Wohin das Aktien-Geld fließt
Startseite Wirtschaft „Taschenspieler-Trick“ der Merz-Regierung bei der Rente: Wohin das Aktien-Geld fließen soll Von: Moritz Maier Uns auf Google folgen Linke-Politikerin Heidi Reichinnek kritisiert die geplante Zusatzrente scharf. Sie fürchtet, dass Menschen unter Fonds-Gewinnen sogar leiden werden. Berlin – Es könnten enorme Veränderungen auf die aktuellen und künftigen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland zukommen. Zumindest, wenn die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) die von der Rentenkommission vorgeschlagenen Reformen für das deutsche Rentensystem umsetzt. Ein zentraler Teil davon: eine kapitalgedeckte Rente. Zusätzliche Beiträge sollen in Fonds fließen, um damit hohe Renditen zu erzielen. Viele nahmen den Vorschlag positiv auf. Doch nicht alle. Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek warnt, dass Geld fließe in Unternehmen, die von menschlichem Elend profitieren. Die Merz-Regierung versuche, die Menschen mit Renditeversprechen von ihrer Reform zu überzeugen, sagt Reichinnek. Sie glaubt diesen nicht. „Es gibt gute Gründe, die vollmundigen Versprechen über die zukünftige Entwicklung der Aktienfonds anzuzweifeln, auch wenn die Regierung das Gegenteil behauptet“, sagt Reichinnek der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Die Linke-Politikerin hält ein „Verschweigen“ der Folgen der kapitalgedeckten Rente für „mindestens genauso schlimm“. Sorge der Linken: Aktien-Milliarden könnten den Menschen sogar schaden Die Idee der Kommission aus Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsfraktionen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: Neben den Beiträgen zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente noch Zusatzbeiträge von bis zu zwei Prozent zu erheben, um das Geld am Kapitalmarkt zu investieren. „Dieses Geld fließt dann in Aktien von Unternehmen, zum Beispiel im Wohnungs-, Gesundheits-, Pflege-, Infrastruktur-, Big-Tech- oder Private-Equity-Sektor“, erklärt Reichinnek. Ein großer Kritikpunkt der Linken-Politikerin: die Frage, wer das Geld verwaltet. Die Rentenkommission schlägt dafür den Kenfo-Fonds als Beispiel eines „öffentlichen, international wettbewerbsfähigen Fonds“ vor. Der „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ verwaltet derzeit über 25 Milliarden Euro von Energiekonzernen, die damit die Lagerung von Atommüll finanzieren sollen. Für die Linke veranschaulicht das das große Problem. „Im Kenfo sind beispielsweise Aktien von Vonovia, diversen Pharma-Riesen, Amazon, Alphabet beziehungsweise Google, Meta, Microsoft und diversen Unternehmen, die mit der Privatisierung von Grundversorgung wie Wasser und Straßen ihr Geld verdienen“, klagt Reichinnek an. Für Reichinnek und die Linke-Fraktion besteht in dieser Konstruktion ein Widerspruch: Die Fonds für höhere Renten werden dann große Gewinne erzielen, wenn die Firmen sie an anderer Stelle auf Kosten der Menschen einfahren. In Reichinneks Worten kommen dann höhere Renten, „wenn die Unternehmen die Mieten immer weiter erhöhen können, wenn die Pflege immer teurer wird, während die Leistungen sinken, wenn das Gesundheitssystem noch weiter auf Profit getrimmt wird oder wenn die Monopole der Tech-Konzerne immer weiter ausgedehnt werden“. „Was in der rechten Tasche als Renten-Rendite auftaucht, ist den Menschen vorher aus der linken Tasche gezogen worden – und zwar als Niedriglohn, Mietsteigerung oder durch die Preiserhöhung beim Trinkwasser“, so Reichinnek. „Mit diesem Taschenspieler-Trick lassen wir diese Regierung nicht durchkommen.“ Die Partei möchte eigenen Angaben zufolge „Widerstand“ gegen die Pläne der Regierung formieren. Gratis für Sie: Der große Renten-Ratgeber So holen Sie das meiste aus Ihrer Rente. Versteckte Fehler vermeiden. Dies und viele Tipps von Renten-Profis finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Laden Sie sich HIER den Ratgeber kostenlos als PDF herunter