WM 2026: „Vielleicht weiß er es nicht“ - Bellingham kontert Tuchels Kritik
Freude pur nach Englands Einzug ins WM-Halbfinale? Von wegen! Jude Bellingham hat das Team von Trainer Thomas Tuchel mit einem Doppelpack zum Viertelfinal-Sieg gegen Norwegen geschossen (2:1 nach Verlängerung). Trotzdem war Tuchel nicht zufrieden, kritisierte sein Team nach Abpfiff – zum Unverständnis von Bellingham. Tuchel hatte gesagt: „Ich bin mit der Leistung der Spieler nicht zufrieden. Wir haben uns das Spiel selbst unglaublich schwer gemacht.“ Daraufhin fragt ein Reporter Bellingham, ob das zeige, wie viel Tuchel von seinen Spielern erwarte und ob sie zu noch besseren Leistungen in der Lage seien. Doch das sieht Bellingham ganz anders, widerspricht der Tuchel-Kritik mit deutlichen Worten: „Vielleicht. Aber vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Ödegaard, Nusa, Sörloth zu spielen. Es ist nicht einfach, gegen dieses Team zu spielen.“ Was Bellingham damit meinen dürfte: Das Viertelfinale in Miami entwickelte sich bei 31 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit zu einer Hitzeschlacht. Hinzu kommt: Norwegen hatte zuvor im Achtelfinale bereits mit Rekordweltmeister Brasilien einen Favoriten rausgeschmissen (2:1). Für Bellingham ein Beweis ihrer enormen individuellen Qualität. Knapp eine Woche nach Brasiliens Aus hat sich Stürmerstar Vinícius Júnior mit einem emotionalen Statement in den sozialen Medien zu Wort gemeldet. Nach fast vier Jahren sitze er wieder hier und überlege, was er nach der WM-Enttäuschung schreiben solle, erklärte der Angreifer von Real Madrid. Er habe ein paar Tage zum Nachdenken gebraucht. „Die Frustration ist enorm“, schrieb der 25-Jährige. Die Brasilianer hatten im Achtelfinale mit 1:2 gegen Norwegen verloren. „Das Nationaltrikot zu tragen, ist der größte Stolz meines Lebens“, schrieb Vinícius Júnior. „Wir hatten eine Mannschaft, die stark genug war, um mehr zu erreichen, aber wir haben es nicht geschafft. Ich entschuldige mich und werde weiter für unseren Traum kämpfen, wieder an die Weltspitze zurückzukehren.“ Bitterer hätte das WM-Aus für Breel Embolo kaum verlaufen können. Der Schweizer Stürmer sah im Viertelfinale gegen Argentinien nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte und brach anschließend auf dem Platz in Tränen aus. Trainer Murat Yakin stellte sich nach dem 1:3 nach Verlängerung vor seinen Angreifer. „Er ist am Boden zerstört“, sagte der Nationalcoach. Zugleich kritisierte er die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns, das nach VAR-Eingriff zunächst die Gelbe Karte gegen Argentiniens Leandro Paredes zurücknahm und stattdessen Embolo des Feldes verwies. Auch MagentaTV-Experte Mats Hummels sprach von einer spielentscheidenden Szene. „Die Aktion hat das Spiel entschieden, zuungunsten der Schweizer“, sagte der Ex-Weltmeister. Gleichzeitig nannte er es „natürlich Wahnsinn, schon gelb-verwarnt so eine Schwalbe zu machen.“ Lionel Messis grandiose Tor-Serie ist beendet – aber der Titel-Traum lebt: Argentinien hat auch ohne einen weiteren Geniestreich seines Superstars das Halbfinale erreicht. Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinale gegen die Schweiz mit 3:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung durch, obwohl Kapitän Messi nach neun WM-Spielen in Serie mit mindestens einem eigenen Treffer erstmals wieder ohne Tor blieb. Dank Jude Bellingham steht England im Halbfinale der WM und kann weiter auf den zweiten Coup nach 1966 hoffen. Durch die Tore des Ex-Dortmunders (45.