WM 2026 – Philipp Lahm mit deutlicher Analyse nach Aus der DFB
WM 2026 – Philipp Lahm mit deutlicher Analyse nach Aus der DFB-Elf gegen Paraguay: "Keine Fortschritte, keine Idee" VonNiklas Bien Philipp Lahm hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus gegen Paraguay inhaltlich klar kritisiert. Neben einer klaren Spielidee fehlten vor allem eine Achse aus Führungsspielern, so der Weltmeister von 2014. "Wir brauchen wieder mehr Klarheit, wie wir Fußball spielen wollen", forderte Lahm in seiner Kolumne für den "kicker". Bundestrainer Julian Nagelsmann müsse hinterfragt werden. "Generell fehlt uns schlicht eine Idee: Wie wollen wir Fußball spielen?", schrieb Lahm nach der Niederlage gegen Paraguay, den klaren Außenseiter. Die Südamerikaner hatten beinahe über die gesamte Spielzeit in einem tiefen Block verteidigt, die DFB-Auswahl hatte große Mühe, gegen die stehende Defensive Lücken zu finden. Im Laufe des Spiels bastelte Bundestrainer Nagelsmann mehrfach an der Formation, zog etwa Rechtsverteidiger Joshua Kimmich ins zentrale Mittelfeld. "Wir verändern System und Aufstellung, dann geht die Klarheit abhanden. Früher hatten wir die", betonte Lahm, der mit Ausnahme der Europameisterschaft 2004 bei allen großen Turnieren mindestens bis ins Halbfinale kam und seine Laufbahn mit dem WM-Titel 2014 krönte. Lahm: Das ist anders als 2014 "Man hat keine Entwicklung der Mannschaft im Turnier gesehen. Keine Fortschritte. Keine Idee, wie sie agieren, wie sie zu Torchancen kommen, wie sie den Gegner vom eigenen Tor fernhalten will. Ich habe nie eine Mannschaft gesehen, die miteinander agiert", kritisierte Lahm. Der Kapitän gehörte 2014 zu einer Riege von "sechs, sieben" klar definierten Führungsspielern. Aus der Sicht des 42-Jährigen fehlt diese Kompetenz aktuell. "Wer sind die acht Spieler, die in der Verantwortung stehen? Die anderen Top-Nationen haben sie", schrieb Lahm. "Diese natürliche Hierarchie gibt es jetzt nicht mehr. Ein Miteinander vermisse ich seit Jahren. Es wurde viel gewechselt, was nicht geholfen hat, auch den Spielern nicht", betonte der ehemalige Defensivspieler. Lahm hinterfragt Nagelsmann Damit es in Zukunft zumindest wieder in die Richtung des erfolgreichen Jahrzehnts von 2006 bis 2016 gehen kann, braucht es aus Sicht von Lahm vor allem zwei Anpassungen: mehr Klarheit und mehr "Bewusstsein für das Verteidigen". Ob es Nagelsmann sein wird, der dieses Projekt bis zur kommenden Europameisterschaft vorantreibt, müsse aus Sicht des 42-Jährigen zur Diskussion gestellt werden. Schon bei der Heim-EM vor zwei Jahren, die in der öffentlichen Wahrnehmung durchaus positiv gesehen wird, habe das DFB-Team "nicht wirklich geglänzt". "Danach blieb eine Entwicklung aus. Jetzt zu den Top 32 der Welt zu zählen, kann nicht unser Anspruch sein. Deswegen muss er hinterfragt werden", stellte Lahm klar. Das könnte Dich auch interessieren: DFB-Stars richten sich nach WM-Debakel an Fans: "Das sitzt" Diesen Artikel teilen