WM 2026: England wird nach Zehn-Tore-Spektakel gegen Frankreich WM-Dritter
Marc Renner Tuchel kontert nach Spektakel gegen Frankreich Kritiker Mit dem spektakulären Sieg im kleinen Finale hat Englands Trainer Thomas Tuchel die Kritik an ihm vorerst gekontert. „Es wäre komplette Zeitverschwendung, wenn wir ihn nicht behalten würden. Ich denke, wir sollten ihn unterstützen“, sagte BBC-Experte und Ex-Nationalspieler Martin Keown. Tuchel hatte nach dem Aus im Halbfinale gegen Argentinien harsche Kritik von Medien und Experten einstecken müssen. Auch seine Spieler sprachen sich nach dem gewonnenen Spiel um Bronze für eine Fortsetzung der Arbeit mit dem früheren Bundesligatrainer aus. Marc Renner Argentinien-Fans stimmen sich am Times Square ein Zahlreiche Argentinien-Fans haben sich am Samstagabend (Ortszeit) am Times Square in New York auf das Finale der Fußball-WM eingestimmt. Viele hellblau-weiße Fahnen waren im Stadtteil Manhattan zu sehen, kleine selbst gebastelte Pokale und Menschen in Trikots - bevorzugt mit den Namen von Superstar Lionel Messi oder der 2020 gestorbenen argentinischen Fußball-Legende Diego Maradona auf dem Rücken. Argentinien trifft im Finale heute in East Rutherford vor den Toren New Yorks auf Europameister Spanien. Der Titelverteidiger aus Südamerika war schon das gesamte bisherige Turnier in den USA, Kanada und Mexiko über von vielen lautstarken Anhängern vor Ort unterstützt worden. Aregntinische Fans feiern am Times Square. Reuters Marc Renner Gewitter und Regen: Infantino verpasst Spiel um Platz drei Heftige Gewitter und starker Regen in New York haben auch die Reisepläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino bei der Fußball-WM durchkreuzt. Der Weltverbandschef verpasste das Spiel um Platz drei zwischen England und Frankreich. „Leider haben es uns die Wetterbedingungen hier nicht erlaubt, nach Miami zu fliegen“, sagte er am Samstagabend (Ortszeit). Statt nach Florida zu reisen, besuchte der 56-Jährige das Finalstadion in East Rutherford nahe New York. Auch Richtung New York wurden wegen der Unwetter zahlreiche Flüge gestrichen. In den sozialen Netzwerken waren Nachrichten von Fans zu lesen, die deswegen um ihren Finalbesuch bangten. Sarah Sendner Buhrufe und Spektakel: Tuchel wird mit England Dritter In einem historischen kleinen Finale hat Thomas Tuchel seine Kritiker mit dem besten englischen WM-Ergebnis seit dem Triumph 1966 zumindest teilweise gekontert und Frankreichs Didier Deschamps einen siegreichen Abschied verwehrt. Die Three Lions gewannen das Spiel um Platz drei in Miami gegen Kylian Mbappé und Co. mit 6:4 (4:0) und sorgten für einen spektakulären vorletzten WM-Abend. Vor 64.478 Fans im Stadion von Miami legten Declan Rice (3. Minute), Ezri Konsa (18.) und Bukayo Saka (37./45.+1) schon vor der Halbzeit so vor, dass das Spiel eigentlich bereits entschieden war. Doch so einfach gab sich Frankreich nicht geschlagen. Mbappé (48./66.) mit einem Doppelpack und Bradley Barcola (54.) brachten Frankreich bis auf ein Tor heran. Saka (87.) traf per Foulelfmeter zum 5:3, der Treffer von Ousmane Dembélé (90.+6) sorgte nochmal für Spannung ehe Jude Bellingham mit dem zehnten Tor der Partie alle Zweifel beseitigte (90.+8). Sarah Sendner Mbappé übertrifft Messi in ewiger WM-Torjägerliste Für Kylian Mbappé war es nur ein schwacher Trost. Mit seinen zwei Treffern zog Frankreichs Topstürmer in der ewigen WM-Torjägerliste am argentinischen Superstar Lionel Messi vorbei. Mbappé erzielte das zwischenzeitliche 1:4 und 3:4 und hat nun 22 Tore bei Weltmeisterschaften geschossen - eins mehr als Messi, der aber heute wieder vorbeiziehen kann. „Ich wäre lieber nicht der Allzeit-Toptorjäger und würde stattdessen morgen das Finale spielen“, sagte Mbappé. Mit seinen Treffern neun und zehn in diesem Turnier hat der Angreifer von Real Madrid auch die alleinige Führung in der Torschützenliste vor Messi (acht) übernommen. Kilian Mbappé: