WM 2026: Messi überholt - zumindest für einen Tag gibt es einen neuen Rekordtorschützen
Frankreichs Topstürmer Kylian Mbappé ist in der ewigen WM-Torjägerliste am argentinischen Superstar Lionel Messi vorbeigezogen. Der Kapitän der Équipe Tricolore erzielte im Spiel um Platz drei gegen England (4:6) die Treffer zum 1:4 (47. Minute) und 3:4 (66.) und steht nun bei insgesamt 22 Treffern bei Fußball-Weltmeisterschaften. Im laufenden Turnier waren es seine Treffer Nummer neun und zehn. Messi hat 21 WM-Tore, kann aber im Endspiel gegen Spanien am Sonntag (21.00 Uhr/MagentaTV und ZDF) nachlegen. Vor dem XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hatte noch der frühere deutsche Nationalspieler Miroslav Klose mit 16 Toren die Rangliste angeführt. Mbappé und Messi sind dem Weltmeister von 2014 aber auf beeindruckende Art und Weise enteilt. Mit dem spektakulären 6:4 im kleinen Finale hat Englands Trainer Thomas Tuchel die Kritik an ihm vorerst gekontert. „Es wäre komplette Zeitverschwendung, wenn wir ihn nicht behalten würden. Ich denke, wir sollten ihn unterstützen“, sagte BBC-Experte und Ex-Nationalspieler Martin Keown nach dem Sieg gegen Frankreich. Tuchel hatte nach dem Aus im Halbfinale gegen Argentinien harsche Kritik von Medien und Experten einstecken müssen. Vor dem Anpfiff des Frankreich-Spiels schallten Buhrufe durch das Stadion von Miami, als Tuchels Foto auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde. Heftige Gewitter und starker Regen in New York haben auch die Reisepläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino durchkreuzt. „Ich sollte jetzt gerade eigentlich in Miami sein für das Spiel um Platz drei zwischen England und Frankreich“, sagte der Chef des Weltverbands in einem Instagram-Video am Samstagabend (Ortszeit). „Leider haben es uns die Wetterbedingungen hier nicht erlaubt, nach Miami zu fliegen.“ Infantino hatte sich in New York unter anderem für einen gemeinsamen Auftritt mit US-Präsident Donald Trump bei einem Fifa-Empfang am Freitag aufgehalten. Auch Richtung New York wurden wegen der Unwetter zahlreiche Flüge gestrichen. In den sozialen Netzwerken waren Nachrichten von Fans zu lesen, die deswegen um ihren Finalbesuch bangten. Zahlreiche Argentinien-Fans haben sich am Samstagabend (Ortszeit) am Times Square in New York auf das Finale eingestimmt. Viele hellblau-weiße Fahnen waren im Stadtteil Manhattan zu sehen, kleine selbst gebastelte Pokale und Menschen in Trikots – bevorzugt mit den Namen von Superstar Lionel Messi oder der 2020 gestorbenen argentinischen Fußball-Legende Diego Maradona auf dem Rücken. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum wird auf Einladung von US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney am Finale in New Jersey teilnehmen. Dies teilte Sheinbaum auf der Plattform X mit. Sie halte es für politisch wichtig, dass die drei Gastgeberländer der WM vertreten seien. „Dies ist auch ein Zeichen für unsere enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit der US-Regierung“, sagte Sheinbaum. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die deutschen Fußball-Spitzenfunktionäre verzichten auf einen Besuch des Endspiels. Neuendorf hätte als Mitglied des Fifa-Councils um Weltverbandschef Gianni Infantino einen reservierten Platz auf der Ehrentribüne. Watzke gehört als deutsches Mitglied der Uefa-Exekutive ebenfalls zum Führungszirkel der internationalen Fußball-Funktionäre. Spanien hat wegen eines Gewitters auf das Abschlusstraining vor dem WM-Finale verzichtet und geht ohne letzten Test für den zuletzt angeschlagenen Lamine Yamal ins Endspiel gegen Argentinien. Wie Medien berichteten, entschied Trainer Luis de la Fuente wegen des Wetters im Großraum New York die letzte Einheit abzusagen, statt auf ein Zeitfenster ohne Blitz und Donner zu warten. Argentinien um Superstar Lionel Messi begann das eigene Abschlusstraining mit Verzögerung. Yamal hatte im Halbfinale gegen Frankreich einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und laut spanischen Medien am Donnerstag nicht trainiert. De la Fuente sagte in der Pressekonferenz