel Molina durch. Der argentinische Rechtsverteidiger schoss vom Sechszehnereck knapp links am Schweizer Tor vorbei (49.). Knapp zehn Minuten später köpfte Embolo nach einer Linksflanke von Ricardo Rodriguez aus knapp fünf Metern aufs Tor der "Albiceleste", doch der Angreifer traf den Ball halb mit der Schulter, so dass Martinez nach einer Flugeinlage sicher zugreifen konnte (60.). Da wäre mehr drin gewesen. Dan Ndoye trifft zum Ausgleich Doch jetzt war die Schweiz im Spiel. Martinez musste sich bei einem Distanzschuss vom Schweizer Kapitän Granit Xhaka mächtig strecken (66.), eine Minute später fiel der mittlerweile verdiente Ausgleich. Nach einem starken Doppelpass mit Rodriguez war Ndoye auf der linken Seite durch und schloss aus spitzem Winkel überlegt an Martinez vorbei zum 1:1 ab (67.). Embolo fliegt nach VAR-Intervention vom Platz Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Schiedsrichter Joao Pinheiro aus Portugal zeigte in der 69. Minute Argentiniens Leandro Paredes nach einem vermeintlichen Foul an Embolo Gelb. Eine Fehlentscheidung, weil überhaupt kein Foul vorgelegen hatte und der Schweizer Stürmer offensichtlich einen Pfiff schinden wollte. Der VAR schaltete sich ein - Referee Pinheiro nahm schließlich die Gelbe Karte für Paredes zurück und stellte Embolo wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz (72.). Die erste Ampelkarte überhaupt bei der WM 2026. Für ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner eine korrekte Entscheidung, weil nicht der falsche Spieler bestraft werden soll, wenn überhaupt kein Foul vorgelegen hatte. Embolo verließ schließlich unter Tränen verließ den Platz, während Xhaka und Co. heftig gegen die Entscheidung protestierten. Im Anschluss beruhigte sich das Spiel wieder. Die Schweiz verteidigte nun tief, während Argentinien den Ball zirkulieren ließ, um im richtigen Moment zuzuschlagen. In der 89. Minute wäre es fast soweit gewesen. Mac Allister köpfte nach starker Vorarbeit von Nico Gonzalez übers Schweizer Tor. Die Schweiz rettet sich in die Verlängerung Messi schoss wenig später mit seinem schwächeren rechten Fuß knapp rechts am Kasten der Schweiz vorbei (90.+2). Die Eidgenossen standen mit der Schlussphase mit zehn Mann im eigenen Strafraum und versuchten, sich in die Verlängerung zu retten. Kobel rettete noch einmal stark gegen einen Seitfallzieher von Lisandro Martinez (90.+9), dann ging es in die "Overtime". In der Verlängerung probierte es Argentinien mit Fernschüssen, die aber ungefährlich blieben. Anders der Versuch aus 16 Metern des eingewechselten Thiago Almada, der knapp links am Schweizer Tor vorbeiging und das Außennetz noch streifte (96.). Auf Schweizer Seite sorgte Xhaka mit einem Distanzschuss, der drüber ging, mal wieder für ein offensives Lebenszeichen (99.). In der zweiten Hälfte der Verlängerung dauerte es bis zur 112. Minute, ehe Messi mit einem Distanzschuss aus 16 Metern an Kobel scheiterte. Die Schweiz konnte die Situation aber nicht klären - und Alvarez traf mit einem Schlenzer von der Strafraumkante zum 2:1 für Argentinien (112.). Ein echtes Traumtor des Angreifers von Atletico Madrid. Wenig später traf Lautaro Martinez nach einem Konter zum 3:1 und machte den Deckel drauf (120.+1). Ausblick