Zwei Treffer gegen England. dpa Lydia Wolter Mexikos Präsidentin Sheinbaum bei WM-Finale mit Trump und Carney Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum wird am Sonntag auf Einladung von US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney am Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in New Jersey teilnehmen. Dies teilte Sheinbaum am Freitag auf der Plattform X mit. Sie halte es für politisch wichtig, dass die drei Gastgeberländer der WM vertreten seien. „Dies ist auch ein Zeichen für unsere enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit der US-Regierung“, sagte Sheinbaum. Der Besuch von Sheinbaum und Carney bei dem Sportereignis fällt in eine Phase angespannter Handelsverhandlungen. Mexiko und Kanada bemühen sich, Trump von einer Verlängerung des trilateralen nordamerikanischen Handelsabkommens zu überzeugen. Sheinbaum hatte erklärt, sie werde aus Solidarität mit den mexikanischen Bürgern, die sich die teuren Eintrittskarten nicht leisten könnten, keinem WM-Spiel beiwohnen. Die Ticketpreise für das Endspiel zwischen Argentinien und Spanien erreichen mehr als 10.000 Dollar. Das Verhältnis zwischen Sheinbaum und Trump gilt als höflich, wenn auch angespannt. Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada sind dagegen wechselhafter, wobei sich Carney und Trump regelmäßig Wortgefechte liefern und mit Zöllen drohen. Am Dienstag kommen die Handelsunterhändler der USA und Mexikos in Mexiko-Stadt zu einer dritten Gesprächsrunde zusammen, um das Abkommen zu überarbeiten. Zu den wichtigsten Themen gehören Stahl, die Automobilindustrie, die Landwirtschaft und elektronische Zahlungssysteme. Angelika Ahrens Fifa-Präsident Infantino spricht vor Vereinten Nationen Der umstrittene Fifa-Präsident Gianni Infantino hat die aktuelle Fußball-WM in einer Rede vor den Vereinten Nationen in New York als Erfolg bezeichnet. Das Turnier habe die Mission erfüllt, Menschen aus allen Teilen der Welt zu vereinen, sagte er am Freitag. Sein Auftritt bei den UN erfolgte im Rahmen einer Sitzung darüber, wie Fußball zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen beitragen könne. Das Thema sollte ernst genommen werden, sagte er. Der Fußballverband Fifa und er würden sich dafür einsetzen. Die Fußball-WM ist die bislang größte in der Geschichte des Turniers gewesen. Die diesjährige Ausgabe fand in den USA, Kanada und Mexiko statt. Zwei Spiele gibt es noch: Am Samstag konkurrieren England und Frankreich in Florida um Platz drei und am Sonntag treten Argentinien und Spanien in New Jersey im Finale gegeneinander an. Infantino war in die Kritik geraten, nachdem auf Drängen von US-Präsident Donald Trump hin eine Sperre im Zusammenhang mit einer Roten Karte gegen den US-Fußballstar Folarin Balogun aufgehoben worden war. Marc Renner Bericht: Mehr als 200 Unterstützerschreiben für Infantino Im Gegensatz zum Deutschen Fußball-Bund hat sich eine überwältigende Mehrheit der Fifa-Mitgliedsverbände für eine Wiederwahl von Gianni Infantino ausgesprochen. Der amtierende Präsident des Weltverbands habe trotz des Wirbels um die aufgehobene Rot-Sperre für US-Profi Folarin Balogun die formale Unterstützung von mehr als 200 Ländern erhalten, berichtete der „Guardian“. Demnach habe nur eine Handvoll der 211 Verbände kein Unterstützungsschreiben unterschrieben. Die Größenordnung deckt sich mit Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Der DFB hatte zuletzt bestätigt, kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl Infantinos unterzeichnet zu haben. „Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten“, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes am vergangenen Mittwoch. Infantino darf sich zum jetzigen Stand seiner erneuten Wiederwahl beim Fifa-Kongress am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat sicher sein. Auch wenn es nach dem Fall Balogun vor allem aus Europa kritische Stimmen gegeben hatte, hat sich bislang