WM 2026: Auch Justin Bieber bei Halbzeitshow im WM-Finale dabei
Sabrina Frangos Das war die WM-Nacht: Weißes Haus mit Kritik, Saibari fehlt Nach dem Skandal um die Rote Karte für einen US-Nationalspieler bei der Weltmeisterschaft hat der FIFA-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, Zweifel an der Seriosität des Schiedsrichters geäußert. Er finde es „höchst verdächtig“, dass gegen den Brasilianer Raphael Claus im Jahr 2024 bereits wegen falscher Roter Karten und Spielmanipulation ermittelt worden sei, zitierte der „Guardian“ den WM-Beauftragten. Claus hatte den US-Stürmer Folarin Balogun beim 2:0-Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina mit Rot vom Platz gestellt, damit wäre er für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt gewesen. Die FIFA setzte die Sperre aber überraschend zur Bewährung aus, nachdem US-Präsident Donald Trump eigenen Angaben zufolge mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung der Sperre gebeten hatte, was einen Kritiksturm auslöste. Das Spiel gegen Belgien verloren die USA mit Balogun schließlich mit 1:4. Auf den Einwand eines Reporters, Claus sei bei den einstigen Ermittlungen in Brasilien nur als Zeuge geladen gewesen und nicht selbst beschuldigt worden, sagte Giuliani: „Ihm wurden keine Vergehen vorgeworfen - das ist uns klar.“ Trotzdem sei die Situation mit den Ermittlungen von damals vergleichbar, behauptete er. Bayern-Neuzugang Saibari verpasst WM-Viertelfinale Marokko muss das Viertelfinale der Fußball-WM ohne den künftigen Bayern-Profi Ismael Saibari bestreiten. „Abgesehen von Saibari stehen alle zur Verfügung“, sagte Trainer Mohamed Ouahbi vor der heutigen Partie gegen Frankreich (22.00 Uhr/MagentaTV) in Foxborough. Für den angeschlagenen Offensivmann komme das Spiel noch zu früh. Er hoffe aber, dass Saibari nicht für den Rest des Turniers ausfalle, erklärte Ouahbi. Saibari war beim 3:0 der Marokkaner im Achtelfinale gegen Mitgastgeber Kanada früh angeschlagen ausgewechselt worden. Medien berichteten zuletzt, dass der 25-Jährige nur eine leichte Muskelzerrung erlitten habe und auf ein schnelles Comeback hoffe. Saibari hat bei dieser WM bereits drei Tore erzielt und wird zur neuen Saison von der PSV Eindhoven zum FC Bayern München wechseln. Mexikos WM-Jungstar bekommt Schulzeugnis Vom Fußballfeld des Aztekenstadions zur Abschlussfeier in der Schule: Wenige Tage nach Mexikos WM-Niederlage im Achtelfinale hat der 17 Jahre alte mexikanische Nationalspieler Gilberto Mora sein Abschlusszeugnis an einer deutsch-mexikanischen Schule erhalten, wie mexikanische Medien berichten. Der jüngste Spieler der WM wurde bei der Zeremonie an der Deutschen Schule Cuauhtémoc Hank in der nordwestlichen Stadt Tijuana an der Grenze zu den USA von seinen Mitschülern mit großem Beifall gefeiert, wie ein Video zeigt. Belgiens Torwart erinnert vor Spanien-Duell an WM 2018 Belgiens Nationalelf geht mit Selbstbewusstsein ins Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft gegen den großen Favoriten Spanien. Zwei Tage vor dem Duell in Los Angeles erinnerte Torwart Thibaut Courtois an den unerwarteten Sieg vor acht Jahren gegen Brasilien, als ein 2:1 im WM-Viertelfinale den ersten Einzug ins Halbfinale nach 32 Jahren ermöglichte. „Die waren favorisiert und vielleicht hatten sie individuell mehr Qualität“, sagte der Keeper von Real Madrid über Parallelen zum nächsten Spiel. „Aber ich habe das Gefühl, wir sind jetzt ein großartiges Team, und wir kämpfen.