WM 2026 im Liveblog: Belgien will "Fall Balogun" weiter verfolgen
Die FIFA untersucht einen Vorfall zwischen dem Streamer und YouTuber IShowSpeed und einem Fan während des WM-Spiels zwischen Argentinien und Kap Verde. IShowSpeed übertrug die Partie am Freitag per Livestream und war dabei zu hören, wie er einen Fan im Argentinien-Trikot fragte, was dieser über ihn gesagt habe. Der auf Spanisch sprechende Fan schien dem Schwarzen YouTuber demnach zu sagen, er solle "zum Zoo gehen und dort weinen". "Die FIFA verurteilt Rassismus, Hass und Diskriminierung in jeder Form aufs Schärfste", erklärte der Fußballverband in einer Stellungnahme. Anfragen an IShowSpeed und seine Pressevertreter mit der Bitte um eine Stellungnahme blieben zunächst unbeantwortet. Der 21-jährige US-Amerikaner, hat mehr als 50 Millionen Abonnenten auf YouTube, 45 Millionen Follower auf Instagram und 47 Millionen auf TikTok. Rudi Völler bleibt Sportdirektor beim DFB und wünscht sich mehrere 2014er-Weltmeister in entscheidender Rolle beim Deutschen Fußball-Bund. "Da gibt es welche, die nach mir oder auch mit mir, Thema werden können", sagte Völler in einer Medienrunde. "Da gibt es einige dabei, die das wollen und das wird auch so kommen", sagte der 66-Jährige weiter und forderte: «Die Generation ist auch ein bisschen in der Pflicht, vielleicht mal Verantwortung zu übernehmen.» Namentlich nannte der Weltmeister von 1990 Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira. «Hoffentlich habe ich niemanden vergessen. Das sind Namen, die kann ich mir alle vorstellen, irgendwann mal beim DFB in irgendeiner Rolle, ob mit mir oder nach mir», befand Völler, der seinen bis 2028 laufenden Vertrag beim DFB erfüllen will. Die WM-Begeisterung nimmt Argentinien jetzt richtig Fahrt auf. Nach dem dramatischen 3:2-Erfolg der "Albiceleste" im Achtelfinale gegen Ägypten kam es in Buenos Aires und anderen Städten zu spontanen Jubelszenen, die schon ein wenig an den WM-Triumph 2022 erinnerten. In der Hauptstadt versammelten sich mehrere Tausend Menschen rund um den Obelisken und feierten Lionel Messi und das gesamte Team. Bis in die Abendstunden verwandelten sie die Teile der Innenstadt in eine Partyzone. Der belgische Fußballverband wird den "Fall Balogun" auch nach dem Weiterkommen im WM-Achtelfinale gegen die USA weiter beobachten. Grund dafür seien Bedenken hinsichtlich "Rechtssicherheit, Transparenz, Gleichbehandlung und Fair Play", erklärte der Verband am Dienstag in einer Pressemitteilung. Der Verband ist "überzeugt, dass der internationale Fußball ein Disziplinar- und Verwaltungssystem benötigt, das diese Prinzipien und das Fair Play uneingeschränkt wahrt", schrieb der RBFA. Man wolle "jegliche Form von Willkür vermeiden" und fühle sich in diesem Vorgehen "von Millionen von Fans weltweit sowie von vielen anderen Verbänden unterstützt". Der Fußball-Verband der USA hat seinen Wunsch nach einer weiteren Zusammenarbeit mit Nationaltrainer Mauricio Pochettino bekräftigt. US Soccer bestätigte am Tag nach dem WM-Aus im Achtelfinale gegen Belgien (1:4), dass es schon vor dem Turnier "positive Gespräche" über eine Vertragsverlängerung gegeben habe. "Wir waren übereingekommen, diese Gespräche nach einer Phase der Erholung und Reflexion nach der Weltmeisterschaft fortzusetzen", hieß es in einer Mitteilung. Pochettino ließ sich nach dem Spiel am Montagabend keine konkreten Aussagen zu seiner Zukunft entlocken. "Jetzt ist nicht der Moment, darüber zu