kein Gegenkandidat erklärt. Die Rot-Sperre des US-Stürmers war nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Infantino durch die formal unabhängige Disziplinarkommission aufgehoben worden, dies hatte für einige Kritik am Fifa-Präsidenten gesorgt. Eine breite Opposition ist in der Fußballwelt derzeit aber nicht in Sicht. Bis zum 18. November können Kandidaten von den Fifa-Mitgliedsverbänden vorgeschlagen werden. Gianni Infantino: Kein Herausforderer in Sicht. dpa Marc Renner Rauch über New York: Hoffnung auf Besserung für WM-Finale Gute Nachrichten vor dem WM-Finale in East Rutherford: Nach Tagen mit schlechter Luftqualität durch den Rauch kanadischer Waldbrände rechnen Meteorologen bis Sonntag mit einer deutlichen Entspannung. Brände vor allem in Kanada hatten über einem Teil der USA zu gewaltigen Rauchwolken geführt, auch rund um New York. Zunächst könnten noch einige Rauchschwaden durchziehen, hieß es vom nationalen Wetterdienst. Für Samstag und die Nacht zum Sonntag sei dann aber eine Kaltfront mit Gewitter, viel Regen und sinkenden Temperaturen absehbar. Auch die Luftqualität solle sich wieder deutlich bessern. Schon in der Nacht zum Freitag hatte sich die Luftqualität in New York spürbar verbessert. Noch am Donnerstag hatten Bürgermeister Zohran Mamdani und Gouverneurin Kathy Hochul die Situation dort als „sehr ernst“ und „sehr ungesund“ bewertet und zum Tragen von Masken im Freien aufgerufen. Die Skyline der Millionenmetropole war zeitweise in dichte Rauchschwaden gehüllt, ein Brandgeruch lag in der Luft. Im benachbarten East Rutherford findet am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) das WM-Endspiel zwischen Europameister Spanien und Titelverteidiger Argentinien statt. Die Rauchschwaden stammen vor allem von Dutzenden Waldbränden in der kanadischen Provinz Ontario und dem nördlichen US-Bundesstaat Minnesota. Die Auswirkungen waren in großen Teilen des Nordostens der USA und Kanada zu spüren, auch in Metropolen wie Toronto, Chicago, Detroit oder Washington. Rauchverhangenes New York: Masken empfohlen. ap Marc Renner Große Ehre für deutschen Referee: Als Video-Assistent im WM-Finale dabei Beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien ist zumindest doch noch ein Deutscher dabei: Schiedsrichter Bastian Dankert wird als Video-Assistent im Einsatz sein. Der Fußball-Weltverband Fifa berief den 46-Jährigen für das Endspiel in East Rutherford zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ). Dankert ist international einer der erfahrensten Video-Schiedsrichter. Das Finale ist sein insgesamt zwölfter Einsatz beim Turnier in Kanada, Mexiko und den USA, jeweils sechsmal war er als Video-Assistent und als unterstützender Video-Assistent gefordert. Bastian Dankert: Beim Finale als VAR eingeplant. dpa Marc Renner Argentiniens Präsident reist nicht zum Finale – aus Aberglauben Argentiniens Präsident Javier Milei wird das WM-Finale gegen Spanien aus Aberglauben nicht im Stadion verfolgen. „Nein, auf keinen Fall“, antwortete Milei beim Radiosender „El Observador“ auf die Frage, ob er am Sonntag zum Endspiel in die USA reisen werde. Der Präsident erklärte, er werde das Spiel in East Rutherford wie die bisherigen Partien der argentinischen Nationalmannschaft von seinem Amtssitz Quinta de Olivos in der Provinz Buenos Aires aus verfolgen. Zu seiner Glücksroutine gehört auch, bei den Spielen stets dieselbe Jacke zu tragen. Während des Achtelfinals gegen die Schweiz (3:1 nach Verlängerung) habe er sie kurz ausgezogen. „Ich zog sie aus und wir kassierten ein Tor. Ich zog sie wieder an und habe sie seitdem nicht mehr ausgezogen“, sagte Milei. Javier Milei: Jubelt er auch am Sonntagabend auf seinem Amtssitz vor dem Fernseher? ap Marc Renner Erling Haaland nimmt Einladung von „Spiderman“ verspätet an Eine Privatnachricht von Schauspieler Tom Holland an den Fußballer bei Instagram blieb unbeantwortet. Bis jetzt. Der norwegische Fußball-Star Erling Haaland hat mit etwas Verspätung eine Einladung von „Spiderman“-Darsteller Tom Holland angenommen. Holland hatte in der „Tonight Show“ von Jimmy Fallon erzählt, dass er Haaland eine Einladung zum Abendessen per Instagram-Privatnachricht geschickt habe, Haaland aber nicht reagiert habe. Nun kommentierte der 25 Jahre alte Haaland den Ausschnitt der Fallon-Sendung bei Instagram: „Abendessen-Einladung akzeptiert. Ein bisschen spät. Sag nur den Ort!