“ Courtois erinnerte auch an das knappe Weiterkommen gegen Senegal im Sechzehntelfinale vergangene Woche, als Belgien einen 0:2-Rückstand noch drehte. „Das hat unsere Fähigkeiten gezeigt, bis zum Ende an uns zu glauben, und das ist eine Stärke bei einer Weltmeisterschaft. Das Wichtigste ist, Spiele zu gewinnen. Es ist schön, wenn man auch gut spielt, aber das Wichtigste ist zu gewinnen und das haben wir getan“, sagte er. Spanien hat als einziges Team bei der WM noch kein Gegentor kassiert. Sarah Sendner Auch Justin Bieber bei Halbzeitshow im WM-Finale dabei Noch mehr Stars für den großen Schlusspunkt: Bei der Halbzeitshow im Endspiel der Fußball-WM am 19. Juli wird auch der kanadische Popstar Justin Bieber (32) erwartet. Zudem soll während der elfminütigen Show auch der nigerianische Musiker Burna Boy gemeinsam mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor auftreten, teilte die Hilfsbewegung Global Citizen mit. Global Citizen produziert die Show gemeinsam mit dem Fußballweltverband FIFA und will damit auch Geld für die Unterstützung der Bildung von Kindern weltweit sammeln. Marc Renner Dalic hört als kroatischer Nationaltrainer auf Zlatko Dalic tritt nach neun Jahren als Trainer der kroatischen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Das gab der kroatische Fußball-Verband wenige Tage nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der WM in den USA, Mexiko und Kanada in einer Mitteilung bekannt. Trainer, vielen Dank für alles – die Siege, die Erfolge, die Qualifikationen, die Medaillen, den Zusammenhalt, den Respekt und Ihr unerschütterliches Engagement, für Kroatien zu kämpfen, sowohl auf als auch abseits des Spielfelds. Mitteilung des Fußballverbands von Kroatien Zlatko Dalic: Abschied von der kroatischen Nationalmannschaft. Reuters Dalic hatte den kroatischen Fußball in seiner Amtszeit zur erfolgreichsten Ära seiner Geschichte geführt. 2018 erreichten die Kroaten unter Dalic das WM-Finale in Russland und verloren dieses mit 2:4 gegen Frankreich. Vier Jahre später in Katar wurde Kroatien WM-Dritter, im Spiel um Platz drei besiegte das Team von Dalic Marokko mit 2:1. 2023 verloren Dalic und Kroatien das Finale der Nations League im Elfmeterschießen gegen Spanien. Bei der aktuellen WM war Kroatien im Sechzehntelfinale gegen Portugal ausgeschieden. Medienberichten zufolge hatte Dalic bereits vor der WM ein millionenschweres Angebot aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten. Als mögliche Nachfolger werden Ivica Olic und Slaven Bilic gehandelt. Marc Renner Argentinischer Schiedsrichter für Frankreich-Spiel? „Nicht paranoid werden“ Dass ein argentinischer Schiedsrichter das WM-Viertelfinale von Turnierfavorit Frankreich gegen Marokko pfeift, wird im Lager der Mannschaft von Didier Deschamps entspannt gesehen. „Ich konzentriere mich nicht darauf, wer der Schiedsrichter ist. Das haben wir noch nie gemacht. Wir konzentrieren uns auf Marokko und wollen das Spiel gewinnen“, sagte Bayern Münchens Starverteidiger Dayot Upamecano laut eines Berichts der Sportzeitung „L'Equipe“ vor dem Duell am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV). Der Fußball-Weltverband Fifa hat für das erste Viertelfinal-Spiel dieser WM den argentinischen Referee Facundo Tello angesetzt, was in den französischen Medien mit ein wenig Verwunderung aufgenommen wurde. Zwischen Frankreich und Argentinien herrscht eine große Rivalität. 2022 gewann Argentinien das WM-Finale gegen die „Équipe Tricolore“ im Elfmeterschießen, vier Jahre zuvor hatte Frankreich die Südamerikaner auf dem Weg zum Titel in einem denkwürdigen Achtelfinale (4:3) ausgeschaltet. Argentinischer Referee Facundo Tello: Leitet das Viertelfinale Frankreich gegen Marokko. Imago „Wir dürfen nicht paranoid werden“, ergänzte Ersatztorwart Robin Risser: „Wenn diese Schiedsrichter dabei sind, dann weil sie dem Niveau des Wettbewerbs gewachsen sind.