+2 Minute/93.) besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel Norwegen in Miami mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Dabei hatten die Skandinavier vor 64.478 Fans durch ein Traumtor von Andreas Schjelderup (36.) sogar geführt. Nur wenige Wochen nach seinen Einsätzen bei der Weltmeisterschaften ist der südafrikanische Fußball-Profi Jayden Adams im Alter von nur 25 Jahren gestorben. „Der südafrikanische Fußball hat einen begabten Spieler, einen stolzen Diener des Sports und ein junges Leben verloren, das noch so viel zu bieten gehabt hätte“, teilte die südafrikanische Spielervereinigung SAFPU auf X mit. Der frühere Weltmeister Jürgen Kohler hält Jürgen Klopp für eine passende Wahl für den Posten des deutschen Bundestrainers. „Für mich wäre Klopp der perfekte Mann“, sagte er der Münchner „Abendzeitung“. Er machte aber eine Einschränkung: „Jürgen ist ein außergewöhnlicher Motivator, aber auch er kann keine Wunder vollbringen.“ Es ginge nicht darum, einfach nur ein paar Sprüche zu machen. Klopp müsse beim DFB eine neue Kultur schaffen. Der DFB hat die Verhandlungen mit Jürgen Klopp offiziell bestätigt. Nach dem Treffen in New York erklärten Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, dass mit dem Wunschkandidaten für die Nachfolge von Julian Nagelsmann bereits „ein erstes intensives Gespräch“ geführt worden sei. Laut Mitteilung des Verbandes wurde dabei „eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages erzielt“. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Voraussetzung für eine Einigung bleibt allerdings noch die Zustimmung von Klopps aktuellem Arbeitgeber Red Bull. Ein möglicher Vertrag müsste anschließend von den zuständigen DFB-Gremien genehmigt werden. Für Jürgen Kohler wäre Jürgen Klopp die ideale Lösung als neuer Bundestrainer. „Für mich wäre Klopp der perfekte Mann. Er bringt vieles mit, was Deutschland wieder braucht: Leidenschaft, Klarheit und Emotionen“, sagte der Weltmeister von 1990 der Münchner Abendzeitung. Kohler schränkte jedoch ein: „Jürgen ist ein außergewöhnlicher Motivator, aber auch er kann keine Wunder vollbringen.“ Entscheidend sei, dass der DFB wieder eine klare Identität entwickle. Berichten zufolge hat es in New York bereits ein erstes Treffen zwischen der DFB-Spitze und Klopp gegeben. Vor dem WM-Viertelfinale zwischen Norwegen und England liefern sich zwei Fluggesellschaften ein ungewöhnliches Duell. Die norwegische Airline Norwegian forderte British Airways heraus: Der Verlierer soll für einen Tag auf Instagram das Logo des Gewinners verwenden. Nach einigem Hin und Her nahm British Airways die Wette schließlich an. Seitdem verfolgen auch andere Airlines den Schlagabtausch mit Humor. Austrian Airlines kommentierte: „Ihr beiden streitet euch um das Logo. Wir bringen die Schnitzel mit.“ Auch Swiss und ITA Airways mischten sich ein. Während die Schweizer mit Blick auf das Viertelfinale gegen Argentinien erklärten, sie müssten sich „auf Lionel Messi vorbereiten“, erinnerte Italiens Fluglinie wehmütig an den WM-Titel von 2006: „Und heute? Genießen wir bloß erstklassige Unterhaltung in dieser Kommentarspalte.“ Egal, wie lange es dauert: Zum Viertelfinalspiel gegen Norwegen heute Abend dürfen England-Fans bis zum Schluss im Pub bleiben. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf die Regierung in London. Zusätzlich zu der bereits verlängerten Sperrstunde bis 2 Uhr morgens werde eine flexible Regelung in England und Wales gelten. Normalerweise ist um 23 Uhr Zapfenstreich. Die Pubs dürfen demnach bis 30 Minuten nach Abpfiff aufbleiben, so der Bericht. Damit soll etwaigen wetterbedingten Verzögerungen beim Spielstart vorgebeugt werden, wie sie beim Achtelfinale gegen Mexiko auftraten. Regulärer Anpfiff beim Spiel England gegen Norwegen in Miami ist um 22 Uhr britischer Zeit (23 Uhr MESZ). Bei einem mutmaßlichen Hackerangriff auf Systeme des argentinischen Fußballverbandes AFA führen die Spuren einem Medienbericht zufolge nach Ägypten. Wie die argentinische Tageszeitung „Diario Popular“ berichtete, sollen bei dem vermuteten Cyberangriff E-Mails verschickt worden sein, in denen die Schiedsrichterleistung beim WM-Aus der Ägypter gegen Argentinien (2:3) infrage gestellt wurde. Dem Bericht zufolge wurde von einem AFA-Konto eine Erklärung an Journalisten gemailt, in der es unter anderem hieß: „Argentinien hat nicht gewonnen. Der Sieg wurde durch korrupte Schiedsrichterentscheidungen gestohlen.“ Informationen aus der Verbandsdatenbank wurden demnach von einer ägyptischen Hackergruppe in Foren angeboten, die sich Zugang zu Mail- und IP-Adressen sowie Passwörtern verschafft haben will. Zehn Tage nach dem bitteren WM-Aus gegen Belgien hat sich Senegals Kapitän Kalidou Koulibaly mit einer emotionalen Botschaft an die Fans gewandt. „Die Nächte waren lang“, schrieb der Verteidiger in den sozialen Medien. „Als Kapitän übernehme ich die volle Verantwortung für das Ausscheiden“, erklärte Koulibaly. Gleichzeitig stellte er sich schützend vor seine Mitspieler: „Ich kann nicht ruhig bleiben, wenn Männer, die immer mit vollem Stolz Senegal repräsentiert haben, in ihrer Ehre angegriffen werden.“ Zudem wies der 105-malige Nationalspieler Gerüchte zurück, wonach er Einfluss auf die Mannschaftsaufstellung genommen haben soll. „In sportlichen Angelegenheiten hat immer der Trainer die Entscheidungen getroffen“, betonte Koulibaly. Nach zwei schmeichelhaften Siegen gegen zwei Außenseiter will Argentinien die Schweiz im Viertelfinale auf keinen Fall unterschätzen. „Es gibt keine leichten Gegner, das wissen wir alle. Für mich ist die Schweiz eine hervorragende Mannschaft“, sagte Trainer Lionel Scaloni. Der Gegner würde „immer kämpfen“, hätte „sehr erfahrenen Spieler“ und sei „wirklich ein harter Gegner“. Trotzdem geht der Titelverteidiger mit Lionel Messi als klarer Favorit ins Spiel. Sorgen, dass Messi in seinem sechsten Spiel dieser XXL-WM angesichts seiner 39 Jahre körperliche Probleme bekommen könnte, hat Scaloni keine. „Er ist fit, er hat einen Fitnesscoach“, sagte der Trainer. Messi würde bei diesem Turnier auch nicht weniger rennen als zuvor, betonte Scaloni: „Es ist wie immer, er ist immer bereit und das Team unterstützt ihn sehr.“ Norwegens Fußballstar Erling Haaland erfreut sich in Peru offenbar besonderer Beliebtheit: Hunderte Neugeborene wurden nach dem 25-jährigen Stürmer benannt. Es hätten bereits 468 Babys von ihren Eltern den Namen „Haaland“ bekommen, teilte am Freitag die nationale Meldebehörde mit. Hinzu kämen 91 Babys, die sogar den kompletten Namen „Erling Haaland“ erhielten.