“ Schauspieler Holland (30) hatte in der US-Show zuvor berichtet, er habe Haaland bei einem Formel-1-Rennen in Monaco gesehen und gedacht: „Ich probiere es mal“. Von Haaland kam daraufhin laut Holland: „Nicht mal eine Antwort darauf, keine Entschuldigung, kein „Ich habe heute Abend schon etwas vor, ich spiele Fußball“, nada.“ Das sei genau die Erfahrung, die Schauspieler Demut lehre. Ob er noch immer mit dem Norweger essen gehen wolle? Er bezweifle, dass Haaland nun noch mit ihm essen würde, sagte der Brite Holland in Anspielung auf die Niederlage von Norwegen gegen England im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft. Damit hat er sich offensichtlich getäuscht. Marc Renner Final-Schiri Vincic: Tränen bei der Nominierung Schiedsrichter Slavko Vincic brach in Tränen aus und umarmte tief bewegt seine Assistenten Tomaz Klancnik und Andraz Kovacic. Ein Video des Fußball-Weltverbandes FIFA zeigt den berührenden Moment, als der Referee aus Slowenien erfahren hat, dass er am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in East Rutherford das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien pfeifen darf. Für den 46-Jährigen ist es sein erstes WM-Endspiel. Im Turnier kommt er zum vierten Mal zum Einsatz, zuvor pfiff er unter anderem das 2:0 von Co-Gastgeber Mexiko gegen Ecuador im Sechzehntelfinale. Sein zuvor größtes Finale war das Champions-League-Duell von Real Madrid und Borussia Dortmund (2:0) im Jahr 2024. Der deutsche Schiedsrichter Bastian Dankert wird beim WM-Finale als Video-Assistent im Einsatz sein. Slavko Vincic: Final-Referee. Imago Die Final-Nominierung gab Fifa-Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina bei einer Besprechung mit Unparteiischen, Assistenten und Videoschiedsrichtern bekannt, die die Entscheidung alle sichtlich angespannt erwarteten. Der Italiener überreichte dann Vincic ein schwarzes Trikot mit seinem Namen. Lukas Bay Es geht um WM-Tickets: Gericht erlässt Verfügung gegen Fifa Im Zusammenhang mit dem Verkauf von WM-Tickets hat das Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen die Fifa erlassen. Der Beschluss gebe dem Fußball-Weltverband auf, „bestimmte Gestaltungen im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf in der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Verbrauchern zu unterlassen“, teilte das Gericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Gegen den Beschluss ist Widerspruch möglich. Die Ticketverkaufsplattform Ticombo GmbH als Antragsstellerin wirft der Fifa manipulative Ticketvergabeverfahren vor. Dabei geht es unter anderem um Zeitdruck und die Gestaltung des Kaufablaufs sowie um mangelnde Transparenz auf der Wiederverkaufsplattform des Weltverbands. Lukas Bay Fifa treibt Amerikanisierung voran: Weltmeister sollen Ringe für den Sieg bekommen Die neuen Fußball-Weltmeister erhalten neben der WM-Trophäe und den Goldmedaillen einen weiteren Preis für ihren Titelgewinn. Die Fifa vergibt erstmals Ringe an den Sieger des Finals zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag in East Rutherford (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV), wie der Weltverband mitteilte. Eine Seite des Rings solle die WM-Trophäe zeigen, die andere die Identität des Teams widerspiegeln, hieß es weiter. Direkt nach dem Finale sollen der Kapitän und der Trainer der Siegermannschaft eine vorläufige Version erhalten. Insgesamt gibt es 30 Ringe für das Gewinnerteam, diese werden zu einem späteren