“ Frankreich kann erst im Finale oder im Spiel um Platz drei auf Argentinien treffen. Umgekehrt hatte der Franzose Francois Letexier das WM-Achtelfinale zwischen Argentinien und Ägypten (3:2) geleitet. Beschweren konnten sich die Argentinier hinterher nicht, vielmehr waren die Ägypter wegen einiger Entscheidungen aufgebracht. Marc Renner Ägypten legt Beschwerde gegen Schiedsrichter nach WM-Aus gegen Argentinien ein Der ägyptische Fußballverband dringt nach dem Schiedsrichter-Ärger beim 2:3 im WM-Achtelfinale gegen Argentinien auf ein juristisches Nachspiel. Er habe Beschwerde gegen den französischen Referee François Letexier und seine Assistenten eingereicht, sagte Verbandspräsident Hany Abo Rida nach dem Spiel vor Reportern im Mannschaftshotel. Zudem habe er den Ausschluss des Schiedsrichterteams vom Turnier gefordert. Dieses habe entscheidende Fehler gemacht. Zuerst hatte die spanische Sportzeitung „AS“ darüber berichtet. Die Ägypter bestehen nach Angaben ihres Verbandspräsidenten auf eine Untersuchung der aus ihrer Sicht umstrittenen Entscheidungen beim WM-Aus. Nach Ansicht der Pharaonen waren Letexier und sein Team ausschlaggebend für die Niederlage gegen den Titelverteidiger. Abu Rida nannte als Grund für die Beschwerde neben eklatanter Schiedsrichterfehler auch eine offensichtliche Doppelmoral. Uns ist Unrecht widerfahren. Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan Bereits unmittelbar nach dem WM-K.-o. in der Nachspielzeit hatte Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan schwere Vorwürfe erhoben: „Wir wurden heute ungerecht behandelt“, sagte der 59 Jahre alte Coach. Seiner Meinung nach habe „die argentinische Seite Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“ Hossam Hassan: Heftige Diskussionen mit Schiedsrichter François Letexier. dpa Eine Szene, die Hassan besonders erzürnte: Unmittelbar vor dem 3:2-Siegtreffer der Argentinier durch Enzo Fernández in der Nachspielzeit (90.+2) hatte dessen Teamkollege Alexis Mac Allister den Ägypter Hamdi Fathi beim Eindringen in den argentinischen Strafraum am Trikot gezogen. Die Ägypter forderten Elfmeter, Letexier ließ weiterspielen. „Für mich, und da bin ich relativ deutlich, ist das eigentlich ein Strafstoß“, sagte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Ittrich in seiner Rolle als MagentaTV-Experte: „Er macht nichts, als das Trikot zu ziehen. Der Impuls ist da, den Spieler dadurch zu hindern, eventuell an den zweiten Ball zu kommen.“ Warum der Videoschiedsrichter nicht eingriff, blieb zunächst unklar. Marc Renner Rapper Haaland: DJ legt alten Song des Fußball-Stars neu auf Jetzt feiern die Norweger nicht nur Erling Haalands Tore, sondern auch noch seine Töne. Der bekannte norwegische DJ und Musikproduzent Kygo hat in den sozialen Medien einen zehn Jahre alten Rap-Song des Fußball-Stars veröffentlicht. 