WM 2026: Spanien souverän 3:0 gegen Österreich - „Wundervolles Spiel“
Angelika Ahrens Spanien souverän 3:0 gegen Österreich: „Wundervolles Spiel“ Spaniens Fußball-Künstler um Superstar Lamine Yamal klatschten sich nach der Pflichtaufgabe cool und nüchtern ab – die Österreicher ließen am Ende ihrer WM-Reise dagegen die Köpfe hängen. Der Europameister hat seine WM-Pflichtaufgabe gegen die Alpenrepublik mit 3:0 (1:0) souverän erfüllt und steht im Achtelfinale. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt“, resümierte Spanien-Coach Luis de la Fuente. „Ich bin überglücklich.“ Torjäger Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) trafen beim nie gefährdeten Erfolg der Südeuropäer. „Es war ein kompliziertes Spiel und wir wussten, dass es schwierig sein würde“, sagte Matchwinner Oyarzabal mit übertriebener Bescheidenheit. Österreichs Bundesliga-Profi Marcel Sabitzer wurde deutlicher: „Man muss sagen, dass die einfach besser sind als wir. Der Sieg ist verdient für Spanien.“ Auch Coach Rangnick sagte: „Insgesamt muss man anerkennen, dass wir auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind.“ Er haderte mit der WM-Auslosung, die Österreich den Europameister schon in der ersten K.-o.-Runde bescherte. „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“ Marc Renner Erste Krisensitzung nach WM-Aus: DFB-Spitze empfiehlt Nagelsmann laut Medienbericht Rücktritt In einer dreistündigen Sitzung soll die DFB-Spitze Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Rücktritt nahe gelegt haben. Dies berichtet die „Bild“ nach einer Aussprache des 38-Jährigen mit Spitzenfunktionären auf dem Campus des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main. Nagelsmann soll sich Bedenkzeit erbeten haben. Einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge soll die Ablösung von Nagelsmann ausgemachte Sache und bis zum Wochenende durch sein. Der Verband äußerte sich bislang nicht. Bei der Sitzung drei Tage nach dem WM-Aus gegen Paraguay waren nach Informationen der „Bild“ Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Liga-Boss Hans-Joachim Watzke und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig dabei. Nach dpa-Informationen hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Mittwoch in einer internen Mail an hochrangige Ehren- und Hauptamtliche über den Stand der Dinge informiert. Man werde weiter fortlaufend berichten. Über die Auflösung eines Vertrags von Nagelsmann würde der DFB-Aufsichtsrat entscheiden. Ebenso bei einer Verpflichtung eines Nachfolgers. Nagelsmann hat noch einen Vertrag bis zur EM 2028 und unmittelbar nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay einen Rücktritt ausgeschlossen. Als sein möglicher Nachfolger gilt Jürgen Klopp, derzeit noch Head of Global Soccer bei Red Bull. DFB-Campus in Frankfurt: Erste Krisensitzung nach WM-Debakel. dpa Marc Renner Echo aus England: „Tuchels katastrophale Entscheidung“ Trotz des Einzugs in das Achtelfinale der Fußball-WM schlagen Thomas Tuchel in England auch viele kritische Töne entgegen. „Ich habe große Bedenken. Wir freuen uns alle, dass England weitergekommen ist, aber besonders, wenn England den Ball verliert, ist die Abwehr sehr anfällig“, monierte Wayne Rooney bei der BBC nach dem mühevollen 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo. Tuchels Elf sei in vielen Bereichen „einfach nicht auf der Höhe“, bemängelte der frühere Weltklasse-Stürmer. Auch die englische Presse sparte angesichts des schwachen Auftritts nicht mit Kritik. „Thomas Tuchels katastrophale Entscheidung wäre beinahe aufgedeckt worden – England