Zeitpunkt angefertigt. Dazu sollen 1.996 Ringe an Fans verkauft werden. Dass Meisterteams Ringe für ihren Triumph erhalten, ist vor allem im amerikanischen Sport Tradition. So werden unter anderem an die Champions in der NFL und NBA Meisterringe vergeben. Diese sind häufig mit wertvollen Edelsteinen besetzt und werden zum größten Teil von den Besitzern der Teams finanziert. Miriam Braun Trotz Kritik: Ouahbi bleibt Nationalcoach von Marokko Marokkos Fußball-Verband hält trotz des verpassten WM-Halbfinals an Trainer Mohamed Ouahbi fest. Der Beschluss sei in einer Sitzung des Exekutivkomitees gefasst worden, teilte Verbandsfunktionär Abdessalam Belegchour in einem Statement auf der Plattform X mit. Marokkos Nationalteam war im Viertelfinale an Frankreich (0:2) gescheitert. Danach hatte es auch kritische Pressestimmen gegenüber Ouahbi gegeben. Belegchour betonte nun, dass in der Sitzung „das Vertrauen in Trainer Mohamed Ouahbi bekräftigt wurde, damit er seine Arbeit in der kommenden Zeit fortsetzen kann“. Der 49 Jahre alte Cheftrainer hatte erst Anfang März das Amt von Walid Regragui übernommen. Im vergangenen Jahr war ihm mit der U20 der Gewinn des WM-Titels gelungen. Bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hatte er die „Löwen vom Atlas“ in der Gruppenphase auf Platz zwei hinter Brasilien geführt. Siege in den K.-o.-Duellen gab es im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande und im Achtelfinale gegen Kanada. 2022 hatte Marokko als erste Mannschaft aus Afrika ein WM-Halbfinale erreicht. Marc Renner Oberschenkelblessur: Spanien zittert um Jungstar Lamine Yamal Drei Tage vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Titelverteidiger Argentinien sorgt diese Nachricht für großes Zittern in Spanien: Jungstar Lamine Yamal hat beim Mannschaftstraining gefehlt. Wie die Sportzeitung „Marca“ berichtete, absolvierte der 19-Jährige ebenso wie Teamkollege Pedro Porro nur eine individuelle Einheit. Grund dafür ist eine Blessur am linken Oberschenkel. Diese hatte sich der Offensivspieler des FC Barcelona im Halbfinale gegen Frankreich (2:0) zugezogen. Yamal war mit Frankreichs Verteidiger Lucas Digne kollidiert, als dieser den heraneilenden Spanier bei einem Klärungsversuch nicht gesehen und ihn am Oberschenkel getroffen hatte. Dies führte zum Strafstoß, den Mikel Oyarzabal zum 1:0 verwandelte. Szene mit Folgen: Der Franzose Lucas Digne (re.) foult Lamine Yamal. Der fällige Elfmeter brachte das 1:0 für Spanien – und wirkt jetzt bei Yamal nach. Porro pausierte wegen muskulärer Probleme. Wie „Marca“ berichtete, sieht Trainer Luis de la Fuente kein Problem in dem individuellen Training beider Spieler. Es sei kein Grund zur Sorge, sondern nur eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Marc Renner Matthäus über Tuchel und Nagelsmann: „Überschlaue Trainer“ Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht nach dem Halbfinal-Aus von England bei der Fußball-WM gegen Argentinien (1:2) Parallelen zwischen Thomas Tuchel und Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Beide als Taktiker bekannte Coaches haben nach Ansicht des 65-Jährigen personelle Fehler begangen. „Ich habe großen Respekt vor Thomas Tuchel, aber er hat sich verzockt!“,sagte Matthäus der „Bild“. Nagelsmann habe mit Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger im zentralen Mittelfeld auf einen strategisch wichtigen Führungsspieler verzichtet. „Auch deshalb ist Deutschland so früh ausgeschieden. Tuchel nahm seinen Strategen (Declan) Rice raus. Das macht man nicht, es sei denn, er ist verletzt. Das sind dann die überschlauen Trainer, die unbedingt etwas Besonderes machen wollen“, sagte der einstige Nationaltrainer von Ungarn und Bulgarien. England habe ein starkes Turnier gespielt und sei auch gegen Argentinien leicht besser gewesen. „Bis Taktiker Tuchel diesen taktischen Fehler machte. Rice ist wichtig für die Statik. Mit seinen Wechseln hat Tuchel die