WM 2026: England triumphiert in epischem Duell mit Mexiko
Lukas Bay
Englands Henderson verletzt sich beim Jubeln nach dem Spiel
Englands Nationalspieler Jordan Henderson hat sich beim Jubeln mit dem Team nach dem dramatischen Achtelfinalsieg gegen Mexiko wohl schwerer verletzt. Der 36-Jährige habe sich am Handgelenk verletzt, sagte Trainer Thomas Tuchel. „Es ist eine ziemlich schwere Verletzung und es passt einfach nicht zu diesem Abend, dass Jordan jetzt nicht bei uns ist.“ Henderson sei im Krankenhaus.
Mitten in den WM-Feierlichkeiten nach dem 3:2 hatten die englischen Nationalspieler und Betreuer plötzlich einen Kreis gebildet. Bei der Party vor den Fans der Three Lions war Henderson offenbar über eine Bande gestürzt. Auf einer Trage wurde er in die Katakomben des Aztekenstadions getragen.
Marc Renner
Belgien von aufgehobener Sperre gegen US-Torjäger Balogun „erstaunt“ – Verband prüft Optionen
WM-Gegner Belgien hat mit „Erstaunen“ auf die plötzlich erlassene Sperre von US-Fußballer Folarin Balogun reagiert und weitere Konsequenzen nicht ausgeschlossen. „Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Play“ zu schützen, prüfe der belgische Verband alle Optionen, wie er in einer Stellungnahme am Sonntag mitteilte.
Der 25 Jahre alte Balogun ist trotz seiner Roten Karte aus dem Sechzehntelfinale im Duell mit Belgien am Dienstag (2.00 Uhr/ARD und MagentaTV) spielberechtigt, wie der Weltverband Fifa zuvor bestätigte. Zunächst hatte „The Athletic“ über den unerwarteten Vorgang berichtet.
Als Begründung verwies die Fifa auf Artikel 27 des Disziplinarreglements, wonach die Durchführung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ausgesetzt werden kann. Baloguns Sperre werde für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt. Sollte sich der Angreifer in dieser Zeit „einen weiteren Verstoß gleicher Art und Schwere“ erlauben, werde die Sanktion vollstreckt.
Sollte sich Balogun bei dieser WM kein weiteres Vergehen leisten, steht schon jetzt fest, dass die Strafe dann zu einem Zeitpunkt folgen würde, der nicht annähernd so wichtig ist wie nun beim Achtelfinale gegen Belgien.
Marc Renner
Mexiko-Coach bestätigt Abschied nach WM-Aus
Javier Aguirre hat nach der dramatischen 2:3-Achtelfinale-Niederlage gegen England im Aztekenstadion das Ende seiner dritten Amtszeit als Coach der Mexikaner bestätigt. Der Trainerposten geht nun wie geplant an Rafael Marquéz. Die 47 Jahre alte Ikone arbeitete bereits seit zwei Jahren im Betreuerstab von Aguirre. „Ich habe ihm gesagt, dass er immer auf mich zählen kann“, sagte der 67 Jahre alte Aguirre.
„Ich sage auf Wiedersehen zum Fußball. Auf Wiedersehen zum Aztekenstadion“, sagte Aguirre: „Ich gehe mit Stolz.“ Er hatte die Nationalmannschaft 2001 zum ersten Mal übernommen und blieb damals nur ein Jahr. Die zweite Amtszeit dauert von April 2009 bis Ende Juni 2010. Die dritte begann im Sommer 2024.
Miriam Braun
England triumphiert in epischem Duell mit Mexiko
Dank einer Doppel-Torshow von Jude Bellingham in weniger als zwei Minuten und Harry Kane hat England in einem Spiel für die Fußball-Geschichtsbücher die Fiesta Mexicana beendet. Die Three Lions rangen die Mexikaner in Unterzahl im legendären Aztekenstadion mit 3:2 (2:1) nieder.
Bellingham brachte die Three Lions mit seinen Toren in der 36. und 38. Minute in Führung. Mexikos Torjäger Julián Quiñones (42.) gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer.
