WM 2026: Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Kylian Mbappé lässt Frankreich jubeln
Kylian Mbappé saß mit eisgekühltem Fuß bereits auf der Bank, als Frankreich auch dank seines Traumtores den Einzug ins Halbfinale perfekt machte. Langsam erhob sich der Torjäger von seinem Sitz, dann aber trabte er langsam auf den Rasen zu seinen Mitspielern, umarmte erst den glückseligen Didier Deschamps, dann auch die unterlegenen Marokkaner - und schließlich noch den designierten Bundestrainer Jürgen Klopp am Spielfeldrand. Frankreich wieder im Finale? Der X-Faktor heißt nicht Kylian Mbappe - ein Kommentar "Unwiderstehlich", jubelte die französische Sportzeitung L'Équipe über Les Bleus - unwiderstehlich war vor allem Mbappé. Beim 2:0 (0:0) gegen den Afrikameister schoss er erst fast kläglich einen Strafstoß in die Arme von Torhüter Yassine Bounou (28.) - erlöste die Franzosen aber nach einer Stunde mit einem Traumtor von der Strafraumgrenze (60.). Dem achten Turniertreffer, zugleich der 20. des Ausnahmekönners im 20. WM-Spiel, ließ Ousmane Dembélé mit seinem fünften Turniertor das 2:0 folgen (66.). Der Traum vom dritten WM-Titel nach 1998 und 2018 lebt. Jean-Marie Pfaff: Hätte Nagelsmann nicht so viel Verantwortung gegeben "Wir haben noch einen langen Weg vor uns, es wird härter werden, aber wir sind bereit, das anzunehmen", sagte Mbappé, der kurz für Sorgenfalten bei den Franzosen gesorgt hatte: Nach seiner vom Jubel der französischen Anhänger begleiteten Auswechslung (77.) legte er einen Eisbeutel auf seinen rechten Fuß, gab aber nach dem Schlusspfiff Entwarnung: "Mir geht es gut, ich habe einen Schlag auf die Ferse bekommen, aber es geht gut." Auch Deschamps betonte: "Das ist nichts Ernstes." Marokkos Mauertaktik hatte in der Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022 (2:0 für Frankreich) nur eine Stunde lang Erfolg. Immer wieder scheiterten Frankreichs Angreifer zunächst auch an Bounou. Die beste Gelegenheit zur früheren Führung vergab Mbappé, als er einen Foulelfmeter direkt in die Arme des Torhüters schob. Am Ende durften Les Bleus in Foxborough, dem Ort des deutschen Fiaskos gegen Paraguay, dennoch jubeln. Frankreich: Spanien oder Belgien im Halbfinale Im Halbfinale geht es für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps, der mit seinem 25. WM-Spiel am Donnerstag mit Helmut Schön als Rekordtrainer gleichzog, nun am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas gegen Europameister Spanien oder Belgien. Dann winkt das dritte WM-Endspiel hintereinander - ein Final-Hattrick, der bislang nur Deutschland (1982 bis 1990) und Brasilien (1994-2002) gelungen ist. Für Marokko geriet das Rendezvous mit der eigenen Geschichte zum Albtraum. Statt zum zweiten Mal in Serie in die Runde der letzten vier einzuziehen, zerschellten die Hoffnungen auf den ersten WM-Triumph einer afrikanischen Mannschaft erneut an Frankreich. Ausgerechnet an der früheren Kolonialmacht, dem Land, in dem sechs Spieler des aktuellen marokkanischen Kaders geboren wurden. Mit den "Löwen vom Atlas" schied auch das letzte afrikanische Team aus dem Wettbewerb aus. Auch wenn Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi die Stimmung vor der Partie mit markigen Worten noch einmal einheizte ("Wir spielen mit dem Messer zwischen den Zähnen") - die erste Halbzeit gehörte einzig der Équipe tricolore. Erst ließ Mbappé einen Warnschuss aus gut 18 Metern los, nach dem anschließenden Eckball köpfte der völlig freistehende Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano aus vier Metern viel zu unplatziert (4.).