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WM 2026: Thomas Tuchel macht sein Meisterstück als England-Trainer - ein Kommentar

Sport

Ein Wechsel in der 90. Minute gehört bei einer knappen Führung der eigenen Mannschaft eigentlich zum Standardrepertoire eines jeden Trainers - um ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen und das Spiel noch einmal ein wenig zu beruhigen.

Als Thomas Tuchel sich in der Nacht von Sonntag auf Montag deutscher Zeit entschied, Harry Kane in der 90. Minute für den 23-jährigen Morgan Rogers aus dem Spiel zu nehmen, war dies aber alles andere als eine normale Auswechslung.

Schiedsrichter Alireza Faghani hatte elf Minuten Nachspielzeit angezeigt. Gastgeber Mexiko berannte im tobenden Aztekenstadion das Tor von Jordan Pickford. Die Engländer agierten zu diesem Zeitpunkt nach der Roten Karte gegen Leverkusens Jarell Quansah schon seit fast 40 Minuten in Unterzahl.

Was wäre wohl passiert, wenn die Mexikaner noch das 3:3 erzielt hätten? Und die Engländer ohne ihren Kapitän und Ausnahmestürmer eine Verlängerung hätten bestreiten müssen? Oder wenn Kane bei einem möglichen Elfmeterschießen gefehlt hätte? Tuchel pokerte hoch – und er gewann erneut.

Thomas Tuchel riskierte schon bei der Kadernominierung viel

Schon vor der WM war der deutsche Trainer ins Risiko gegangen, als er Cole Palmer, Phil Foden und Trent Alexander-Arnold nicht für den Kader der "Three Lions" nominierte. Ohne die etablierten Stars formte er eine funktionierende Mannschaft, die Nervenstärke beweist und sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.

Der Sieg im Aztekenstadion war nun das Meisterstück in Tuchels bisheriger Amtszeit als Englands Trainer. In der Höhenluft von Mexiko-Stadt, vor einem euphorisierten Heimpublikum, ging sein Matchplan komplett auf.

Tuchel erlaubte es seiner Mannschaft, sich früh auf das Verteidigen zu konzentrieren und stellte auf eine Fünferkette um, als die "Three Lions" in dem hektischen Spiel müde wurden. Die taktischen Umstellungen nach dem Platzverweis funktionierten genauso wie Tuchels Einwechslungen. Der zwei Meter große Dan Burn von Newcastle United wurde in der Schlussphase zum Turm in der Abwehrschlacht.

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