Der Dramatik nicht genug: Nach dem Seitenwechsel sah bei den Engländern Bayer Leverkusens Jarell Quansah (54.) die Rote Karte, ehe Bayern-Torjäger Kane (60.) nervenstark und unter den Pfiffen von fast allen der 80.824 Zuschauer vom Elfmeterpunkt traf - sein sechstes Tor bei diesem Turnier. Danach verursachte aber ausgerechnet Kapitän Kane einen Strafstoß. Mexikos Raúl Jiménez (69.) verwandelte und brachte das Stadion erneut zum Beben.
Nach Kanada ist mit Mexiko nun auch der zweite von drei WM-Gastgebern raus. Und das mit der ersten Niederlage in einem WM-Spiel im Aztekenstadion. Damit kommt es in der Runde der besten Acht auch zum Duell der Super-Torjäger – Kane trifft mit England auf Erling Haaland.
„Three Lions“ um Kapitän Harry Kane (3. v. li.) im Freudentaumel. Imago
Miriam Braun
Nach WM-Aus: Brasiliens Neymar tritt aus Nationalteam zurück
Altstar Neymar hat nach Brasiliens Achtelfinal-Aus bei der Fußball-WM seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündet. „Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Jetzt ist es zu Ende“, sagte der 34-Jährige nach der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Norwegen dem TV-Sender Globo. „Ich habe hier angefangen, ich habe hier aufgehört.“
Für die Brasilianer endete die WM so früh wie seit 36 Jahren nicht mehr. Neymar brach nach der Niederlage im Final-Stadion von East Rutherford in Tränen aus. Der einstige Topstürmer des FC Barcelona und von Paris Saint-Germain bestritt insgesamt 130 Länderspiele für den Rekordweltmeister und ist noch vor Pelé Rekordtorschütze des Landes.
Neymar nach dem WM-Aus mit Tränen in den Augen: Nie mehr für Brasilien. Imago
Miriam Braun
Carlos Queiroz nicht mehr Nationalcoach von Ghana
Carlos Queiroz ist nicht mehr Nationaltrainer von Ghana. Nach dem Aus im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Kolumbien in Kansas City erklärte der 73 Jahre alte Coach, dass er nicht weiter im Amt bleiben werde. Für Queiroz, der den Posten erst im April nach einer Testspiel-Niederlage in Deutschland von Otto Addo übernommen hatte, war es die fünfte WM als Coach in Serie.
Miriam Braun
Medienberichte: Trump rief wegen Sperre von Balogun bei Fifa an
US-Präsident Donald Trump hat übereinstimmenden Berichten von „The Athletic“ und der Nachrichtenagentur AP zufolge persönlich bei Fifa-Boss Gianni Infantino angerufen, um eine Aufhebung der Sperre von Folarin Balogun zu erwirken. Demzufolge bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen diesen Ablauf. Weder die Fifa noch das Weiße Haus haben die Information bislang kommentiert.
Fifa-Chef Infantino: Telefonat mit Trump? Reuters
Der Fußball-Weltverband teilte am Sonntag unerwartet mit, dass Baloguns Sperre nach der Roten Karte beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina aufgehoben sei. Der 25-Jährige kann damit am Dienstag im Achtelfinale in Seattle gegen Belgien auflaufen.
Trump zögerte nicht und meldete sich umgehend über Truth Social, als die Fifa Balogun für spielberechtigt erklärte. „Vielen Dank an die Fifa, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“ Dahinter schrieb er: „Präsident DONALD J. TRUMP.“ Der 80-Jährige war bislang bei keinem WM-Spiel vor Ort, wird aber spätestens zum Endspiel am 19. Juli in East Rutherford bei New York im Stadion erwartet.
Der Vorgang an sich erinnert an die WM 1962, als der Brasilianer Garrincha im Halbfinale Rot sah - und im Endspiel wenige Tage später trotzdem spielen durfte. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich sagte dazu: „Das Interessante ist in der Tat, dass wir keine Begründung haben. Es wird irgendwann eine nachgeliefert und am Ende wissen wir nicht, worum es geht.“
In diesem Fall ist die Entscheidung der Fifa besonders bemerkenswert: Zwar wurde die Rote Karte gegen Balogun kontrovers diskutiert, da sein Tritt gegen Tarik Muharemovic in einem Zweikampf zwar hart, aber offensichtlich unabsichtlich war. Doch während der Partie in Santa Clara wurde sie offensichtlich für richtig befunden, schließlich wurde sie erst nach Überprüfung durch den Video Assistant Referee (VAR) verteilt.