2016 habe Haaland ein Lied namens „Kygo Jo“ kreiert, erklärte der 34-Jährige bei Instagram. Er habe inzwischen einen Remix daraus gemacht und beschlossen, diesen zu veröffentlichen, sollte Norwegens Torjäger im WM-Achtelfinale gegen Brasilien treffen. Und Kygo hielt sein Versprechen. Marc Renner Spontane Jubelfeiern nach Argentiniens dramatischem Sieg Die WM-Begeisterung nimmt in Argentinien jetzt richtig Fahrt auf. Nach dem dramatischen 3:2-Erfolg der Albiceleste im Achtelfinale gegen Ägypten kam es in Buenos Aires und anderen Städten zu spontanen Jubelszenen, die schon ein wenig an den WM-Triumph 2022 erinnerten. In der Hauptstadt versammelten sich mehrere Tausend Menschen rund um den Obelisken und feierten Lionel Messi und Co. Bis in die Abendstunden verwandelten sie die Teile der Innenstadt in eine Partyzone. In der Provinzhauptstadt San Miguel de Tucumán im Nordwesten des südamerikanischen Landes kam es zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern der Siegesfeier und der Polizei, wie lokale Medien berichteten. Die Sicherheitskräfte setzen Gummigeschosse ein, um die Gegend zu räumen. Den Berichten zufolge wurden fünf Personen festgenommen, zwei Polizisten wurden verletzt. Marc Renner Völler will 2014-Weltmeister beim DFB: „Auch in der Pflicht“ DFB-Sportdirektor Rudi Völler wünscht sich mehrere 2014er-Weltmeister in entscheidender Rolle beim Deutschen Fußball-Bund. „Da gibt es welche, die nach mir oder auch mit mir, Thema werden können“, sagte Völler in einer Medienrunde mit „Bild“, „Frankfurter Rundschau“, der „Funke Mediengruppe“, „Kicker“ und „Süddeutscher Zeitung“ in Frankfurt am Main. Kurz zuvor hatte er in der Runde angekündigt, bis zur EM 2028 als Sportdirektor weiterzumachen. „Da gibt es einige dabei, die das wollen und das wird auch so kommen“, sagte der 66-Jährige weiter und forderte: „Die Generation ist auch ein bisschen in der Pflicht, vielleicht mal Verantwortung zu übernehmen.“ Namentlich nannte der Weltmeister von 1990 Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira. „Hoffentlich habe ich niemanden vergessen. Das sind Namen, die kann ich mir alle vorstellen, irgendwann mal beim DFB in irgendeiner Rolle, ob mit mir oder nach mir“, befand Völler. Mertesacker, der mehrere Jahre Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Arsenal war, hatte sich bereits für einen Posten beim DFB angeboten. Auch Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Mertesacker dem DFB schon empfohlen. Sarah Sendner Schweiz gewinnt Elfer-Krimi gegen Kolumbien – Messi wartet Die Schweiz hat nach einem Elfmeter-Krimi Mitfavorit Kolumbien aus dem Turnier geworfen und darf erstmals seit 1954 wieder im Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft antreten. Das 4:3 (0:0, 0:0) im Elfmeterschießen beschert dem Team um Kapitän Granit Xhaka das heiß ersehnte Duell mit Lionel Messi und dessen Argentiniern. Der ehemalige Augsburger Ruben Vargas verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Zuvor war in 120 Spielminuten und allen Nachspielzeiten vor 52.497 Zuschauern – darunter auch der designierte deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp – kein Tor gefallen. Kolumbien mit dem erneut unauffälligen Bayern-Star Luis Diaz muss den erstmaligen WM-Triumph unerwartet früh abhaken und hat den zweiten Einzug ins Viertelfinale nach 2014 nach einem packenden Duell verpasst. Ruben Vargas verlädt Kolumbiens Torwart Camilo Vargas und schießt die Schweiz damit ins Viertelfinale. ap Jana Brüntjen Klopp begrüßt Verbleib Völlers als DFB-Sportdirektor Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp zeigt Respekt vor seiner wohl künftigen Aufgabe und hat seine Gründe erläutert, warum er Rudi Völler ums Weitermachen als DFB-Sportdirektor gebeten hat. Wie der 59-Jährige bestätigte, habe er mit dem 66 Jahre alten Völler telefoniert und ihm dabei versichert, dass er ihn gerne beim DFB behalten und mit ihm zusammenarbeiten würde. Völlers DFB-Vertrag läuft noch bis zur EM 2028. Wenn es so kommen sollte, wäre es ja total hilfreich, jemanden dazuhaben, der die Abläufe kennt. Rudi mit seiner Fußball-Erfahrung, aber vor allem auch mit seiner langjährigen Arbeit im Verband. Während ich ja, wenn ich es werden würde, keinerlei Erfahrung habe. Ich habe weder Nationalmannschaft gespielt, noch irgendwann mal eine trainiert. Jürgen Klopp bei Magenta TV Auch DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke kann sich eine Zusammenarbeit zwischen Klopp und Völler gut vorstellen. „Ich würde gerne mit Rudi weitermachen. Ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden. Sie müssen da mal zusammenschließen“, hatte Watzke bereits am Montagabend in einem Interview des ZDF gesagt. Riudi Völler: Bleibt er? Oder bleibt er nicht beim DFB? dpa Völler hatte am Vorabend erklärt, dass er bis zur EM 2028 Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes bleibt. In einem Team mit dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp will der ehemalige Teamchef aktiv zum Wiederaufbau der Nationalelf beitragen. Sarah Sendner Bericht: Fifa prüft Rückkehr russischer Teams Der Fußball-Weltverband Fifa will nach Informationen des britischen Senders Sky News über die Aufhebung des Teilnahmeverbots für russische Mannschaften beraten. Anlass ist demnach die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler vorerst weitgehend zu beenden. Infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im März 2022 waren sämtliche russischen Teams von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung trafen die Fifa und auch die Europäische Fußball-Union Uefa. Andreas Dörnfelder Messis Negativ-Rekord: Zwei vergebene Elfer bei einer WM Lionel Messi hat diesmal einen Negativ-Rekord aufgestellt. Der Bestmarken-Sammler aus Argentinien verschoss im Achtelfinale gegen Ägypten bei der Fußball-Weltmeisterschaft den zweiten Elfmeter im Turnierverlauf. So ein Lapsus war bislang noch keinem Spieler in der WM-Geschichte unterlaufen, Elfmeterschießen nicht eingerechnet. In der 21. Minute der Partie in Atlanta scheiterte Messi mit einem halbhohen Schuss an Torwart Mostafa Shoubir. Die Ägypter führten zu dem Zeitpunkt nach einem Treffer von Yasser Ibrahim (15.) mit 1:0. Am Ende gewann Argentinien aber durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 3:2. Messi, der bei der WM bis zum Match gegen Ägypten sieben Tore erzielt und die WM-Bestmarke von Miroslav Klose (16) mit insgesamt 20 WM-Toren pulverisiert hatte, war auch schon beim 2:0 in der Gruppenphase gegen Österreich mit einem Elfmeter gescheitert. Er hatte das Tor verfehlt, danach aber beide Tore für den Titelverteidiger erzielt. Insgesamt war es bereits der vierte verschossene Elfmeter des 39-Jährigen bei seinen sechs WM-Teilnahmen – bei acht Versuchen. Macht eine Quote von nur 50 Prozent. 2018 in Russland hatte er einen Elfmeter gegen Island verschossen, 2022 auf dem Weg zum Titel in Katar einen weiteren gegen Polen. Andreas Dörnfelder Blatter kritisiert Infantino: „Hat sich Trump unterworfen“ Der frühere Fifa-Präsident Joseph Blatter hat seinen Nachfolger Gianni Infantino im Umgang mit der Sperre des US-Spielers Folarin Balogun bei der WM erneut scharf kritisiert. „Der heutige Fifa-Präsident hat sich Donald Trump unterworfen. Das darf nicht passieren“, sagte Blatter dem Schweizer Newsportal „nau.ch“. Bereits am Vortag hatte Blatter die Fifa in einem Post auf X kritisiert. Mit einem grundsätzlichen Blick auf die Besetzung des Fifa-Präsidenten könnte sich der Schweizer einen Wandel vorstellen. „Es braucht vor allem eine Persönlichkeit, die unabhängig ist“, sagte der ehemalige Schweizer Fußballfunktionär. „Vielleicht sogar jemanden von außerhalb des Systems.