gesamte Struktur des Spiels verändert und den Argentiniern gezeigt, dass er nur noch defensiv spielen will“, meinte der Weltmeister von 1990. Marc Renner Trumps WM-Debüt im Finale: Kein Entgehen für den Weltmeister Zum WM-Finale mit Lionel Messi und Lamine Yamal taucht Donald Trump dann doch noch auf. Mit Ausnahme seiner Einmischung im Rote-Karten-Skandal um US-Profi Folarin Balogun hat sich der US-Präsident beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko bislang komplett rausgehalten und nicht ein Spiel besucht. Die Befürchtungen, dass die WM von Trump überschattet werde, haben sich nicht bestätigt. Am Sonntag beim Finale zwischen Spanien und Argentinien (21 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) führt aber kein Weg am mächtigsten Mann der Welt vorbei - zumindest nicht für den neuen Weltmeister. Denn Trump wird bei der Siegerehrung nicht nur in einer Reihe stehen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino und gemeinsam mit weiteren Repräsentanten des Weltfußballs Hände schütteln und Glückwünsche aussprechen, wie das in der Vergangenheit üblich war. Gut einen Monat nach seinem 80. Geburtstag will der er den goldenen Pokal an den Kapitän der Weltmeistermannschaft, entweder Argentiniens Messi oder Spaniens Rodri, übergeben. So hat es Infantino angekündigt. Donald Trump mit dem WM-Pokal vor dem Turnier. Am Sonntag wird er ihn an den Sieger übergeben. dpa Marc Renner Falkland-Provokation: London erwartet von Fifa eine Untersuchung Die britische Regierung erwartet vom Fußball-Weltverband Fifa eine Untersuchung zu der Provokation mit einem politischen Banner nach dem Halbfinal-Aus der englischen Nationalelf gegen Argentinien. Die Spieler des südamerikanischen Landes hatten nach ihrem 2:1-Triumph über die „Three Lions“ in der US-Metropole Atlanta ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Falkland-Inseln sind argentinisch“) auf dem Platz gezeigt. „Wir erwarten von der Fifa, dass sie das untersuchen“, sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle im BBC-Fernsehen. Politik müsse aus dem Fußball herausgehalten werden, so der Minister weiter. Der Sprecher des britischen Premiers Keir Starmer sagte zu der Provokation: „Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv.“ Die Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen. Bislang äußerte sich die Fifa nicht zu dem Vorfall. Großbritannien und Argentinien hatten im Falkland-Krieg 1982 einen bewaffneten Konflikt über die Kontrolle der Inselgruppe im Südatlantik ausgetragen mit Hunderten Toten. Dem britischen Militär gelang es damals, die argentinischen Angreifer von dem dünn besiedelten Überseegebiet zu vertreiben. Die Niederlage beschleunigte den Fall der Militärregierung in dem Land. Doch bis heute hat Buenos Aires hat seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben. Marc Renner Marc Renner „Moment des Stolzes“: WM-Finale wird zum Marketing-Triumph für Adidas Für den Sportartikelhersteller Adidas wird das Finale der Fußball-WM zu einem Triumph im Duell der Ausrüster. Im Endspiel am Sonntag stehen sich mit Argentinien und Spanien zwei von dem fränkischen Konzern ausgerüstete Nationalmannschaften gegenüber. Der große Rivale Nike geht dagegen ausgerechnet bei der WM im eigenen Land leer aus, nachdem seine letzten Hoffnungen mit der Niederlage Englands im Halbfinale am Mittwoch zerschlagen wurden. Für Adidas bedeutet das rein von der Marke mit den drei Streifen dominierte Finale eine enorme Steigerung der Sichtbarkeit. Der Erfolg auf dem Spielfeld spiegelt sich auch in der jüngsten Geschäftsentwicklung wider. Der Anteil von Adidas am Schuhmarkt stieg Daten des Analysehauses M Science zufolge im Juni auf 19,2 Prozent von 16 Prozent im Vorjahr. Nike verlor im selben Zeitraum Marktanteile. Adidas sei der „klare Gewinner“, erklärte ein Analyst von M Science. Der Konzern aus Herzogenaurach, ein offizieller WM-Sponsor, rechnete allein für das