Folarin Balogun: Überraschend von der Fifa begnadigt. dpa
Miriam Braun
WM-Spiel Mexiko gegen England: Eine Stunde später
Der Achtelfinal-Kracher zwischen Mitgastgeber Mexiko und England wird wegen der Wetterbedingungen in Mexiko-Stadt vorerst um eine Stunde verschoben. Neue Anstoßzeit ist damit 19.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ/Magenta TV). „Die Sicherheit aller Beteiligten hat für die FIFA oberste Priorität“, hieß es im Live-Ticker des Weltverbandes.
Miriam Braun
Norwegen im Viertelfinale: Haaland wirft Brasilien raus
Norwegens Fußball-Märchen geht dank Superstar Erling Haaland weiter, der Titel-Traum von Rekordweltmeister Brasilien hingegen ist wieder mal geplatzt. Die Skandinavier bezwangen die Südamerikaner durch zwei späte Tore ihres Ausnahmestürmers in der 79. und 90. Minute mit 2:1 (0:0) und stehen erstmals in ihrer Historie in einem WM-Viertelfinale. Altstar Neymar (90.+10) verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter.
Für Haaland, den früheren Bundesliga-Profi von Borussia Dortmund, waren es bereits die Turniertore sechs und sieben. Brasilien indes muss nach dem Achtelfinal-Aus – dem frühesten seit 36 Jahren – vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford mindestens vier weitere Jahre auf den ersten Titel seit 2002 warten.
Es gab schon einige Höhepunkte in diesem Turnier von mir. Das war heute ein weiterer Höhepunkt. Wenn ich eine oder zwei Chancen habe, dann treffe ich meistens. Das ist einfach das, was ich mache. Erling Haaland
Erling Haaland;: Auch gegen Brasilien Matchwinner für Norwegen. Reuters
Miriam Braun
WM-Helden der Kap Verde begeistert in Heimat empfangen
Nach ihrem WM-Märchen ist die Fußball-Nationalmannschaft Kap Verdes bei der Rückkehr in die Heimat überschwänglich gefeiert worden. Laut Medien waren Zehntausende bei der Ankunft des Teams um Torwart Vozinha am Flughafen dabei und begleiteten die Mannschaft auch auf ihrem Weg durch die Straßen. Jubelnde Fans schlugen auf Trommeln, tanzten und schwenkten die Nationalflagge. Es herrschte Stimmung wie bei einem Festival.
Miriam Braun
Trump dankt FIFA: Belgien von aufgehobener Sperre „erstaunt“
WM-Gegner Belgien hat mit „Erstaunen“ auf die plötzlich erlassene Sperre von US-Fußballer Folarin Balogun reagiert und weitere Konsequenzen nicht ausgeschlossen. „Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Play“ zu schützen, prüfe der belgische Verband alle Optionen, wie er in einer Stellungnahme am Sonntag mitteilte.
Der 25 Jahre alte Balogun ist trotz seiner Roten Karte aus dem Sechzehntelfinale im Duell mit Belgien am Dienstag (2.00 Uhr/ARD und MagentaTV) spielberechtigt, wie der Weltverband FIFA zuvor bestätigte. Zunächst hatte „The Athletic“ über den unerwarteten Vorgang berichtet. US-Präsident Donald Trump äußerte im Anschluss auf Truth Social seinen Dank an die FIFA.
Die aufgehobene Sperre begeisterte auch US-Präsident Trump. Auf seinem Truth Social schrieb er: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“
Marc Renner
US-Botschaft warnt Staatsbürger vor WM-Achtelfinale Mexiko gegen England
Die US-Botschaft in Mexiko-Stadt hat ihre Staatsbürger vor dem WM-Achtelfinale zwischen Mexiko und England zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Die Partie wird in der Nacht auf Montag um 2.00 Uhr (MagentaTV) angepfiffen.
In der Hauptstadt und landesweit werden an Fan-Festen, in Stadien und an öffentlichen Übertragungsorten den Angaben zufolge große Menschenmengen erwartet. Die US-Botschaft warnte, dass es bei jüngsten Public-Viewing-Veranstaltungen wegen Überfüllung zu Verletzten und Todesfällen gekommen sei.