“ Blatter kritisierte darüber hinaus das Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump in der Causa Balogun. „Die Intervention von Trump ist inakzeptabel. So etwas hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben“, sagte 90-Jährige. Vivian Melchert Völler zum Fall Balogun: „Dem Fußball geschadet“ DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat die Aufhebung der Rot-Sperre für Folarin Balogun nach einem Anruf zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino scharf kritisiert. „Selbst wenn es nicht den Anruf bei Infantino gegeben hätte, wäre das Ganze furchtbar für den Fußball. Gott sei Dank hat Belgien gewonnen“, sagte Völler in einer Medienrunde mit „Bild“, „Frankfurter Rundschau“, der „Funke Mediengruppe“, „Kicker“ und „Süddeutscher Zeitung“ in Frankfurt am Main nach dem 1:4 der USA im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Belgien. Selbst Infantino werde nach dem Erfolg Belgiens ein „Stein vom Herzen gefallen sein“, erklärte Völler. „Auch wenn er das nicht zugeben wird. Aber ich kenne ihn ja. Das Entscheidende ist, und das ist viel schlimmer als dieser Friedenspreis, über den man schmunzeln kann: Das hat definitiv dem Fußball geschadet.“ US-Topstürmer Balogun war beim 2:0-Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina mit Rot vom Platz geflogen und damit für die Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt worden. Die Fifa hob die Sperre aber überraschend auf. Trump hatte zuvor nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei der Fifa um eine Überprüfung der Sperre gebeten, was für große Kritik gesorgt hatte. Balogun stand in der Startelf des WM-Mitgastgebers, spielte in dem Duell mit den überlegenen Belgiern aber keine große Rolle. Lukas Bay Tanz inklusive: Belgier sticheln nach 4:1 in Richtung Trump Der belgische Fußball-Verband (RBFA) hat den Achtelfinal-Triumph über die USA in den sozialen Medien mit einer Spitze in Richtung Donald Trump gefeiert. Nach dem 4:1 postete der Verband bei X ein Bild von Torschütze Romelu Lukaku mit einer Hand am Ohr. Dazu hieß es: „Macht das mal rückgängig.“ Viele deuteten das als Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, der mit einem Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Rot-Sperre von Folarin Balogun gebeten hatte. Der Anruf und die daraufhin tatsächlich aufgehobene Sperre hatten für große Empörung gesorgt. Lukaku und Co. hatten schon während des Spiels auf dem Platz mit einer kleinen Showeinlage den Takt vorgegeben. Nach dem 4:1 in der Nachspielzeit führten sie beim Torjubel einen Tanz auf, der nach dem berühmten „Trump-Dance“ aussah und deshalb durchaus als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. In den sozialen Medien verbreitete sich der Clip, teils mit Musik unterlegt, auf zahlreichen Kanälen. Zudem griffen etliche Internet-Memes den belgischen Sieg humorvoll auf. Marc Renner Senatorin aus Paraguay beschimpft Mbappé rassistisch – Franzosen kündigen rechtliche Schritte an Frankreichs Superstar Kylian Mbappé ist nach dem hitzigen WM-Achtelfinale gegen Paraguay Opfer von rassistischen Beschimpfungen geworden. Die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia bezeichnete den Ausnahme-Fußballer in einem Post auf der Plattform X als „Trottel“, der nicht mal schreiben gelernt habe. „Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen. Hättest du ihm doch den Mittelfinger gezeigt, Orlando Gill. Ich mache das im Senat auch, und da passiert überhaupt nichts!!!