Wolfenbüttel: 30.000 Quadratmeter für Chemie- und Gefahrstofflogistik
11.09.2026, 10:23 Uhr
Wolfenbüttel. Ein Großprojekt nimmt Gestalt an: Am Standort von DP World in Linden ist der Grundstein für ein neues Gefahrstofflager gelegt worden. Mit einer symbolischen Zeitkapsel-Versenkung markierten Vertreter des Unternehmens, der Stadt und der beteiligten Baupartner den Start des Neubaus. Rund 30.000 Quadratmeter Lagerfläche sollen entstehen, ausgelegt für bis zu 50.000 Palettenstellplätze. Ferner sollen durch das Projekt bis zu 80 neue Arbeitsplätze entstehen.
Mit der Erweiterung soll der Standort zu einem multifunktionalen Chemie-Lager ausgebaut werden. Neben bestehenden Kunden aus der Agrarbranche will DP World damit vor allem die Automobilindustrie unterstützen. Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und die damit verbundene Batterielogistik.
Für DP World ist das Vorhaben ein deutliches Bekenntnis zum Standort. Michael Pohl, Geschäftsführer im Bereich Geschäftsentwicklung, bezeichnete den Neubau als bislang größte Einzelinvestition der Chemicals-Sparte. „Der Neubau ist ein klares Bekenntnis zu Wolfenbüttel und wir investieren hier in Leistungsfähigkeit, Zukunft und auch Sicherheit“, sagte Pohl. Der Standort blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit 2008 wechselten mehrfach die Eigentümer, seit 2022 gehört er zu DP World.
Unterteilung in zehn Brandabschnitte
Besondere Anforderungen stellt die Lagerung von Chemikalien, Gefahrstoffen und Batterien. Das Gebäude wird deshalb in zehn Brandabschnitte unterteilt. Vorgesehen sind unter anderem Sprinkler- und Schaumlöschanlagen, Gaswarnung, Rauchdetektion sowie automatische Brandschutzsysteme. Standortleiter Jan Regenhardt hob die intensive Abstimmung mit Feuerwehr und Behörden hervor: „Das Thema Sicherheit steht bei uns natürlich an allererster Stelle.“
Lange geplante Perspektive
Bürgermeister Ivica Lukanic erinnerte daran, dass die industrielle Entwicklung der Fläche bereits vor Jahrzehnten vorbereitet worden war. Seit seinem Amtsantritt habe er die Entwicklung immer wieder verfolgt. Nun werde die lange geplante Perspektive Realität. Mit Blick auf die häufig beklagte fehlende wirtschaftliche Dynamik in Deutschland sagte Lukanic: „Wir sind heute hier und beweisen, dass es anders ist.“ Das Projekt bringe moderne Arbeitsplätze und sichere Beschäftigung nach Wolfenbüttel.
Zahlreiche Hürden überwunden
Auch die Bauwirtschaft musste zahlreiche Hürden überwinden. Axel Georg vom beteiligten Bauunternehmen List Bau Nordhorn verwies auf archäologische Funde, winterliche Witterung und einen zwischenzeitlichen Baustopp infolge der geopolitischen Lage. „Umso mehr ist es ein Zeichen von Zuversicht und langfristigem Denken, dass DP World hier in Wolfenbüttel so ein Projekt umsetzt“, erklärte Georg.
Stärkerer Einsatz der Schiene