sprechen", sagte der Argentinier. Vielmehr sei "jetzt der Moment, das Turnier zu betrachten, zu bewerten. Wissen Sie, ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen anfangen können zu reden, falls der US-Verband sprechen möchte…" Nach dem unglücklichen Aus im WM-Achtelfinale hat der ägyptische Fußball-Nationaltrainer Hossam Hassan schwere Vorwürfe erhoben. "Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden", sagte der 59-Jährige nach dem 2:3 (1:0) gegen Titelverteidiger Argentinien und nahm Schiedsrichter Francois Letexier aus Frankreich ins Visier. "Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt", behauptete Hassan und betonte, man habe ihn im Vorfeld "abgelehnt". Vor allem die spielentscheidende Szene brachte ihn in Rage: "Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden." Nach Ansicht der Ägypter habe es vor dem argentinischen Siegtor durch Enzo Fernández (90.+2) ein Foul an Hamdy Fathy im argentinischen Strafraum gegeben. Außerdem sei seinem Team ein Tor von Mostafa Ziko (58.) "aus welchen Gründen auch immer" aberkannt worden. "Wir hatten den Sieg verdient, aber wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren", ereiferte sich Hassan, "das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden." Einmal in Fahrt, beklagte sich der Coach auch über die Anstoßzeit am Mittag. "Wer ein Spiel für 12.00 Uhr ansetzt, hat nie selbst Fußball gespielt", sagte er, "sollen die Spieler um 7.30 Uhr Mittag essen?" Sein Fazit nach dem WM-Aus: "Viele Dinge sind fragwürdig - auf dem Feld und außerhalb. Das schadet der Glaubwürdigkeit." Der 3:2-Comebacksieg der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Achtelfinale gegen Ägypten hat Trainer Lionel Scaloni sichtlich mitgenommen. Im Interview wenige Minuten nach dem Schlusspfiff rang der Coach um Worte. Tränen standen ihm in den Augen. "Ich kann nicht mehr. Tut mir leid. Das ist zu viel. Was für eine Gruppe von Spielern", sagte Scaloni. Dann brach er das Gespräch ganz plötzlich und emotional vollkommen aufgewühlt ab. Scaloni ist für seine Tränen bekannt - sei es auf Pressekonferenzen beim Wiedersehen mit ehemaligen Wegbegleitern oder auf der Bank. Nur eines macht der frühere Abwehrspieler praktisch nie: richtig jubeln. "Der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni war mein Mitspieler bei Lazio Rom, wir stehen noch regelmäßig in Kontakt. Er hat ein Telefonat von Messi und mir arrangiert, nachdem er meinen WM-Torrekord eingestellt hat. Das war schon sehr bewegend", erklärte Miroslav Klose in einem Talk seines Klubs des 1. FC Nürnberg. Es sei das erste Mal, dass Klose und Messi abseits des Platzes gesprochen haben. "Er hat gesagt, er schickt mir ein unterschriebenes Trikot", sagte der 48 Jahre alte Klose laut Clubmitteilung. Ein kleiner Schockmoment für Englands Trainer Thomas Tuchel hat nach dem Achtelfinal-Erfolg gegen Mexiko für Lacher gesorgt. In einem Instagram-Video ist zu sehen, wie sich Verteidiger John Stones nach dem Spiel beim Feiern in der Kabine plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht die rechte Schulter hält. Mittelfeldspieler Declan Rice macht den deutschen Trainer auf die vermeintliche Verletzung aufmerksam, Tuchel schaut mit besorgter Miene in die Richtung seines Verteidigers. Dann beginnt Stones, mit seinem scheinbar verletzten Arm zur Musik zu tanzen. In der Kabine der Three Lions bricht Gelächter aus, auch Tuchel fängt an zu lachen und nimmt seinen Schützling in den Arm.