WM Aachen: Finaltag in der Vielseitigkeit
Im Springen entscheidet sich, wer Einzel- und Teamweltmeister wird Nach einem ereignisreichen Geländetag gestern fällt heute in Aachen die Entscheidung in der Vielseitigkeit. Bevor es für die Teilnehmer ins finale Springen geht, wurden die Pferde einer Verfassungsprüfung unterzogen. Nur wer „fit to compete“ ist, darf weitermachen. Die gute Nachricht: Alle deutschen Pferde durften passieren. Bis dies feststand, musste das Team etwas warten, denn Julia Krajewskis Pferd Uelzener’s Nickel musste zunächst den Umweg über die Holding Box machen, bevor er grünes Licht fürs Springen bekam. Gestartet wird wie üblich in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenstandes. Michael Jung und fischerChipmunk FRH sind als Führende das letzte Paar im Parcours. Der Druck auf die Olympiasieger von Paris ist dabei groß. Mit nur 0,4 Minuspunkten Abstand ist ihnen die Mannschaftsolympiasiegerin und Doppeleuropameisterin von 2023, Rosalind Canter mit Lordship’s Graffalo, dicht auf den Fersen. Und auch gegenüber deren Teamkollegin Laura Collett mit London hat Jung nach aktuellem Stand keinen Abwurf frei. Allzu viele Fehler dürfen aber auch die Briten nicht machen, wenn sie als Team gewinnen gewollen. Da ihre erste Teamreiterin im Gelände ausgeschieden ist, starten sie nur noch zu dritt. Ohne Streichergebnis treten auch die nach Dressur und Gelände drittplatzierten Schweizer an. Es bleibt also spannend. Bislang viele Fehler im Parcours Nach den ersten 34 Paaren gibt es bislang nur drei fehlerfreie Runden, der Parcours im Aachener Hauptstadion verlangt Pferden und Reitern noch einmal einiges ab. Für das deutsche Team waren Libussa Lübbeke und Caramia schon am Start, es klapperte an einigen Sprüngen, aber am Ende fiel nur einmal eine Stange und mit nur einem Springfehler brachten sie ein ordentliches Ergebnis ins Ziel. Nach ihrem Ritt sagte die Reiterin: „Es war spannend, aber Caramia und ich, wir kennen uns so gut, in- und auswendig. Wir wissen, dass das nicht ihre Paradedisziplin ist, man muss einfach der Ruhe vertrauen. Sie braucht unheimlich viel mentale Unterstützung und so eine haltende Hand, die sie da durch den Parcours trägt. Und das haben wir heute ganz gut hingekriegt. Der eine Fehler ist natürlich am Ende schade, man ist immer gerne Null, aber Caramia hat schon so viel geleistet – mehr als wir uns je erträumt hätten – also von daher ist das alles super.“ Besonders begeistert war auch Libussa Lübbeke von der Atmosphäre im Hauptstadion: „Das macht unheimlich viel Spaß, das ist jetzt mein drittes Aachen sozusagen, und dann auf so einer WM mit dem Publikum und noch mehr Leuten, das ist schon gewaltig.“ Bei vielen Reitern fielen deutlich mehr Stangen. Lara Weber, Disziplintrainerin für das Springen im deutschen Vielseitigkeitsteam erklärte, warum der Parcours nicht ganz einfach ist: „Es ist auf jeden Fall ein sehr anspruchsvoller Parcours von den Abmessungen also eher schon Endmaß gebaut. Der Anfang ist sehr schön zu reiten, da passieren noch sehr wenige Fehler, aber die Schlusslinien, die haben es dann noch mal sehr in sich. Besonders zum Schluss die Triplebarre auf die Planke, dann Oxer – Oxer, die sind noch mal sehr luftig gebaut mit Wassergräben darunter, was für die Pferde optisch auch noch mal ein bisschen Wirkung hat. Man kann fünf Galoppsprünge vorwärts oder sechs Galoppsprünge rückwärts reiten und es geht direkt danach weiter zum Steil - Steil. Das ist so die Schlüsselstelle.“ Auch die erlaubte Zeit dürften die Reiter in dem großen Stadion nicht unterschätzen. „Libussa hat es jetzt gut in die Zeit geschafft, wir hatten das natürlich im Blick nach den ersten Runden, dass das knapp ist, aber sie hatte einen sehr guten Rhythmus, hat eine super Runde geritten und dann hat sie es auch sehr leicht in die Zeit geschafft“, erklärte Lara Weber. „Aber muss man die Zeit auf jeden Fall im Blick haben bei den weiten Wegen, da reitet man schnell mal eine Wendung etwas größer oder wird ein bisschen aus den Wendungen rausgetragen. Also man muss schon immer die Wendungen galoppieren, aber dann auch wieder vorbereiten, weil die Linien dann doch auch technisch und luftig sind. Das ist eigentlich so das Anspruchsvolle an dem Parcours.“ Die besten 25 Paare gehen ab 15.30 Uhr in den Parcours. Und das ist die Startreihenfolge der deutschen Paare (T = Team, E = Einzel), genaue Startzeiten gibt es, wie im Springen üblich, nicht: Julia Krajewski (T) mit Uelzener’s Nickel (35,6 / 19) Malin Hansen-Hotopp (T) mit Carlitos Quidditch K (31,8 / 11) Christoph Wahler (E) mit D’Accord (29,4 / 5) Michael Jung (T) mit fischerChipmunk FRH (23,0 / 1) Alle Infos zu den Teams in Aachen, zum Wettkampfmodus und zu den TV-Zeiten gibt es unter www.pferdesport-deutschland.de/wmaachen2026. Die Seite wird aktualisiert