WM 2026 | Thomas Müller sieht Superstar-Defizite im DFB-Team: "Andere Nationen sind einfach weiter"
Während die WM spätestens mit den vier Viertelfinalspielen in die heiße Phase gegangen ist, räumt der DFB noch immer den Scherbenhaufen auf, den das frühe Aus hinterlassen hat. Thomas Müller hat das Debakel aus nächster Nähe gesehen und gleich mehrere Missstände in der deutschen Nationalmannschaft erkannt. Mit ein paar Tagen Abstand sieht Bayern-Legende und "MagentaTV"-Experte Thomas Müller gleich mehrere Gründe für das erneut enttäuschende Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft. Ein Problem, das er erkannt hat: ein Superstar-Defizit. "Wir haben weniger starke Superstars. Wir haben Potenzial, aber es geht darum, wer kann es schon abliefern. Und da sind andere Nationen und andere Spieler einfach weiter", analysierte Müller im "Kerners 11"-Podcast. Müller sieht zahlreiche Defizite im DFB-Team Ein gutes Beispiel dafür sei Englands Harry Kane: "Es ist nicht so, dass er Phasen hat. Er hat eine Phase und die ist immer, weil er immer das macht, was ihn stark macht. Manchmal klappt es, manchmal nicht, aber er spielt immer sein gleiches Spiel." Das, so Müller, war im DFB-Team nicht der Fall. "Wir haben nicht unbedingt das Gefühl entwickelt, wo unsere Superstars spielen müssen. Und wir haben uns auch schwergetan, zu entscheiden. Musiala, Wirtz, wer spielt jetzt eigentlich wo? Wir wissen, dass beide gerne im Zentrum spielen. Dann gibt es immer wieder die Diskussion, ob Kai Havertz wirklich ein Mittelstürmer ist oder nicht", erklärte Müller. DFB-Konzept "vielleicht falsch aufgesetzt" Auch Joshua Kimmich sei Teil dieser Diskussion. Er spielte bei der WM Rechtsverteidiger, beim FC Bayern zieht er die Fäden im defensiven Mittelfeld. "Jo Kimmich spielt am Ende Rechtsverteidiger, aus Gründen, und das ist bei Gegnern, die wir zu 100 Prozent mit Ballbesitz dominieren und wo das Spiel hauptsächlich in der gegnerischen Hälfte stattfindet, vielleicht auch eine bessere Lösung, als einen anderen Rechtsverteidiger dort hinzustellen. Aber wenn unsere Top-Spieler auf fachfremden oder zumindest angepassten Positionen spielen, ist das Konzept vielleicht auch falsch aufgesetzt", übte Müller zudem Kritik an Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Oft sei das DFB-Team auch in der Entscheidungsfindung in bestimmten Situationen "zu kompliziert" unterwegs gewesen, meinte die Bayern-Legende: "Das ist das, was ich bei Wirtz und Musiala oft feststelle: Dass sie den Ball einen Hauch spät spielen, weil sie probieren, was Besonderes zu machen." Dadurch komme es im Spiel zu einer kleinen Verzögerung, die es bei anderen Spielern und in anderen Mannschaften in dieser Form nicht gebe.