Worauf Ehepartner jetzt achten müssen
Startseite Wirtschaft Witwenrente abgeschafft: Bis zu 720 Euro weniger im Monat – was Ehepartner jetzt wissen müssen Von: Uli Weißgerber Uns auf Google folgen Die Rentenkommission will die Witwenrente durch Rentensplitting ersetzen. Klingt fair, kostet Hinterbliebene aber bis zu 720 Euro monatlich. Was das genau bedeutet. München – Die Bundesregierung plant einen radikalen Umbau der Altersvorsorge. Statt der klassischen Witwenrente soll künftig ein verpflichtendes Rentensplitting greifen – ein Modell, das Entgeltpunkte zwischen Ehepartnern aufteilt, aber im Todesfall des Partners erhebliche finanzielle Lücken reißt. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit Business Punk Bis zu 720 Euro weniger pro Monat müssen Hinterbliebene dann verkraften. Die Rentenkommission verkauft das als moderne Partnerschaft. Tatsächlich trifft es vor allem Frauen, die wegen Kindern oder Pflege weniger gearbeitet haben. Beim Rentensplitting werden die während der Ehe erworbenen Entgeltpunkte hälftig zwischen beiden Partnern aufgeteilt. Wer 40 Punkte in der Ehezeit sammelte, während der Partner nur 10 schaffte, gibt 15 Punkte ab. Das Ergebnis: Beide erhalten im Alter eine eigenständige Rente – unabhängig davon, wer wie viel verdient hat. Klingt gerecht, hat aber einen Haken: Die Witwenrente fällt komplett weg. Aktuell erhalten Hinterbliebene 55 Prozent der Rente des verstorbenen Partners zusätzlich zur eigenen Rente. Bei einem Mann mit 2.400 Euro Rente und einer Frau mit 800 Euro bedeutet das im Todesfall: 800 Euro eigene Rente plus 1.320 Euro Witwenrente, zusammen 2.120 Euro. Mit Rentensplitting blieben der Witwe nur noch 1.400 Euro – ein Minus von 720 Euro monatlich. Für viele der Unterschied zwischen Auskommen und Altersarmut. Wer profitiert, wer verliert Das Splitting bevorzugt Paare mit ähnlichen Erwerbsbiografien. Beide Partner bauen eigenständige Ansprüche auf, die bei Wiederheirat oder Hinzuverdienst nicht gekürzt werden. Bei der klassischen Witwenrente wird Einkommen oberhalb von 1.077 Euro monatlich zu 40 Prozent angerechnet – ein Mechanismus, der laut Buerger Geld rund 45 bis 48 Prozent aller Hinterbliebenenrenten kürzt. Verlierer sind Haushalte mit großen Rentenunterschieden. Typischerweise Frauen, die jahrelang Teilzeit arbeiteten oder Angehörige pflegten. Für sie ist die Witwenrente oft die einzige Absicherung gegen Altersarmut. Ein verpflichtendes Splitting würde diese Gruppe massiv schlechterstellen – trotz aller Gleichstellungsrhetorik. Die Rechnung geht nicht auf Ein Rechenbeispiel macht die Dimension deutlich: Ein Ehemann sammelt 60 Entgeltpunkte, davon 40 in der Ehezeit. Die Ehefrau kommt auf 20 Punkte, davon 10 während der Ehe. Ohne Splitting erhält er 2.400 Euro Rente, sie 800 Euro. Beim Splitting werden 15 Punkte übertragen – er landet bei 1.800 Euro, sie bei 1.400 Euro. Solange beide leben, ändert sich am Gesamtvolumen nichts. Stirbt der Mann, kassiert die Witwe ohne Splitting 2.120 Euro (eigene Rente plus 55 Prozent seiner Rente). Mit Splitting bleiben ihr nur die eigenen 1.400 Euro. Die Differenz: 720 Euro weniger, Monat für Monat. Hochgerechnet auf 20 Jahre Witwenschaft sind das über 170.000 Euro – wobei die tatsächliche Summe durch Rentenanpassungen, Steuern und Sozialabgaben variiert. Bestandsschutz bleibt vage Die Politik verspricht Bestandsschutz für bestehende Ehen und aktuelle Rentner. Wie genau der aussehen soll, bleibt unklar. Rentenexperte Franz Ruland, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung, schlägt laut Medienberichten vor, die Witwenrente zumindest für Hinterbliebene mit Erziehungszeiten beizubehalten. Kinderlose Paare sollen nach dem Splitting-Modell abgesichert werden. Ob dieser Kompromiss kommt, ist offen. Laut Medienberichten will die Rentenkommission ihre Empfehlungen bis Mitte 2026 vorlegen. Dann wird klar, ob die Witwenrente tatsächlich Geschichte ist – oder ob der politische Widerstand stark genug bleibt. Was Paare jetzt tun sollten Wer über freiwilliges Splitting nachdenkt, sollte genau rechnen. Entscheidend sind drei Faktoren: der Unterschied in den Entgeltpunkten, die Wahrscheinlichkeit eines frühen Todes und die Existenz zusätzlicher Absicherungen wie betrieblicher oder privater Renten. Bei stark unterschiedlichen Rentenansprüchen ist die klassische Witwenrente meist die bessere Wahl. Ein wichtiger Punkt: Stirbt ein Partner innerhalb von 36 Monaten nach dem Splitting, kann dieses rückgängig gemacht werden. Danach ist die Entscheidung endgültig. Wer sich einmal für das Splitting entschieden hat, kommt nicht mehr zurück in die Hinterbliebenenrente. Gratis für Sie: Der große Renten-Ratgeber So holen Sie das meiste aus Ihrer Rente. Versteckte Fehler vermeiden. Dies und viele Tipps von Renten-Profis finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. 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Besser auf Nummer sicher gehen – und die eigene Altersvorsorge nicht der Rentenkommission überlassen.