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WM 2026: Nächste Kontroverse nach Trump - Belgien lässt sich von den USA nichts gefallen

Sport

Audioplayer wird geladen Anzeige Belgiens Nationalmannschaft lässt sich bei der WM von den Gastgebern weiter nichts gefallen. Nach dem 4:1 gegen das US-Team inmitten der Kontroverse um die aufgehobene Rot-Sperre von US-Torjäger Folarin Balogun reichten die Belgier erneut Beschwerde ein. Das ihnen zunächst für die Vorbereitung auf das Viertelfinale gegen Spanien zugewiesene Trainingsquartier entspreche „nicht den für unsere Trainingseinheiten erforderlichen Mindeststandards“, ließ der Nationalverband RBFA wissen. Der Weltverband Fifa erlaubte den Belgiern daraufhin, statt wie zunächst geplant auf dem Gelände der Loyola-Marymount-Universität (LMU) beim MLS-Club Los Angeles Galaxy zu trainieren. Die Uni in der kalifornischen Metropole zeigte sich irritiert. „Unser Spielfeld ist in einem hervorragenden Zustand und wurde bereits von mehreren Profisportmannschaften genutzt – auch für diesen Sommer sind entsprechende Einsätze geplant“, teilte die LMU dem Portal „The Athletic“ mit. Anzeige Klar wurde einmal mehr: Die Belgier lassen sich nichts gefallen, schon gar nicht vom Gastgeber USA. Nach dem WM-Skandal um Balogun hatte Starstürmer Romelu Lukaku beim 4:1 gegen die US-Boys eine Hand ans Ohr gehoben und Fifa-Boss Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump verspottet. Und Belgiens tanzende Elf imitierte an der Eckfahne mal eben den mächtigsten Mann der Welt, indem sie dessen komischen Tanz nachahmte, der zu einem Markenzeichen des 80-Jährigen geworden ist. In der Kabine setzten sie die Parodie zu „YMCA“ von den Village People dann fort. Belgiens Verband machte sich überdies einen Spaß daraus, den besonderen Triumph zu zelebrieren. „Macht das mal rückgängig“, schrieben die Roten Teufel zu einem Foto, das Super-Joker Lukaku in der Pose des telefonierenden Funktionärs zeigte. Anzeige Die seit einem Jahrzehnt stets als Geheimfavorit gehandelten Belgier stehen ganz plötzlich und relativ unerwartet im Viertelfinale, in dem an diesem Freitag (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) in Inglewood bei Los Angeles Europameister Spanien wartet. Und das mit den gealterten Routiniers Thibaut Courtois (34 Jahre), Kevin De Bruyne (35) und Lukaku (33), der bei dieser WM als Joker aufblüht und in den vergangenen drei Partien jeweils mit seinem ersten Schuss ins Tor traf. Kein Zufall, dass zuvorderst Lukaku gegen Trump austeilte Lukaku ist dabei der Typ, hinter dem sie sich im Team alle versammeln können. Drum war es kein Zufall, dass der Torjäger vom SSC Neapel die großen politischen Sticheleien in Richtung Trump und Infantino in die Welt sendete. „Irgendwo im Leben gibt es immer Gerechtigkeit“, kommentierte Mittelfeldspieler Nicolas Raskin nach dem reifen Auftritt der Mannschaft von Rudi Garcia gegen die USA. Lesen Sie auch Dass Lukaku bei dieser WM sportlich ein letztes Hurra feiern würde, war nicht mehr absehbar. Ganze 63 Minuten hatte der bullige Sturmriese für Neapel in der abgelaufenen Spielzeit auf dem Spielfeld verbracht. Doch Garcia ließ sich davon nicht beirren, berief Lukaku in den Kader und testete schon vor der WM aus, wie viel von dem einstigen Weltklasse-Stürmer sportlich noch zu erwarten ist. Und Lukaku lieferte. Mit seiner ersten WM-Aktion gegen Ägypten bedrängte der Strafraumstürmer Mohamed Hany so, dass diesem beim 1:1 ein Eigentor unterlief. Danach enttäuschte Lukaku als Startspieler beim mauen 0:0 gegen den Iran. Ehe Garcia die glorreiche Idee hatte, den Routinier zurück in eine ungewohnte Jokerrolle zu versetzen – seitdem erzielte Lukaku in jeder Partie ein Tor, jeweils mit dem ersten Schuss. Doch der sportliche Wert ist längst nicht alles, was Lukaku dieser alternden Mannschaft vor dem großen Viertelfinale gegen die klar favorisierten Spieler gibt. Lukaku ist ein Brückenbauer in einem Team, in dem De Bruyne und Courtois seit über einem Jahrzehnt kaum miteinander sprechen. Zu einer großen Szene wurde das hitzige Wortgefecht zwischen Kapitän Youri Tielemans und Leandro Trossard beim 3:2 gegen Senegal im Sechzehntelfinale. „Wir hatten wirklich Eier“ Beim Stand von 0:2 schienen die beiden Führungsspieler derart angeregt zu diskutieren, dass selbst Handgreiflichkeiten nicht mehr utopisch schienen. Und Lukaku? Der ging dazwischen und schlichtete. „Wir hatten wirklich Eier – das braucht man in so einem Spiel“, berichtete Lukaku über sein Team. Belgiens Nationalelf schöpft gegen den großen Favoriten Spanien zudem Selbstvertrauen aus der Vergangenheit. Torwart Courtois erinnerte an den unerwarteten Sieg vor acht Jahren gegen Brasilien, als ein 2:1 im WM-Viertelfinale den ersten Einzug ins Halbfinale nach 32 Jahren ermöglichte. „Die waren favorisiert und vielleicht hatten sie individuell mehr Qualität“, sagte der Keeper von Real Madrid über Parallelen zum nächsten Spiel. „Aber ich habe das Gefühl, wir sind jetzt ein großartiges Team, und wir kämpfen.“ Courtois erinnerte an das knappe Weiterkommen gegen Senegal im Sechzehntelfinale vergangene Woche, als Belgien einen 0:2-Rückstand noch drehte. „Das hat unsere Fähigkeiten gezeigt, bis zum Ende an uns zu glauben, und das ist eine Stärke bei einer Weltmeisterschaft. Das Wichtigste ist, Spiele zu gewinnen. Es ist schön, wenn man auch gut spielt, aber das Wichtigste ist zu gewinnen, und das haben wir getan“, sagte er. Spanien hat als einziges Team bei der WM noch gar kein Gegentor kassiert. pk/dpa

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