Wohnungsnot in Spanien: Zwangsgeräumte 87-Jährige soll zurück in ihre Wohnung
Die Vereinbarung müsse aber noch unterzeichnet werden. Dann werde der Fall »für alle ein besseres und erfreulicheres Ergebnis« nehmen, sagte die Anwältin Beatriz Duro.
Die Zwangsräumung der Seniorin hatte in Spanien für Empörung gesorgt. Abascal war vergangenen Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung getragen worden, in der sie rund 70 Jahre lang gelebt hatte. Laut dem Mieterverband hatte ein Investor die Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro erhöht.
Die Forderungen richten sich auch an die Regierung von Sánchez, die am Dienstag ein neues Maßnahmenpaket zum Wohnungsmarkt beschließen will. Der Ministerpräsident hatte angekündigt, das Kabinett arbeite »mit Hochdruck« an den Plänen. Ob diese umgesetzt werden können, ist jedoch offen, da der Regierung die Mehrheit im Parlament fehlt. Ein ähnlicher Gesetzesvorschlag war zuvor gescheitert.
»Die Mieten sind völlig verrückt. Es ist eine absolut untragbare Situation«, sagte die Demonstrantin Beatriz Blanco vor Bekanntwerden der Einigung.
Steigende Wohnkosten gelten seit Längerem als eines der drängendsten Probleme Spaniens. Nach Daten des Immobilienportals Idealista haben sich die durchschnittlichen Mieten innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. Die spanische Zentralbank schätzt, dass landesweit mehr als 700.000 Wohnungen fehlen.