Wuppertaler Elefantenpfleger darf weiter im Zoo wohnen
Wenn Gustav Roeckener seine ersten Anweisungen gibt, weiß Elefantendame Sabie sofort was zu tun ist. Täglich werden die Tiere im Elefantenhaus gewaschen. Auch für Gustav gehört das schon ewig zur Routine.
Er ist seit über 50 Jahren Elefantenpfleger - seit 2002 im Wuppertaler Zoo. Und hier wohnt er auch. Nur wenige Meter vom Elefantenhaus entfernt. In allen Zoos, in denen er gearbeitet hat, habe er eine Dienstwohnung oder wie hier ein Haus gehabt.
Viele Besucher fragen, ob eigentlich in dem kleinen Haus im Zoo jemand wohnt. "Ich hab da schon so manchen Besucher überrascht, als ich rauskam und gesagt habe: Ja, hier wohnt ein Tierpfleger!"
Gustav kann sich nicht trennen - trotz Rente
Ein Tierpfleger, der eigentlich längst in Rente ist. Gustav ist nämlich schon 70 Jahre alt, doch kann sich einfach nicht trennen. Er macht als Minijobber weiter, ein bis zwei Tage die Woche. "Der Abschied fällt mir unheimlich schwer... Das war eigentlich mein Leben, die Arbeit mit Elefanten. Es sind wirklich faszinierende Tiere, unheimlich sensibel und feinfühlig."
Sein Job ist sein Leben - und sein Zuhause der Zoo. Auch in Gustavs Haus gibt es kaum einen Fleck, der nicht mit Elefanten verziert wäre. Vom Geschirrtuch über die Kaffeetassen, Elefantenfiguren, Gemälde und natürlich Fotos aus 50 Jahren Arbeit mit den Tieren - jede Menge Erinnerungen.
50 Jahre Arbeit mit Elefanten
"In all den Jahren waren die Elefantengeburten immer das absolute Highlight. Wir haben ja dann auch mal im Elefantenhaus übernachtet und das war immer unheimlich aufregend."
Beim Durchschauen alter Fotos kommen viele Erinnerungen wieder hoch. Auch an Dinge, die heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt sind. "Früher sind wir sogar mit den Elefanten durch den Zoo spaziert, damit die mal ein bisschen Abwechslung haben. Dabei ist uns auch mal ein Elefant ausgebüxt. Wir wussten gar nicht wie schnell Elefanten sein können!", schmunzelt Gustav.
"Er ist nicht nur mein Kollege, sondern auch mein Freund"
Jahrzehntelang hat Gustav mit seinem Kollegen Filipe von Gilsa Seite an Seite zusammen gearbeitet. Er, aber auch die Kollegen seien unheimlich froh, dass Gustav noch weitermachen will und darf.
Gustavs Zukunft im Zoo ist ungewiss
Wie lange Gustav im Wuppertaler Zoo bleiben kann, ist nicht sicher. Für die nächsten Jahre macht sich Gustav noch keine Sorgen, zumindest solange der Zoo-Direktor Lawrenz heißt. Doch was wenn der Direktor irgendwann wechselt?
Obwohl seine Zukunft ist Zoo ungewiss ist, macht sich Gustav nicht verrückt. Er möchte vor allem fit bleiben, um weiterarbeiten zu können. Sein Plan B? "Wenn es hier irgendwann nicht mehr gehen sollte, hab ich das Ziel, nach Afrika auszuwandern. Und irgendwo in der Wildnis nahe den Elefanten zu leben."
Aber noch ist es nicht soweit. Noch freut sich Gustav jedes Mal auf seine nächste Schicht im Wuppertaler Elefantenhaus.
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