entgeht nur knapp einer WM-Überraschung“, schrieb der „Daily Star“. Die Mannschaft habe sich unerklärlicherweise in ein „Pub-Team“ verwandelt, habe „langsam und schlampig“ gespielt. „England war in diesem Spiel zeitweise wirklich am Ende“, analysierte der „Guardian“. Thomas Tuchel: In der Kritik. Reuters Vor allem die schon vor der WM viel diskutierten Personalentscheidungen des 52 Jahre alten deutschen Trainers gerieten in den Fokus. „Der eklatante Mangel an Kreativität auf der englischen Ersatzbank wurde deutlich, als ziellose Flanken in den Strafraum geschlagen wurden“, hieß es beim „Daily Star“ – das Blatt verwies dabei auf die von Tuchel nicht für die WM nominierten Premier-League-Stars Phil Foden und Cole Palmer. Die positiven Schlagzeilen gehörten wieder einmal Doppelpacker Harry Kane, der nun auf fünf Turniertreffer kommt. „Von nun an werde ich ihn Sir Harry Kane nennen“, adelte Frankreichs Ex-Stürmerstar Thierry Henry den Bayern-Angreifer beim US-Sender CBS. „Er allein war die Antwort.“ „The Sun“ bemühte ebenfalls royale Worte: „Kate & the Great“, schrieb das Boulevardblatt zu einem Foto, das den Bayern-Star nach der Partie küssend mit seiner Ehefrau zeigt, die wie Englands Herzogin ebenfalls Kate heißt. „Harry Kane rettet das glanzlose englische Team und hält den WM-Traum am Leben“, titelte der „Daily Mirror“. Harry Kane und seine Ehefrau nach dem Schlusspfiff: „Kate & the Great“. Wieder gefordert ist der 32 Jahre alte Topstürmer in der Nacht zum Montag im legendären Aztekenstadion. Dann tritt England im Achtelfinale gegen den starken Co-Gastgeber Mexiko (2.00 Uhr/MagentaTV) an. Marc Renner „Liebe Eltern ...“: Österreichs Bundespräsident hat eine ungewöhnliche WM-Bitte Für Österreich ist das Sechzehntelfinale gegen Spanien ein ganz besonderes Spiel. Wenn es nach Bundespräsident Van der Bellen geht, sollen daran trotz des späten Anstoßes auch Kinder teilhaben. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat vor dem ersten K.o.-Spiel der Nationalmannschaft bei einer Fußball-WM seit 1954 eine ungewöhnliche Bitte. „Liebe Eltern“, beginnt der 82-Jährige seine Ansprache in einem bei Facebook geteilten Video. Er habe eine Bitte, im Namen der Kinder. „Lassen Sie sie heute, also am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben“, sagte Van der Bellen. Er erklärte: „Ja, bis spät in die Nacht hinein Fernsehen ist nicht gut. Ich weiß das. Aber drücken Sie diesmal ein Auge zu, damit die Kinder, die das wollen, unser Nationalteam live anfeuern können. Solche Erinnerungen nimmt man doch sein Leben lang mit. Und obendrein haben wir derzeit die letzten Tage vor den Ferien.“ Er wünsche allen Kindern „viel Spaß beim Anfeuern“. Die Partie in Inglewood bei Los Angeles findet um 12 Uhr Ortszeit statt. In Österreich ist es dann 21 Uhr.: Marc Renner „Macht mich fertig“: Kimmich hadert immer noch mit WM-Aus Auch mit etwas Abstand ist der Frust bei Joshua Kimmich über das erneut frühe Scheitern bei einer Fußball-WM groß. „Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen“, schrieb der DFB-Kapitän in einem Post bei Instagram: „Gemeinsam hatten wir vor, eine sehr erfolgreiche WM zu spielen, Deutschland würdig zu vertreten und einen kleinen Beitrag für eine positive Entwicklung in unserem Land zu leisten. Und wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“ Deutschland war bei dieser WM bereits in der ersten K.-o.