vor dem Finale, der 19-Jährige habe am Freitag mit seinen Kollegen auf dem Platz gestanden, betonte aber auch die Wichtigkeit der für Samstag geplanten letzten Einheit. Diesen Test konnte Spanien Yamal und dem ebenfalls angeschlagenen Pedro Porro, der gegen Frankreich das 2:0 erzielt hatte, nun nicht ermöglichen. Dietmar Hamann fordert weiter den großen DFB-Umbruch. Nach dem peinlichen WM-Aus der DFB-Elf im Sechzehntelfinale gegen Paraguay spricht sich der Ex-Nationalspieler für einen radikalen Neuanfang aus – stellt dabei auch erneut Kapitän Joshua Kimmich infrage. „Ich bin der Meinung, dass Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Leroy Sané keine Rolle mehr spielen sollten“, sagte Hamann im Interview mit der „Münchner Abendzeitung“. Vor allem bei Kimmich sieht der 51-Jährige keinen Neuanfang mehr. „Mit Kimmich waren wir bei den letzten fünf Turnieren nie weiter als bis im Viertelfinale. Da frage ich mich, warum das in zwei Jahren anders sein soll.“ Als neuen Kapitän könnte sich Hamann stattdessen Nico Schlotterbeck vorstellen. Außerdem sieht er Felix Nmecha als zentrale Figur für die Zukunft. Die Fifa hat seit WM-Beginn nach eigenen Angaben mehr als sieben Millionen potenziell schädliche Beiträge und Kommentare in sozialen Medien entfernt. Nach Angaben des Fußball-Weltverbandes sind das 14-mal mehr als bei der vergangenen Männer-WM in Katar 2022. Seit jenem Turnier betreibt die Fifa bei ihren Veranstaltungen einen Dienst zum Schutz vor Social-Media-Anfeindungen, der allen teilnehmenden Teams, Trainern, Spielern und Offiziellen zur Verfügung steht. Der Weltverband habe rund um das XXL-Turnier, das am Sonntag mit dem Finale Spanien gegen Argentinien endet (21 Uhr/MESZ), über 200.000 beleidigende und einschüchternde Beiträge und Kommentare gemeldet „und entsprechende Maßnahmen ergriffen“. Mehr als 1000 besonders schwerwiegende Drohungen seien den zuständigen Behörden gemeldet worden. Weil ihm nach eigenen Angaben die Einreise in die USA verweigert wurde, hat sich der frühere Weltklasse-Fußballer Joan Capdevila an Donald Trump gewandt. „Ich brauche Hilfe Donald Trump“, schrieb der frühere spanische Welt- und Europameister auf der Plattform X. „Mir wurde gerade mitgeteilt, dass ich nicht mit meinen Kindern zum Finale reisen kann, weil mir das ESTA verweigert wurde.“ Capdevila, der vor 16 Jahren mit Spanien den WM-Titel feierte, schrieb weiter: „Kann mir dabei jemand helfen? Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, mit all meinen Teamkollegen aus dem Jahr 2010 und dieser Mannschaft dort zu sein, um sie anzufeuern.“ Spanien spielt an diesem Sonntag in East Rutherford bei New York gegen Argentinien. ESTA (Electronic System for Travel Authorization) ist eine elektronische Reisegenehmigung, die für die visumfreie Einreise in die USA für Bürger bestimmter Nationen verpflichtend ist. Oliver Schmidt benötigt vor seiner Endspiel-Premiere eine ganz besondere Vorbereitung. „Ich muss mich ja auch um die Showelemente kümmern“, sagt der ZDF-Kommentator vor seinem ersten WM-Finale: „Das ist nicht unbedingt meine Kernkompetenz.“ Bereits vor dem Anpfiff (21 Uhr) der Partie Argentinien gegen Spanien sowie während der voraussichtlich verlängerten Halbzeit gibt es zahlreiche Showacts. Auftreten sollen unter anderem Justin Bieber, die südkoreanische Band BTS sowie der nigerianische Musiker Burna Boy, der mit dem venezolanischen Dirigenten Gustavo Dudamel, der Band Coldplay und einem New Yorker Grundschulchor musiziert. „Die Show nimmt bei der Übertragung weniger Zeit als das Spiel ein, erfordert aber mehr Aufwand“, so Schmidt. Der erfahrene Reporter sagt augenzwinkernd: „Die 22 Spieler auf dem Feld kenne ich schon. Wenn der Ball rollt, bin ich ein glücklicher Mensch.