Die Botschaft warnte zudem vor möglichen Demonstrationen. US-Bürger wurden in der Mitteilung dazu aufgefordert, diese zu meiden. Nach mexikanischem Recht dürfen ausländische Staatsbürger nicht an politischen Demonstrationen teilnehmen. Verstöße könnten zu Festnahmen oder Abschiebungen führen.
Marc Renner
Matthäus kritisiert Nagelsmann und hofft auf Klopp
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat viele Fehler bei Julian Nagelsmann ausgemacht. Das gesamte Projekt sei „krachend gescheitert“, schrieb der 65-Jährige in der „Bild“. Die Mannschaft hatte „keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“
Nach dem WM-Aus in der ersten K.-o.-Runde gegen Paraguay war Nagelsmann nach einiger Überlegung von seinem Amt als Bundestrainer zurückgetreten. Nachfolger soll der frühere Liverpool- und BVB-Coach Jürgen Klopp werden. „Mit Klopp als Bundestrainer würde im deutschen Fußball ein anderer Wind wehen“, prognostizierte Matthäus.
Marc Renner
Joker-Rolle gegen Norwegen? Brasiliens Raphinha ist zurück
Brasiliens angeschlagener Offensivstar Raphinha steht bei der Fußball-WM vor dem Comeback. Der 29-Jährige vom FC Barcelona mache „sehr gute Fortschritte“, sagte Trainer Carlo Ancelotti vor dem Achtelfinale gegen Norwegen am Sonntag (22.00 Uhr/MagentaTV) in East Rutherford.
Er sei „zwar noch nicht bei hundert Prozent, könnte aber auf der Bank sitzen und ein paar Minuten spielen“, so der Coach über den Flügelspieler. Raphinha musste im zweiten Gruppenspiel gegen Haiti (3:0) wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt worden. Seitdem fehlte er dem Rekordweltmeister.
Offensivstar Raphinha: Auf dem Weg der Besserung. ap
Marc Renner
Viagra für Englands Profis? Nicht mit Thomas Tuchel
Auf eines setzen Thomas Tuchel und seine Engländer in der Höhe von Mexiko-Stadt nicht: Viagra. Nachdem es in England Medienberichte gegeben hatte, die die Einnahme des Potenzmittels nahegelegt hatten, räumte Tuchel bei seiner Pressekonferenz im Aztekenstadion mit diesen Gerüchten und Spekulationen auf. Die Information habe ihn nicht erreicht, sagte der deutsche Coach der Three Lions amüsiert und betonte: „Das ist nicht wahr.“
Unter anderem hatte die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, dass Viagra nicht auf der Dopingliste stehen würde. Und Studien hätten gezeigt, dass es durch die Senkung des Blutdrucks in der Lunge den in großen Höhen auftretenden Ermüdungsgefühlen und Schwindel entgegenwirke. Anzeichen dafür, dass Tuchels Mannschaft Viagra nehmen würde, gebe es aber nicht, hieß es in der Zeitung.
Thomas Tuchel: Weiß nichts von Viagra-Konsum im Team. Reuters
Marc Renner
Schweizer Nationalteam verstärkt Ziel von Hasskommentaren
Der Schweizerische Fußballverband sieht sich vermehrt mit Hasskommentaren in den sozialen Medien gegen das Nationalteam während der WM konfrontiert. „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt“, sagte ein Medienverantwortlicher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. „In diesem Fall werden die Kommentarspalten auf unseren Kanälen oft bereits proaktiv gesperrt.“
Vor allem nach dem enttäuschenden Auftakt beim 1:1 gegen Katar habe es so viele diskriminierende Nachrichten gegeben, dass die Kommentarfunktion auf den Social-Media-Kanälen deaktiviert worden sei. „Auch, weil es bei einigen der Kommentare um die Hautfarbe oder Herkunft der Spieler ging.“
Sobald Kommentare den Straftatbestand der sogenannten Rassismusstrafnorm erfüllen, werden sie vom Schweizerischen Fußballverband an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Die Schweiz ist bei der WM nach wie vor noch im Turnier und trifft im Achtelfinale am Dienstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im kanadischen Vancouver auf Geheimfavorit Kolumbien.