-Runde gegen Paraguay ausgeschieden. Bei den Turnieren 2022 und 2018 war das Aus bereits nach der Gruppenphase gekommen. Bei allen drei Turnier-Pleiten war Kimmich dabei. Der Bayern-Profi betonte dennoch, er sei „stolz“ darauf, „Kapitän dieser Mannschaft zu sein“. Aber die Enttäuschung über den Turnierverlauf sei weiterhin groß. „Wir hätten Euch allen und auch uns gerne mehr zurückgegeben“, schrieb Kimmich an die Fans gerichtet. Der 31-Jährige bekräftigte aber erneut, dass ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft für ihn kein Thema ist. „Aufgeben ist für mich niemals eine Option. Um wieder klarzukommen, werde ich aber sicher mehr als ein paar Tage brauchen.“ Marc Renner Auswechslung erzürnt Senegals Gueye: „Pausiere, solange Trainerstab im Amt ist“ Nach dem dramatischen Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Belgien will Senegals Pape Gueye unter dem aktuellen Nationaltrainer Pape Thiaw nicht mehr für sein Land spielen. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Villarreal ist erzürnt über seine frühzeitige Auswechslung beim 2:3 nach Verlängerung gegen Belgien. „Ich möchte heute schon ankündigen, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause bei der Nationalmannschaft einlegen werde“, schrieb Gueye in einer Instagram-Story. Der Mittelfeldspieler war beim Stand von 2:0 für den Senegal in der 66. Minute ausgewechselt worden. Anschließend verspielten die Afrikaner den Sieg und verloren durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit der Verlängerung. „Ich war körperlich in guter Form, aber letztlich trifft der Trainer die Entscheidungen... Das respektieren wir“, schrieb Gueye weiter. Pape Gueye (Nummer 26, re.) bei seiner Auswechslung gegen Lamine Camara. ap Sabrina Frangos DR Kongo verabschiedet sich mit trauriger Nachricht Die Pressekonferenz der Demokratischen Republik Kongo nach dem Aus im Sechzehntelfinale ist mit einer traurigen Nachricht zu Ende gegangen. „Wir möchten Ihnen mitteilen, dass der Trainer seinen Vater verloren hat. Unser aufrichtiges Beileid“, sagte ein Sprecher im Anschluss an das 1:2 gegen England. Nationaltrainer Sébastien Desabre, der neben ihm saß, wirkte für einen Moment irritiert und bedankte sich dann knapp. Weitere Informationen zu der Bekanntgabe lagen zunächst nicht vor. Unklar blieb auch, ob Desabre (49) die Nachricht bereits vor dem Spiel erhalten hatte. Mit der DR Kongo hatte der Franzose in den vergangenen Tagen eine höchst erfolgreiche WM gespielt - die von der Ebola-Krise gezeichnete Nation hatte sich erstmals für die K.-o.-Runde qualifiziert. Marc Renner Nur wenige Stunden nach dem Sieg sprachen sich die ersten für einen gesetzlichen Feiertag am Tag nach dem nächsten Spiel aus. Das Fußballfieber ist in vollem Gange. Kann das kleine Norwegen noch weiter kommen? Im Moment scheint nichts unmöglich. Eines ist jedenfalls sicher: Das ist die beste Werbung für Norwegen aller Zeiten. Die ganze Welt spricht über die norwegische Nationalmannschaft – mit Wikingerhelmen, Runenschrift und einem Selbstbewusstsein, das die Gegner in den Grund stößt. Auch wenn dänische Sportkommentatoren mürrisch bemerken, dass „Norwegen jetzt auch Fußball spielen kann“, sind wir noch lange nicht fertig damit, ihnen das unter die Nase zu reiben. Niemand kann dem mehr widerstehen. Ganz Norwegen hat das Fußballfieber gepackt. Norwegische sozialliberale Boulevardzeitung „Dagbladet“ nach dem Achtelfinal-Einzug der Nationalmannschaft Sabrina Frangos Trotz Fehlversuchs: Tah würde wieder Elfmeter schießen Nationalspieler Jonathan Tah würde trotz seines Fehlversuchs beim frühen WM-Aus gegen Paraguay wieder im Elfmeterschießen antreten. „Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen“, schrieb der Abwehrspieler des FC Bayern bei Instagram. Tah gab aber auch zu, dass ihn sein Fehlschuss noch immer beschäftige. „Der verschossene Elfmeter ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken“, schrieb der 30-Jährige: „Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh.“ Sabrina Frangos WM-Traum lebt weiter: USA ziehen ins Achtelfinale ein Die US-Fußballer träumen dank eines Sieges in Unterzahl gegen Bosnien-Herzegowina weiter von einer glorreichen Heim-Weltmeisterschaft. Das Team um Superstar Christian Pulisic bezwang die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez im Sechzehntelfinale verdient mit 2:0 (1:0). Im Achtelfinale geht es für die USA nun gegen Belgien. Folarin Balogun (45. Minute) und Malik Tillman (82.) ließen mit ihren Toren die meisten der 68.827 Zuschauerinnen und Zuschauer im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara frenetisch jubeln. Weil Balogun eine umstrittene Rote Karte sah, mussten die von Mauricio Pochettino trainierten Co-Gastgeber rund 30 Minuten zu zehnt spielen. Für die Bosnier um Sturm-Legende Edin Dzeko endet die erste WM-Reise seit 2014 und die zweite überhaupt. Sabrina Frangos Lukaku denkt nach Tor an toten Vater: „Wacht über mich“ Im Moment der großen WM-Erleichterung erinnerte sich Belgiens Top-Joker Romelu Lukaku an seinen toten Vater. Roger Lukaku, der selbst Fußballer und Nationalspieler für Zaire (heute DR Kongo) war, starb im September des vergangenen Jahres unerwartet und im Alter von gerade einmal 58 Jahren. „Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher“, sagte Lukaku auf dem Rasen von Seattle, nachdem sein Team im WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal ein 0:2 noch spektakulär in ein 3:2 nach Verlängerung verwandelt hatte. Der bullige Angreifer hatte daran seinen Anteil und wirkte im Siegerinterview nach dem Fußball-Kampf gerührt und erschöpft. Sabrina Frangos Frühere Weltmeister fordern Neuanfang beim DFB Frühere Welt- und Europameister fordern nach dem schmachvollen deutschen Aus bei der Fußball-WM einen Neuanfang. „Es darf so nicht weitergehen“, schrieb der langjährige Nationalspieler Guido Buchwald im „Kicker“. „Alle und alles muss hinterfragt werden.“ Sein Weltmeister-Kollege von 1990, Jürgen Kohler, äußerte: „Gescheitert ist die DFB-Auswahl auch, weil ihr Spieler fehlten, die den Unterschied ausmachen.“ Die Nationalmannschaft war im Sechzehntelfinale in den USA im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Im „Kicker“ äußerten neben Buchwald und Kohler auch die 1990er-Weltmeister Andreas Möller und Olaf Thon sowie Fredi Bobic, Europameister von 1996, ihre Sorgen. In Teilen zählten sie Bundestrainer Julian Nagelsmann an. „Es braucht nun einen Neuanfang. Ich weiß nicht, ob Julian Nagelsmann dafür der Richtige ist“, sagte Thon. Miriam Braun Belgien nach dramatischem Comeback-Sieg im Achtelfinale Belgiens goldene Fußball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit großer Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen. Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66.925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich. In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene. Sabrina Frangos Spaniens Trainer: Nur kleineres Problem bei Nico Williams Europameister Spanien kann bei einem Erfolg im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Österreich im weiteren Turnierverlauf wohl wieder auf Nico Williams zurückgreifen. „Nico war sehr verärgert, nach einem ganzen Jahr, wo er meinte, er ist schon wieder verletzt. Zum Glück ist das nicht der Fall. Das ist nur ein kleineres Problem“, sagte Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente. „Deswegen kann er morgen wohl nicht spielen, aber beim nächsten Match sind wir sehr optimistisch, dass er wieder in Bestform dabei ist.