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WM 2026: FIFA-Ärger droht - Argentinien feiert mit brisantem Falkland-Plakat

Sport

"Las Malvinas son argentinas" ("Die Malvinas sind argentinisch") war in Versalien in dunkler Schrift auf einem weißen Laken zu lesen, das Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso in der Hand hielten. Das Banner war zuvor auch auf den Zuschauerrängen zu sehen gewesen. Argentinien erreichte mit dem 2:1 das WM-Endspiel gegen Spanien. "Und sie werden immer argentinisch sein", erklärte Mittelfeldspieler Leandro Paredes, als er auf das Plakat angesprochen wurde. "Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten", sagte der Argentinier weiter. FIFA verbietet politische Botschaften Mit dem Spruch unterstreicht Argentinien seinen Anspruch auf die sogenannten Malvinas, wie die Falklandinseln im Land genannt werden. Argentinien und Großbritannien hatten 1982 mehr als 70 Tage lang Krieg um die Falklandinseln vor der Küste Argentiniens geführt. Dabei starben rund 1.000 Soldaten. Großbritannien betrachtet die Falklandinseln als britisches Überseegebiet. Bei einem Referendum 2013 stimmten die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für den Verbleib beim Vereinigten Königreich. Die FIFA untersagt bei ihren Wettbewerben politische, ideologische oder religiöse Botschaften. Verstöße können disziplinarische Maßnahmen gegen Spieler oder Verbände nach sich ziehen. Welche Sanktionen im konkreten Fall drohen, ist offen. Möglich wären eine Geldstrafe gegen den Verband oder Sperren gegen beteiligte Spieler. Britische Regierung sieht "eklatanten Verstoß" Die britische Regierung hat die FIFA zu Ermittlungen gegen die argentinische Nationalmannschaft wegen des Transparents aufgefordert. Wirtschaftsminister Peter Kyle sprach am Donnerstag von einem "eklatanten Verstoß" gegen das Verbot politischer Botschaften auf dem Spielfeld. "Wir erwarten von der FIFA, dass sie das untersuchen." Das Büro von Premierminister Keir Starmer unterstützte die Forderung. "Die Weltmeisterschaft gehört vielleicht nicht uns, aber die Falkland-Inseln ganz sicher", erklärte eine Regierungssprecherin in London. Argentiniens Rechtsaußen-Präsident Javier Milei stellte sich hingegen hinter die argentinische Nationalmannschaft. Der Weltverband äußerte sich zunächst nicht. Ähnlicher Fall bei EM 2024 Bei der EM 2024 hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Dort hatte der spanische Star-Spieler Rodri nach dem Final-Sieg über England mehrmals den bekannten Schlachtruf spanischer Fans, mit dem sie englische Kontrahenten zu piesacken pflegen, bemüht. "Gibraltar ist spanisch", sang der 28-Jährige und viele seiner Mitspieler sowie Fans stimmten mit ein. Die Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA hatte ihn und auch Alvaro Morata, der sich bei Feierlichkeiten über Jamal Musiala lustig gemacht hatte, für ein Länderspiel nach der EM gesperrt. "Das ist kein Spiel wie jedes andere" Schon vor der Partie war die Erinnerung an den Falkland-Krieg sehr präsent gewesen. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor einer Vermischung des WM-Halbfinals mit dem Krieg gewarnt. Das hatte die Vize-Präsidentin seines Landes ganz anders gesehen. "Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere", schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: "Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr." Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft. Die US-Behörden hatten das Halbfinale als Hochrisikoereignis eingestuft. Mit mehr als 1.600 Einsatzkräften rund um das Stadion sollte möglichen Ausschreitungen oder politischen Provokationen vorgebeugt werden.

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