“ Auf Einladung von US-Präsident Donald Trump reist Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zum Finale in die USA. Sie habe sich entschlossen, dabei zu sein, da es sich um eine direkte Einladung des Präsidenten der Vereinigten Staaten gehandelt habe, erklärte die Staatschefin des Co-Gastgeberlandes. Auch Kanadas Premierminister Mark Carney werde dort sein, sagte sie vor Journalisten. Am 11. Juni hatte Sheinbaum dagegen darauf verzichtet, an der Eröffnungsfeier im eigenen Land teilzunehmen. Damals hatte sie ihre Eintrittskarte für das Aztekenstadion an eine fußballbegeisterte indigene Frau weitergegeben. Die Beziehungen zwischen Mexiko und den USA sind wegen Handels- und Sicherheitsfragen derzeit angespannt. Dies dürfte dazu geführt haben, dass Sheinbaum Trumps Einladung kurzfristig angenommen hat. Sie hat sich bisher nur einmal persönlich mit Trump getroffen, Selbst Donald Trump hat sich in die Liste der Kritiker von Thomas Tuchels Taktik im verlorenen WM-Halbfinale Englands eingereiht. Der US-Präsident schwärmte beim Fifa-Empfang in New York über Bayern-Stürmer Harry Kane – und wunderte sich über dessen Rolle beim 1:2 gegen Argentinien. „Sie haben geführt und dann ihren besten Spieler in die Defensive gestellt“, sagte Trump an der Seite von Weltverbandschef Gianni Infantino. Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel kontert die Kritik von Medien und Ex-Spielern nach dem WM-Scheitern im Halbfinale. „Wenn wir morgen gewinnen, ist es das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft seit 60 Jahren. Es ist alles eine Frage der Perspektive“, sagte der Schwabe. Der Weltmeister von 1966 trifft in Miami Gardens im Spiel um Platz drei am Samstag auf Frankreich. Tuchel räumte ein, dass England zu Frankreich und den Finalisten Spanien und Argentinien Nachholbedarf habe. „Die Lücke ergibt sich durch die Titel. Das haben sie sich über Jahre aufgebaut. Aber es ist möglich, sie zu schließen“, sagte Tuchel. Argentiniens Nationaltorwart Emiliano Martínez kämpft auch kurz vor dem Finale noch mit den Folgen einer Verletzung an der rechten Hand. „Meine Hand tut immer noch jeden Tag weh“, sagte der 33-Jährige vor der Partie gegen Europameister Spanien am Sonntag. Martínez hatte sich am 20. Mai vor dem Europa-League-Finale in Istanbul beim Aufwärmen verletzt. Er brach sich den Ringfinger an der rechten Hand. Dennoch gewann er mit dem englischen Club Aston Villa anschließend 3:0 gegen den Bundesligisten SC Freiburg. Jeder Spezialist, mit dem er gesprochen hat, habe ihm gesagt, dass eine Operation nötig sei. Er habe sich aber dazu entschieden, sie hinauszuzögern, berichtete Martínez. Trump und Fifa-Chef Gianni Infantino loben die WM in Kanada, Mexiko und den USA überschwänglich als großen Erfolg. „Das war das erfolgreichste Sportevent, vielleicht in der Geschichte der Welt. Es war großartig“, schwärmte Trump bei dem Fifa-Empfang in New York an der Seite von Infantino. Dabei deutete der US-Präsident eine erneute Bewerbung seines Landes um eine Fußball-WM an. „Ich sage, wir sollten wieder die USA auswählen. Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada draußen“, sagte Trump. Infantino habe aber noch eine andere Idee gehabt. Der Weltverbandschef habe gesagt, dass die USA beim nächsten Mal einen gemeinsamen Anlauf mit China unternehmen könnten. Wie ernst Trump diese Aussage über die unrealistische Kombination meinte, blieb unklar. „Das wären schöne kurze Flüge zwischen den Spielen“, scherzte er. „Die Spieler würden es lieben.“ Donald Trump hat sich bei Gianni Infantino für die umstrittene Entscheidung zur aufgehobenen Rotsperre des amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun bedankt und sie dem FIFA-Chef persönlich zugeschrieben. Er habe den Präsidenten des Fußball-Weltverbands angerufen und eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Trump bei einem FIFA-Empfang in New York – und wandte sich dann direkt an Infantino, der neben ihm stand: „Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen.“ Trumps Anruf und die Entscheidung zur Aufhebung der Sperre hatten weltweit, vor allem aber in Europa große Empörung ausgelöst und wurden als unzulässige Einmischung der Politik in den Sport kritisiert. „Sie haben das Spiel gewonnen und unser Team hatte alle Spieler“, sagte Trump im Trump Tower und schob dann an Infantino gerichtet nach: „Ich weiß, dass du niemals dafür die Anerkennung bekommst.“ Infantino habe eine seiner vielen guten Entscheidungen getroffen.