WM 2026: Erst Unwetter, dann Vollgas - Mexiko bucht Achtelfinal-Ticket
"Wir haben noch nicht ganz begriffen, was wir da geleistet haben. Wir nutzen unseren Heimvorteil voll aus", sagte Mittelfeldspieler Erik Lira nach der Partie: "Uns sind keine Grenzen gesetzt." Und Torschütze Quinones fügte hinzu: "Das war erst der erste Schritt." Der Anpfiff der Partie hatte sich aufgrund eines Unwetters um eine Stunde nach hinten verschoben. Mexiko, das mit drei Siegen ohne Gegentor aus der Gruppenphase ins Sechzehntelfinale eingezogen war, ließ sich davon nicht beeindrucken. Mexiko sofort auf dem Gaspedal "El Tri" war das Selbstvertrauen vom Start weg deutlich anzumerken, das Team von Trainer Javier Aguirre begann druckvoll, spielbestimmend und suchte sofort die Offensive. Nach einer messerscharfen Flanke von Luis Romo köpfte Jimenez den Ball freistehend aus acht Metern am Tor vorbei (6.). Der Ton war gesetzt, Mexiko blieb auf dem Gaspedal und spielte Vollgas-Fußball. Jungstar Gilberto Mora feuerte den nächsten Warnschuss aus halbrechter Position auf den ecuadorianischen Kasten (15.). Dritter WM-Treffer von Quinones Und auch wenn John Yeboah Ecuador kurz darauf mit einem Schuss an den Außenpfosten ebenfalls offensiv anmeldete (18.), fand der mexikanische Sturmlauf in der 22. Minute seinen vorläufigen Höhepunkt: Quinones sprintete in der eigenen Hälfte los, ließ sich nicht aufhalten und drosch den Ball aus zwölf Metern ins kurze Eck knapp unter die Latte. Es war bereits sein dritter Turniertreffer. Was aber nicht bedeutete, dass der WM-Gastgeber nun genug hatte. Im Gegenteil. Joel Ordonez brachte Mexiko mit einem Fehlpass in aussichtsreiche Position, Jimenez sagte "Gracias" und erhöhte mit dem nächsten präzisen Halbdistanz-Schuss auf 2:0 (31.). Zwei Wirkungstreffer für Ecuador Deutschland-Bezwinger Ecuador fand einfach kein Mittel gegen das stringente, direkte Spiel der Mexikaner. Es waren zwei Wirkungstreffer. Nur Yeboah versuchte es noch im ersten Abschnitt (40.). Auf der anderen Seite hätte Mora vor der Pause sogar noch erhöhen können (45.). Es wäre nicht unverdient gewesen. Erst im zweiten Abschnitt nahm die mexikanische Dominanz etwas ab, Ecuador hatte nun mehr vom Spiel. Allein: Viel sprang dabei nicht heraus. Die Südamerikaner hatten zwar jede Menge Ballbesitz, richtige Chancen resultierten aus dieser nun optischen Überlegenheit jedoch nicht. Dadurch verlor die im ersten Abschnitt so rasante Partie gleichzeitig auch an Sturm und Drang. Mexiko im Achtelfinale erneut im Aztekenstadion Mexiko schaute sich an, was Ecuador so zu bieten hatte, behielt dennoch die Kontrolle und verteidigte kompromisslos. Dazu blieb der Gastgeber über Konter immer wieder gefährlich. Nach einem solchen hatte Cesar Montes jeweils nach einer Ecke gleich zweimal per Kopf die Chance auf das dritte Tor (66./67.), brachte den Ball aber beide Male aus kurzer Distanz nicht im Kasten unter. Es dauerte schließlich bis zur 74. Minute, ehe Kevin Rodriguez die erste richtig gute Chance für Ecuador in der zweiten Hälfte hatte. Frei vor dem mexikanischen Tor legte er unter Bedrängnis den Ball aber knapp vorbei. Mehr fiel den Südamerikanern nicht ein, in der Nachspielzeit kassierte der Ex-Leverkusener Piero Hincapie noch völlig unnötigerweise die Rote Karte, da er sich im Zwiegespräch die Hand vor den Mund gehalten hatte. Am Resultat änderte das freilich nichts mehr. Der Gastgeber darf dadurch weiter vor heimischem Publikum spielen. Am Montag (06.07.2026, 2 Uhr) geht es im Aztekenstadion im Achtelfinale nun entweder gegen England oder die DR Kongo.