zweite Quartal mit Bestellungen für WM-Produkte im Wert von rund 250 Millionen Euro. Adidas bezeichnete das WM-Finale als „Moment des Stolzes“ für das Unternehmen, wollte sich jedoch nicht zu Umsatzprognosen äußern. Jubel des Algeriers Riyad Mahrez vor dem Adidas-Logo auf der Bande gegen Österreich: Adidas war nicht nur als Ausrüster zahlreicher Teams, sondern auch als offizieller Werbepartner der Fifa unter anderem am Spielfeldrand sehr präsent. Imago Nike hatte ebenfalls stark in das Turnier investiert, unter anderem mit einer aufwendigen Werbekampagne. Einem Analysten von Morningstar zufolge sind die Probleme des US-Konzerns jedoch grundlegender. „Es gibt wichtigere Themen wie Innovation bei Schuhen, Lagerkontrolle und die Stabilisierung von Umsatz und Margen in China“, sagte David Swartz. Die Nike-Aktie hat in diesem Jahr fast ein Drittel an Wert verloren, da Anleger mit dem Fortgang der Sanierungsstrategie unzufrieden sind. Ein Nike-Sprecher sagte, die Vision des Unternehmens für den Fußball sei „nie an einen einzigen Moment gebunden“ gewesen. Neben dem Sponsoring von Nationalmannschaften hatte Nike vor der WM zwei neue „Mercurial“-Fußballschuhe vorgestellt, Partnerschaften mit lokalen Streetwear-Designern geschlossen und das Fußball-Merchandise in weltweit mehr als 5000 Nike- und Einzelhandelsgeschäften aktualisiert. Die WM-Kampagne „Rip the Script“ – deren Herzstück ein Film mit Fußballikonen und Prominenten wie dem französischen Stürmer Kylian Mbappe und dem Reality-TV-Star Kim Kardashian ist – erzielte laut Nike in der ersten Turnierwoche 1,5 Milliarden Aufrufe. Bis zum Anpfiff verkauften sich die Trikots der Nationalmannschaften 2,5-mal häufiger als im vergleichbaren Zeitraum der WM 2022 in Katar. Werbung mit dem Slogan „Rip the Script“ rund um eine Nike-Filiale in London mit Englands Marcus Rashford und dem Brasilianer Vini Jr. (re.). Bloomberg Lukas Bay Rooney und Lineker attackieren Tuchel: „Unbegreiflich“ Nach Englands WM-Aus gegen Argentinien prasselt heftige Kritik auf Nationaltrainer Thomas Tuchel ein. Auslöser sind seine taktischen Umstellungen nach dem Führungstreffer. „Wenn man Messi und Argentinien erlaubt, dass sie auf einen zustürmen, dann sucht man förmlich nach Ärger. Die Wechsel, die wir vorgenommen haben, haben uns nicht geholfen. Ich bin am Boden zerstört“, äußerte etwa der frühere Nationalspieler Wayne Rooney. Für den 80-maligen Nationalspieler Gary Lineker ist es „absolut unbegreiflich, dass man ausgerechnet gegen den besten Fußballspieler aller Zeiten die Taktik verfolgt, seine Spieler tief stehenzulassen“. Auch Michael Owen hatte keine positiven Worte für Tuchel übrig. „Welche Botschaft sendet das aus?“, fragte der Ballon-d'Or-Gewinner von 2001 auf der Plattform X. „Solange wir nicht verstehen, dass Mut und Courage bedeuten, unter Druck den Ball in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren – statt den Ball einfach 40 Meter nach vorn zu schlagen oder zu köpfen –, wird das Ergebnis immer dasselbe sein.“ Lukas Bay Argentinien lacht über Pickfords Spickzettel Jordan Pickford war auf alles vorbereitet – nur nicht darauf, dass sein Elfmeter-Spickzettel nach dem WM-Aus ausgerechnet die Argentinier zum Lachen bringen würde. Statt im Elfmeterschießen zum Einsatz zu kommen, landete der geheime Matchplan des englischen Nationaltorhüters in den Händen des Finalisten - und wurde zum Hit in den sozialen Medien. Auf seiner Trinkflasche klebte ein Zettel mit Notizen, in welche Ecke die einzelnen argentinischen Schützen bevorzugt schießen - und wohin Pickford entsprechend springen wollte. Lionel Messi und mehrere Mitspieler studierten neugierig den umsonst geschriebenen Spickzettel, lachten und reichten die Flasche untereinander weiter. Der Fitnesstrainer der Argentinier, Luis Martin, teilte ein entsprechendes Bild auf Instagram und schrieb spöttisch: „Schade, dass wir nicht denselben Plan hatten.“ Später löschte er den Beitrag.