“ Frankreichs Fußballverband kündigte an, juristisch gegen die Amarilla de Boccia vorzugehen. Ihre Bemerkungen seien „verabscheuungswürdig und inakzeptabel“, hieß es unter anderem in einem Statement des Verbands. Man werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen, um rechtliche Schritte einzuleiten. Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron meldete sich zu Wort. „Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus“, teilte der 48-Jährige bei X mit. „Ich unterstütze ihn voll und ganz. Wenn Worte verletzen, setzen unsere Werte ein Zeichen: Würde, Respekt, Brüderlichkeit.“ Während des Duells zwischen Frankreich und Deutschland-Bezwinger Paraguay am Samstag in Philadelphia war Mbappé immer wieder hart attackiert worden, hatte aber auch ausgeteilt. Nach Spielende verweigerte er Paraguays Keeper Orlando Gill den Handschlag, feierte mit einer provokanten Geste. Mbappé selbst reagierte mit deutlichen Worten auf die Beleidigungen der Politikerin. „Sie sind eine verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes“, schrieb der Stürmer von Real Madrid unter anderem bei X. Sie vertrete nicht das Paraguay, das während der WM „von Leidenschaft und Ehre durchdrungen“ gewesen sei. Er werde Menschen wie Amarilla de Boccia „niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten“. Marc Renner Belgien rechnet mit Ausfall von Onana gegen Spanien Belgien bangt vor dem WM-Viertelfinale gegen Spanien um Mittelfeldspieler Amadou Onana. „Ich befürchte, Amadou fällt für das nächste Spiel im Turnier aus. Ich hoffe nicht, aber ich habe das Gefühl, dass er nicht dabei ist“, sagte Nationaltrainer Rudi Garcia nach dem 4:1 im Achtelfinale gegen die USA. Onana war schon in der 21. Minute ausgewechselt worden. „Wir fürchten, es ist eine ernsthafte Verletzung. Das sind keine guten Nachrichten für ihn und für uns als Team“, sagte Garcia. Das Duell im Viertelfinale mit Europameister Spanien steigt am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles. Onana hatte sich gegen die USA in einer Aktion scheinbar das Knie verdreht. In der zweiten Halbzeit war er am Spielfeldrand zu sehen, als er an Krücken ging und eine Schiene ums rechte Bein trug. Lukas Bay Balogun versteht Aufregung um Rote Karte: „Natürlich kontrovers“ US-Stürmer Folarin Balogun hat sich erstmals selbst zum Hin und Her um seine Sperre geäußert und Verständnis für die Aufregung zum Ausdruck gebracht. Es sei normal, nach einer Roten Karte gesperrt zu werden. „Natürlich ist es dann kontrovers, wenn die Entscheidung geändert wird“, sagte der 25 Jahre alte Angreifer nach dem 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Belgien. „Wir haben die Entscheidung akzeptiert, als ich die Rote Karte gesehen habe, und wir haben die Entscheidung akzeptiert, als uns gesagt wurde, dass ich spielen kann“, erklärte der Fußballprofi. Folarin Balogun: Die Sperre des US-Stürmers war vor dem Spiel gegen Belgien aufgehoben worden. Reuters Miriam Braun „Geht nicht“: Schweinsteiger kritisiert Fifa im Fall Balogun Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat die Fifa für ihr Verhalten in der Causa Folarin Balogun kritisiert. „Es darf nicht dazu kommen, dass Staaten eingreifen“, sagte der 41-Jährige in seiner Rolle als TV-Experte der ARD. „Das geht nicht.