Vor wenigen Tagen erst hatte der Weltverband FIFA mitgeteilt, dass rassistische Kommentare während der WM zugenommen haben. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien auf eine Art rassistisch, hieß es unter Verweis auf die erhobenen Daten. Das sei ein Zuwachs um drei Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt bei der vergangenen WM in Katar im November und Dezember 2022. Den Angaben zufolge wurden 1.000 Accounts an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Leonidas Exuzidis
Zwei weitere Achtelfinals am Sonntag
Am Sonntag stehen die dritte und vierte Partie des Achtelfinals auf dem Programm. Um 22 Uhr deutscher Zeit duellieren sich zunächst Brasilien und Norwegen in New Jersey um den Einzug in die Runde der letzten Acht.
In der Nacht auf Montag (2 Uhr deutscher Zeit) trifft Co-Gastgeber Mexiko auf England. Die Partie findet im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt statt.
Angelika Ahrens
Mbappé trifft: Frankreich stoppt DFB-Schreck Paraguay
Dank eines Elfmeter-Tores von Kylian Mbappé hat Topfavorit Frankreich mit viel Mühe Deutschland-Schreck Paraguay niedergerungen und ist nur noch drei Siege vom dritten WM-Titel entfernt. Die Équipe Tricolore setzte sich im Achtelfinale gegen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) durch und trifft im Viertelfinale am Donnerstag auf Marokko.
Nachdem Frankreich zuvor am Abwehr-Bollwerk der Südamerikaner verzweifelt war, verwandelte Mbappé (70. Minute) vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia schließlich einen Strafstoß. Der Angreifer von Real Madrid kommt damit auf insgesamt 19 WM-Treffer und liegt nur noch ein Tor hinter dem argentinischen Rekordhalter Lionel Messi.
Das Ziel, mit dem goldenen Pokal in der Hand Les Bleus zu verlassen, rückt für Frankreichs scheidenden Nationaltrainer Didier Deschamps immer näher. Für die Südamerikaner blieb die zweite Sensation nach dem Coup gegen Deutschland hingegen aus. Die Albirroja verpasste den Einzug ins Viertelfinale und damit die Chance, ihr bestes WM-Ergebnis von 2010 zu wiederholen.
Angelika Ahrens
Samba trifft Wikinger: Brasilianer kopieren Ruder-Gesang
Brasilianische Fans haben vor dem WM-Achtelfinale gegen Norwegen den bekannten Ruder-Schlachtgesang der Wikinger mit einer Samba-Version aufgegriffen. Zu den Klängen des brasilianischen Funk-Hits „Dança do Créu“ ahmten sie die charakteristischen Ruderbewegungen der norwegischen Fußball-Fans nach, wie Videoaufnahmen aus New York zeigen.
Mit dem schon legendären Jubel-Ruder-Ritual haben sich die Skandinavier vor und während der WM einen Namen gemacht. „Das Rudern ist ein Markenzeichen der norwegischen Fans geworden. Es gehört zu dieser WM. Andere Nationen machen es jetzt auch. Es ist etwas, woran man sich nach dem Turnier erinnern wird“, sagte Norwegens Coach Stale Solbakken bei der Pressekonferenz vor der Partie.
Brasilianische Fans am Times Square in New York. dpa
Angelika Ahrens
Mitfavorit Marokko im WM-Viertelfinale – Kanada raus
Marokko hat Co-Gastgeber Kanada aus dem Turnier geworfen und steht als erstes Team im Viertelfinale der Fußball-WM. Die Auswahl von Nationaltrainer Mohamed Ouahbi hatte beim 3:0 (0:0) in Houston allerdings mehr Mühe als erwartet. Azzedine Ounahi traf nach einer schwachen ersten Halbzeit zweimal (50. und 82. Minute). Soufiane Rahimi ließ Marokko in der Nachspielzeit noch einmal jubeln (90.+8).
Nach Platz vier bei der WM 2022 wartet auf Marokko nun im Viertelfinale entweder der große Favorit Frankreich oder Deutschland-Bezwinger Paraguay. Offen ist, ob Bayern-Neuzugang Ismael Saibari dann wieder mitspielen kann – der Offensivstar musste verletzungsbedingt bereits in der 22. Minute ausgewechselt werden.