“ Was genau bei Williams das Problem ist, sagte er nicht. Spanien trifft heute (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) in Inglewood südlich von Los Angeles auf Österreich. Bei einem Erfolg ginge es am 6. Juli in Dallas weiter, Gegner ist dann entweder Portugal oder Kroatien. Sabrina Frangos Flitzer stören WM-Duell zwischen Belgien und Senegal Drei Flitzer haben im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zwischen Belgien und Senegal für eine kurze Unterbrechung gesorgt. Nach gut einer halben Stunde der Partie im amerikanischen Seattle rannten die Männer mit ihren Handys quasi gleichzeitig auf den Rasen. Ordner verfolgten das Trio. Teile des Publikums bejubelten die – letztlich erfolglosen – Fluchtversuche der drei Personen. Die Fans wurden von Sicherheitskräften wieder vom Feld geführt. Schiedsrichter Hector Said Martinez aus Honduras setzte das Spiel nach rund einer Minute wieder fort. Die Senegalesen führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0. Marc Renner Manuel Neuer zum DFB-Abschied: „Ende tut sehr weh“ Manuel Neuer hat nach seinem endgültigen Karriereende in der Fußball-Nationalmannschaft nochmals seine Beweggründe für die WM-Rückkehr erläutert und sich bei den Fans für die jahrelange Unterstützung bedankt. „Das frühe Ausscheiden bei der WM ist extrem ernüchternd. Wir sind klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben und hätten in diesem Turnier weiter kommen müssen. Dieses Ende tut sehr weh“, schrieb der deutsche Rekordtorwart bei Instagram. Zwei Jahre nach seinem ersten Rücktritt nur für die WM noch einmal in die DFB-Auswahl zurückzukehren, sei trotz der Turnierenttäuschung mit dem Aus in der Zwischenrunde eine richtige Entscheidung gewesen, merkte der 40-Jährige an. „Trotz des bitteren Endes bereue ich diesen Schritt keine Sekunde“, schrieb der Bayern-Schlussmann, der 128 Mal für Deutschland spielte. „Ich hatte mich ganz bewusst dafür entschieden, noch einmal für Deutschland zu spielen. Zum einen, weil es mich immer mit tiefem Stolz erfüllt hat, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen. Zum anderen, weil ich mit meinen 40 Jahren und den Erfahrungen aus 4 WM-Turnieren auch die jungen Spieler sowohl auf als auch neben dem Platz bestmöglich unterstützen und Fußball-Deutschland helfen wollte“, führte er seine Beweggründe aus. Marc Renner Hamann: „An der Zeit, Neuendorf und Rettig zu hinterfragen“ Die Kritik nach dem erneut unerwartet frühen WM-Aus hat auch die DFB-Spitze erreicht. Sky-Experte Dietmar Hamann nannte namentlich Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, deren Entscheidungen hinterfragt werden müssten. „Man muss auch mal die Führung des DFB infrage stellen“, sagte Hamann, dem insbesondere der Vertrag des arg kritisierten Bundestrainers Julian Nagelsmann bis zur EM 2028 nicht gefällt: „Wir haben vor zwei Jahren eine durchschnittliche EM gespielt und eine schlechte Quali. Und trotzdem wird der Vertrag dieses Bundestrainers verlängert. Ich glaube, es ist an der Zeit, die Herren Neuendorf und Rettig zu hinterfragen, wie das passieren konnte.