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WM 2026 im Liveblog: Nagelsmann laut Medien vor dem Aus

Sport

Eine besondere WM erfordert besondere Maßnahmen: Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen wendet sich vor dem Sechzehntelfinalspiel gegen Spanien in einer Videobotschaft mit einer herzerwärmenden Bitte an die Eltern jüngerer Kinder. "Lassen Sie sie heute, am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben", sagte er in einer Videobotschaft aus seinem Büro rumringt von jubelnden Kindern in Fußballtrikots. Eltern aller Kinder, die das Nationalteam anfeuern wollten, bittet er ein Auge zuzudrücken, so van der Bellen. "Solche Erinnerung nimmt man doch sein Leben lang mit. Und obendrein haben wir derzeit die letzten Tage vor den Ferien." Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich der langen Reihe der Kritiker von Bundestrainer Julian Nagelsmann angeschlossen. "Julian Nagelsmann hat es nicht geschafft, eine Mannschaft zu formen. Für mich ist deshalb völlig klar, dass er nicht weiter Bundestrainer sein kann", sagte der 81-Jährige der Münchner Abendzeitung. Zwanziger, der den DFB von 2006 bis 2012 angeführt hatte, kritisierte auch die zu hohe Erwartungshaltung. "Die Mannschaft wurde nicht nur vom Bundestrainer, sondern von der gesamten sportlichen Leitung und dem DFB-Präsidium überbewertet. Man hat als Ziel den Weltmeistertitel ausgegeben, was nicht realistisch war", sagte er. Nach einem Gipfel mit den Verbandsbossen in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstagvormittag steht Bundestrainer Julian Nagelsmann anscheinend unmittelbar vor der Ablösung. Informationen der "Bild" zufolge verließ der aus München eingeflogene Nagelsmann das dreistündige Treffen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig, Sportdirektor Rudi Völler und Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke in Frankfurt/Main kurz vor halb zwei am Steuer einer schwarzen Limousine. Zunächst soll Nagelsmann seine Sicht auf das WM-Debakel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay geschildert haben. Sportliche Fehleinschätzungen seien ebenso Thema gewesen wie die Atmosphäre im inzwischen heftig kritisierten WM-Camp von Winston-Salem. Dann wurde Nagelsmann laut "Bild" ein freiwilliger Rücktritt nahegelegt, der Bundestrainer habe Bedenkzeit erhalten. Bis "spätestens Ende der Woche" werde eine Entscheidung fallen, am Donnerstag soll nach SID-Informationen nichts mehr verkündet werden. Als klarer Favorit auf Nagelsmanns Nachfolge gilt Jürgen Klopp. Medienberichten zufolge soll er für das Amt bereitstehen. Nach dem bitteren Sechzehntelfinal-Aus hat Senegals Leistungsträger Pape Gueye aus Unzufriedenheit mit dem Trainerstab seinen vorläufigen Abschied von der Nationalmannschaft verkündet. "Ich werde später noch ein paar Worte zum Ausscheiden sagen, aber ich gebe heute bekannt, dass ich eine Pause von der Nationalmannschaft einlegen werde, solange dieses Trainerteam im Amt bleibt", schrieb der 26-Jährige auf Instagram. Der Mittelfeldspieler vom spanischen Erstligisten FC Villarreal war beim 2:3 (2:2, 1:0) nach Verlängerung gegen Belgien von Senegals Nationaltrainer Pape Thiaw in der regulären Spielzeit in der 66. Minute ausgewechselt worden. Im Anschluss an das Last-Minute-Aus hatte Gueye bereits seine Unzufriedenheit über die frühe Auswechslung angedeutet. "Körperlich ging es mir gut", sagte er: "Aber letztendlich sind das die Entscheidungen des Trainers. Die muss man respektieren." Das WM-Aus mit Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale hat den früheren Bundesliga-Profi Sergej Barbarez sichtlich mitgenommen. Der 54 Jahre alte Nationaltrainer, der einst insbesondere beim Hamburger SV Publikumsliebling war, lief nach dem 0:2 gegen die USA tief bewegt mit Tränen in den Augen über den Rasen des Stadions in Santa Clara. "Ich habe den Jungs direkt nach dem Spiel gesagt, wie stolz ich auf sie bin", sagte Barbarez nach dem Spiel. "Ich habe ihnen gratuliert, und ich war wirklich stolz auf ihre Leistung. Das hat mich emotional berührt." Im Moment sei er "der stolzeste Trainer auf der Welt". Nationalspieler Jonathan Tah würde trotz seines Fehlversuchs beim WM-Aus gegen Paraguay wieder im Elfmeterschießen antreten. "Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen", schrieb der Abwehrspieler des FC Bayern bei Instagram. Tah gab aber auch zu, dass ihn sein Fehlschuss noch immer beschäftige. Portugals Nationalspieler wollen auch für ihren verstorbenen Mitspieler Diogo Jota das Ticket für das WM-Achtelfinale lösen. "Wir haben viele Gründe, dieses Spiel gewinnen und die nächste Runde erreichen zu wollen. Dazu kommt dieser besondere Anlass", sagte Mittelfeldstar Vitinha: "Wir wollen für unsere Familien, für Diogo Jota und für ganz Portugal erfolgreich sein." Die vor dem Turnier hoch gehandelten, bislang aber nur bedingt überzeugenden Portugiesen treffen an Jotas erstem Todestag im Sechzehntelfinale am Freitag um 1 Uhr auf Kroatien. Jota war am 3. Juli 2025 im Alter von 28 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Mitfavorit Spanien kann bei einem Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Österreich im weiteren Turnierverlauf wohl wieder auf Nico Williams zurückgreifen. "Das ist nur ein kleineres Problem", sagte Nationaltrainer Luis de la Fuente zur Blessur des Angreifers. Der amtierende Europameister trifft heute (21 Uhr/ARD) in Inglewood südlich von Los Angeles auf Österreich. Bei einem Erfolg ginge es am 6. Juli in Dallas weiter, Gegner wäre dann entweder Portugal oder Kroatien. Auch mit Abstand ist der Frust bei Joshua Kimmich über das frühe Scheitern groß. "Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen", schrieb der Kapitän bei Instagram: "Wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig." Der Bayern-Profi betonte dennoch, er sei "stolz" darauf, "Kapitän dieser Mannschaft zu sein". Und er bekräftigte, dass ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft für ihn kein Thema sei: "Aufgeben ist für mich niemals eine Option." Österreich muss im Sechzehntelfinale gegen Spanien auf Außenverteidiger Phillipp Mwene verzichten. Der 32-Jährige vom FSV Mainz 05 fällt aufgrund einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel aus. Mwene zählt zum Stammpersonal von Österreichs Teamchef Ralf Rangnick. Die Partie gegen Spanien ist für Österreich das erste K.-o.-Spiel bei einer Fußball-WM seit 1954. Die Partie findet am Donnerstag um 12 Uhr Ortszeit (21 Uhr) in Inglewood bei Los Angeles statt.

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