Für Kanada endet dagegen das Turnier – das Team von Jesse Marsch verabschiedet sich aber immerhin mit dem Erfolg, dank der ersten WM-Punkte überhaupt so weit gekommen zu sein wie noch nie. Auf der Tribüne half auch die Anfeuerung von Eishockey-Ikone Wayne Gretzky als einer der 68.777 Zuschauerinnen und Zuschauer am Ende nichts.
Miryam Schkljar
Klopps Ansagen aus New York und die Pläne der DFB-Spitze
Die Gestaltung einer DFB-Zukunft mit Jürgen Klopp nimmt nach dem nächsten WM-Flop der Fußball-Nationalmannschaft Fahrt auf. Der Wunschkandidat zeigt sich „bereit“. Und die DFB-Bosse planen nach der rasch vollzogenen Trennung von Julian Nagelsmann einen zeitnahen Trip zum Bundestrainer-Wunschkandidaten in die USA. Eine Agenda mit den zentralen Themen und Aufgaben ist für die kommenden Tage und Wochen fixiert.
Die wichtigste Botschaft. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, verkündete der 59-Jährige. „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern“
Jürgen Klopp sitzt während seiner damaligen Vorstellung als neuer Head of Global Soccer im Red Bull Hangar-7 dpa
Angelika Ahrens
WM-Krimi: Argentinien braucht Verlängerung gegen Kap Verde
Fußball-Weltmeister Argentinien hat das WM-Märchen von Kap Verde nur mit großem Zittern beendet. Der Titelverteidiger benötigte seinen Superstar Lionel Messi, eine 30-minütige Extrazeit und zwei überraschende Rückschläge, um den krassen Außenseiter in einem packenden und denkwürdigen Sechzehntelfinale mit 3:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung niederzuringen.
Vor 64.478 Zuschauern in seiner Wahlheimat Miami schoss Messi in der 29. Minute bereits sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein 20. insgesamt bei einer WM. Nach der Pause bestrafte Deroy Duarte (59.) das erste Mal die argentinische Passivität.
Auch in der Verlängerung kam der kleine Inselstaat nach dem 1:2 durch Lisandro Martinez (93.) noch einmal zurück. Denn der frühere Rot-Weiß-Erfurt- und Viktoria-Köln-Spieler Sidny Lopes Cabral gelang in der 103. Minute ein Traumtor. Argentiniens Treffer zum 3:2 wurde von der FIFA als Eigentor von Diney Borges gewertet in der 111. Minute - nach einem Eckball von Messi.
Argentinischer Fußballstar Messi feiert den Sieg über Kap Verde. AFP
Angelika Ahrens
Premierensieg im Elfer-Drama: Ägypten im Achtelfinale
Ägypten um Superstar Mohamed Salah hat mit dem ersten WM-K.-o.-Rundensieg auf dramatische Weise nationale Fußballgeschichte geschrieben. Der siebenmalige Afrika-Cup-Gewinner setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschießen durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen.
Den entscheidenden Elfmeter im Dallas Stadion vor 70.244 Zuschauern verwandelte Hossam Abdelmaguid. Für das Elfmeterschießen hatte Australiens Trainer Tony Popovic kurz vor Ende der Verlängerung den erfahrenen Torhüter Mathew Ryan für den bis dahin starken Patrick Beach eingewechselt – das zahlte sich nicht aus. Nach der regulären Spieldauer und der Verlängerung hatte es 1:1 (1:0) gestanden.
Ägypten trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi und Außenseiter Kap Verde. Australien muss dagegen weiter auf den ersten K.-o.-Runden-Sieg bei Weltmeisterschaften warten.
Lara Dehari
Ägyptens Teamdirektor gerät mit Sicherheitsdienst aneinander
Im Teamhotel der ägyptischen Mannschaft ist es vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Australien zu einem kuriosen Zwischenfall gekommen. Videos in sozialen Medien zeigten Rangeleien und hitzige Wortwechsel zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der ägyptischen WM-Delegation. Mittendrin: Ibrahim Hassan, Zwillingsbruder von Trainer Hossam Hassan.
Wie Medien berichteten, hinderte ein Security-Mitarbeiter nach Angaben des ägyptischen Fußballverbandes ein Kind daran, ein Foto mit den Spielern zu machen. Ibrahim Hassan sei daraufhin eingeschritten, um das Kind zu schützen. Dabei sei es zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal gekommen.