“ Nach dem überraschenden WM-Aus nach Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Außenseiter Paraguay gab es auch Kritik daran, dass sich von den Verantwortlichen niemand mehr kritischen Fragen gestellt habe. Anstatt einer Abschluss-Pressekonferenz wie nach der EM 2021 oder Fragerunden nach der WM 2022 und der EM 2024 hatte es diesmal lediglich ein per Video vom DFB verbreitetes Statement von Neuendorf ohne Möglichkeit, Fragen zu stellen, gegeben. Andreas Rettig, Rudi Völler, Bernd Neuendorf (v.li.): Führungsriege des DFB. Marc Renner Nagelsmann in München gelandet – Abgang durch die Hintertür Bundestrainer Julian Nagelsmann ist nach dem Aus bei der Fußball-WM kommentarlos nach Deutschland zurückgekehrt. Am Flughafen München verließ der 38-Jährige das Gebäude bei strömendem Regen durch einen Hinterausgang - an einem Dutzend Journalisten vorbei, die vergeblich auf eine Stellungnahme warteten. Fans waren nicht gekommen. Im selben Flugzeug von Charlotte nach München saßen die Bayern-Profis Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala. Auch Musiala mied den Hauptausgang. Nur Pavlovic verließ das Terminal durch den Hauptausgang – ebenfalls ohne Kommentar. Nach dem frühen Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer offen. Der Deutsche Fußball-Bund will die Personalfrage erst nach dem Heimflug klären. Einen Rücktritt hatte Nagelsmann abgelehnt. Ein weiterer Teil der DFB-Reisegruppe war bereits am frühen Morgen in Frankfurt am Main gelandet. Unter anderem die Nationalspieler Angelo Stiller und Jamie Leweling vom VfB Stuttgart sowie Nagelsmanns Assistenztrainer Benjamin Hübner waren kurz nach ihrer Ankunft zu sehen, äußerten sich aber ebenfalls nicht mehr öffentlich zum frühen WM-Scheitern. Marc Renner Marc Renner Irans Außenminister kontert Jubel des US-Minister nach WM-Aus Nach dem Vorrunden-Aus des Irans bei der Fußball-WM hat sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in den Streit mit der US-Regierung eingeschaltet. Auf der Plattform X reagierte er auf den Jubel von Markwayne Mullin, dem Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump. „'Mission erfüllt', Herr Mullin“, schrieb Araghtschi an Mullin gerichtet. „Sie haben noch etwas anderes erreicht: Sie haben der Welt bewiesen, dass Sie nicht in der Lage sind, ein internationales Turnier auszurichten. Ihr Verhalten war ein Paradebeispiel dafür, wie man die Würde verspielt, die mit der Rolle als Gastgeber einhergeht.“ Damit griff der Außenminister eine Linie auf, die zuvor bereits der iranische Fußball-Verband vertreten hatte. Auslöser war eine Äußerung Mullins zum Ausscheiden der iranischen Mannschaft. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten „und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt“. Marc Renner Homophober Sprechchor von Mexiko-Fans sorgt für Aufregung Mexikanische Fans sollen während des WM-Sechzehntelfinales gegen Ecuador homophobe Gesänge angestimmt haben. Die Anhänger des Co-Gastgebers der Fußball-WM sollen die Beleidigung im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gezielt gerufen haben, wenn Ecuadors Torhüter Hernán Galindez beim Abstoß den Ball trat. Über den Zwischenfall inmitten der extrem lauten Stadion-Kulisse berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Fans im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt beim Spiel gegen Ecuador. Imago Das Thema ist in Mexiko nicht neu. Rund drei Wochen vor WM-Beginn hatte der Weltverband Fifa bei einem Testspiel in Puebla Fanbereiche aus diesem Grund gesperrt. Der mexikanische Verband hatte die Maßnahme zuvor mitgeteilt. Bei der WM ist Puebla keiner der drei Standorte in Mexiko, ausgewählt wurden neben Mexiko-Stadt auch Monterrey und Zapopan bei Guadalajara. Der mexikanische Verband hatte kurz vor dem WM-Turnier im eigenen Land sowie in den USA und Kanada auch eine Kampagne unter dem Titel „Die Welle ja, der Ruf nein“ gestartet. Mit der Welle