“ Der ganze Vorgang werfe kein gutes Licht auf den Fußball-Weltverband. Er könne die Entscheidung „nicht nachvollziehen“. Marc Renner Miriam Braun Nach Balogun-Skandal: Belgien gibt Antwort auf dem Platz und beendet WM-Traum der USA Die von Präsident Donald Trump befeuerte Pathos-Party der USA hat bei der Fußball-WM ein jähes Ende gefunden. Das Team um Stürmer Folarin Balogun, der nach Roter Karte im vorausgehenden Spiel seine Sperre vom Weltverband FIFA erlassen bekommen hatte, unterlag im Achtelfinale von Seattle verdient mit 1:4 (1:2) und muss den Traum vom ersten Triumph bei einer WM früher als erhofft abhaken. Vor 66.925 Zuschauern - darunter auch der schwer in der Kritik stehende Fifa-Präsident Gianni Infantino - zeigte der letzte verbliebene Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Weil der Entscheidung zum Aussetzen der Sperre auf Bewährung für Stürmer Balogun ein Telefonat zwischen Trump und Infantino vorausging, entwickelte sich der Fall in den vergangenen eineinhalb Tagen zu einem der größten Fußball-Skandale in der WM-Historie. Balogun selbst lief wie erwartet auf und holte den Freistoß zum 1:1-Ausgleich der USA durch Bayer Leverkusens Malik Tillman (31. Minute) heraus. Doch Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier und bekommt es nach zwei Toren von Stürmer Charles De Ketelaere (9./33.) sowie Treffern von Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3) im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun. Miriam Braun Kolumbien-Coach bestätigt WM-Aus für Córdoba Für Kolumbiens ehemaligen Bundesliga-Profi Jhon Córdoba ist die Fußball-Weltmeisterschaft vorzeitig beendet. Das bestätigte Trainer Néstor Lorenzo einen Tag vor dem WM-Achtelfinale der Südamerikaner gegen die Schweiz an diesem Dienstag (22.00 Uhr MESZ Magenta TV und ARD) in Vancouver. „Er wird den Rest des Turniers nicht mehr spielen können“, sagte Lorenzo: „Er steht uns leider nicht mehr zur Verfügung.“ Der 33 Jahre alte Mittelstürmer hatte sich beim Sieg im Sechzehntelfinale gegen Ghana eine Muskelverletzung zugezogen. Details dazu nannte Lorenzo nicht. Er bestätigte aber, dass ein Virus die Runde gemacht habe unter den Spielern. Es seien jedoch alle fit, es gehe allen gut. Jhon Córdoba: Die WM ist für ihn nach einer Verletzung zu Ende. IMAGO/Hakan Akgun Miriam Braun Fifa äußert sich ausführlich zu Balogun-Entscheidung Der Fußball-Weltverband Fifa hat sich erstmals ausführlich zu seiner umstrittenen Entscheidung geäußert, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung auszusetzen. In 13 Absätzen erklärte die Fifa noch vor dem Anpfiff der Partie gegen Belgien die Abläufe aus ihrer Sicht. Die Fifa argumentiert, dass Baloguns Rote Karte Bestand habe und auch die automatische Sperre von einer Partie, die eine solche Tatsachenentscheidung nach sich zieht. Die Entscheidung zur Roten Karte war demnach nicht falsch. Die Fifa habe aber das Recht, eine Strafe anzupassen und zur Bewährung auszusetzen. Zum Warum, diesen Schritt zu gehen, gab es in der langen Stellungnahme nur einen Satz: „Die Aussetzung der Vollstreckung der genannten Sperre wurde unter Berücksichtigung aller besonderen Umstände des Vorfalls sowie der verfügbaren Beweismittel beschlossen.“ Was die besonderen Umstände sind und auf welche Beweismittel sich die Fifa stützte, wurde nicht mitgeteilt. Miriam Braun US-Star Balogun gegen Belgien in der Startelf Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft setzt im WM-Achtelfinale gegen Belgien auf Stürmerstar Folarin Balogun in der Startelf. Der 25-Jährige steht in der Formation von Nationaltrainer Mauricio Pochettino, nachdem der Fußball-Weltverband FIFA überraschend die Rotsperre aufgehoben hatte. Trotz scharfer Kritik und eines Antrags der Belgier ist Balogun für die Partie am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Seattle spielberechtigt, obwohl er beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina eine Rote Karte gesehen hatte.