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WM-Revolution: Deutsche Trainer-Wut auf Fifa-Boss Infantino

Sport

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Mainz – Deutliche Worte gegen einen möglichen Mega-Plan von Fifa-Boss Gianni Infantino (56)! Wie die englische Zeitung „The Times“ berichtet, soll der Fifa-Präsident planen, die Weltmeisterschaft zu privatisieren und Anteile am größten Fußball-Turnier der Welt zu verkaufen. Auch beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz sorgten die angeblichen Fifa-Pläne am Mittwochmittag für mächtig Gesprächsstoff. In einer prominent besetzten Runde mit BVB-Berater Matthias Sammer (58), Union-Frauentrainerin Marie-Louise Eta (35), Darmstadt-Trainer Florian Kohfeldt (43) und Stuttgart-Erfolgscoach Sebastian Hoeneß (44) machten die Trainer ihrem Ärger Luft. Kohfeldt wurde dabei besonders deutlich: „Als Privatperson halte ich das für eine Vollkatastrophe. Mit der Kommerzialisierung rückt das Allerwichtigste, das Spiel, immer weiter weg. Auf diesem Weg werden wir einige verlieren.“ Und weiter: „Kommerzialisierung, Halbzeitshows, das ist populistisch, aber ich finde es zum Kotzen. Privatisierung hat uns gesamtgesellschaftlich nicht immer gutgetan.“ Auch Hoeneß zeigte sich alarmiert: „Das Schlimme ist, dass man darüber nicht mehr verwundert ist. Man wundert sich nicht, dass dieser Gedanke aufkommt.“ Seine Hoffnung: „Ich hoffe, dass die Leute, die in der Lage sind, was dagegen zu tun, auch alle Mittel ausschöpfen werden, das auch zu tun.“ Eta sprach ebenfalls von einem großen Problem: „Wenn man das mitbekommt, geht einem tatsächlich auch ein bisschen der Glaube und der Spaß irgendwie verloren.“ Sammer fügte hinzu: „Von diesen materiellen Dingen habe ich keine Ahnung. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet. Infantino muss ja allen 204 Fußballverbänden gerecht werden. Vor der WM gab es einen großen Aufschrei, es gäbe zu viele Mannschaften. Aber man muss alle Nationen mitnehmen, das ist ein schmaler Grat, wie man da kleine Nationen unterstützen kann.“ Sammer weiter: „Die Gefahr ist, wenn man glaubt, dass man das immer weiter drehen muss. Wie als man bei der WM die Rote Karte von Balogun zurückgenommen hatte. Da greift man in die Integrität des Spiels ein. Wenn man da eingreift, oder das mit dem Geld und den Privatkonstellationen passieren sollte, dann wird das infrage gestellt, wofür der Fußball immer stand: Nämlich eine einigermaßen emotionale Glaubwürdigkeit. Damit pfeffert man gegen die Grundmauern des Fußballs. Ich plädiere dafür, dass so ein Mann irgendwie versucht, alles mitzunehmen – aber bitte nicht in die eigenen Taschen oder so, dass der Fußball darunter leidet.“ Der Plan: Eine neue Firma soll gegründet werden, die sowohl die WM als auch die Klub-WM kontrolliert. Pikant: An der Spitze dieses Unternehmens könnte nach Ablauf seiner letzten Amtszeit als FIFA-Präsident ausgerechnet Infantino stehen. Aller Voraussicht nach wird er im kommenden Jahr erneut bis 2031 gewählt. Bei der UEFA schrillen deshalb die Alarmglocken. Der europäische Fußballverband veröffentlichte eine deutliche Erklärung: „Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fußballs niemals überschreiten sollten. Die UEFA nimmt dies äußerst ernst. Das sollte auch jeder nationale Fußballverband tun. Das sollte auch jeder Beteiligte tun: Ligen, Vereine, Spieler, Fans, Regierungen und alle, denen die Zukunft des Sports am Herzen liegt.“ Klar ist: Sollte Infantino tatsächlich eine Privatisierung der WM vorantreiben, dürfte der Widerstand im Fußball gewaltig werden. Jetzt schlagen auch die Trainer Alarm.

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