ist die legendäre La Ola gemeint, die vor vierzig Jahren bei der WM in Mexiko entstand und seitdem in Stadien weltweit als Stimmungsmacher dient. Vorgestellt wird die Kampagne von Spielern der damaligen Weltmeister-Mannschaft. Die WM steht in Mexiko unmittelbar vor dem Ende. Nach dem Duell Mexiko gegen Ecuador gibt es am Sonntag noch ein Achtelfinale. Die letzten acht Partien ab dem Viertelfinale werden nur noch in den USA ausgetragen. Marc Renner Nasa-Chef: Bei WM-Sieg der USA bringen wir Fußball zum Mond Für den Fall eines WM-Siegs hat Nasa-Chef Jared Isaacman dem US-Team eine ganz besondere kosmische Belohnung versprochen: Einen Fußball auf dem Mond. „Wir werden den Fußball dorthin bekommen“, versprach der Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa bei einer Pressekonferenz. „Da gibt es also ein bisschen Motivation für die USA. Das ist die Herausforderung - also Team USA, auf geht's!“ Bislang hat die US-Nationalmannschaft der Männer noch nie eine Fußball-WM gewonnen. Die Fußballerinnen der USA sind dagegen mit vier Titeln Rekordweltmeisterinnen. Im Sechzehntelfinale trifft das US-Männerteam in der deutschen Nacht zum Donnerstag (02.00 Uhr/MagentaTV) auf Bosnien-Herzegowina. Marc Renner US-Minister bejubelt Iran-Aus – Verband reagiert empört Mit seinem Jubel über das Vorrunden-Aus des Irans bei der WM hat Markwayne Mullin, Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump, den iranischen Fußball-Verband weiter verstimmt. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten „und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt“, sagte Mullin. Die iranische Nationalmannschaft musste wegen Einreisebeschränkungen für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte nur für kurze Zeiträume vor und nach den Spielen in den Vereinigten Staaten bleiben. Spieler und Verantwortliche hatten deswegen von einer klaren Benachteiligung gesprochen. Der Iran hatte den Einzug in die K.o.-Runde knapp verpasst. Markwayne Mullin, Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump. Bloomberg Der Fußball-Verband des Iran kritisierte die Äußerungen von Mullin, zeigte sich aber nicht überrascht. „Iraner sind die schlechten Behandlungen und Lügen von US-Offiziellen gewohnt, deshalb ist niemand im Iran überrascht von diesen feindlichen Äußerungen“, hieß es in einem Verbandsstatement. Die USA würden damit ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass sie die zu erwartenden Anforderungen an eine Gastgebernation nicht erfüllen würden. Sabrina Frangos Fans stürmen Fan-Fest in Mexiko - Pfefferspray eingesetzt Vor dem K.-o.-Spiel des WM-Mitgastgebers Mexiko gegen Ecuador in Mexiko-Stadt haben Hunderte Menschen das Fan-Fest in der nördlichen Stadt Monterrey gestürmt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, wie Medien berichteten. Laut dem Sender Telediario wurden bei dem Gerangel mehrere Menschen verletzt. Offizielle Angaben machten die Behörden zunächst nicht. Nachdem das Gelände des Parque Fundidora die maximale Kapazität von rund 100.000 Menschen erreicht hatte, seien die Zugänge gesperrt worden, berichtete die Zeitung „El Norte“. Das habe dazu geführt, dass Fans die Tore aufzubrechen versuchten, über die Zäune kletterten oder sie umstürzten. In Mexiko-Stadt versammelten sich Hunderttausende auf dem Zócalo-Platz und an der Prachtstraße Paseo de la Reforma, um sich das Spiel anzuschauen. Auch dort versuchten Fans, das Fan-Fest im historischen Zentrum der Stadt zu stürmen. In der Stadt Guadalajara wurden laut dem Sender „Milenio“ mehrere Fans nach Ausschreitungen beim Fan-Fest festgenommen.